Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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Zu Gast bei Freunden

Kinder und Jugendliche aus der Region Tschernobyl besuchen den Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld

Alfeld. „Ich habe einen guten Fang gemacht.“ Olaf Pfeiffer freut sich, Iwan und Dmitrij wiederzusehen. Die 14 und 12 Jahren alten Jungen kommen aus Weißrussland, einer Region nahe Tschernobyl. Mit 19 gleichaltrigen Mädchen und Jungen besuchen sie den Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld. Über den Sommer nehmen acht Gastfamilien aus Alfeld, Ilsede und Gronau die Kinder auf. Spaß und Erholung stehen an erster Stelle. Aber es geht um mehr. „Statistiken zeigen, dass vier Wochen hier das Leben der Teilnehmer um bis zu drei Jahre verlängert“, weiß Bernd Beutler.

30 Jahre ist die Katastrophe von Tschernobyl her. Am 26. April 1986 kam es dort in einem Atomreaktor zu Kernschmelze. Land und Leute wurden verseucht. Beutler wollte helfen. Als die evangelische Landeskirche die Ferienaktion ins Leben rief, zögerte er nicht. Bereut hat der Hausmeister der Schulrat-Habermalz-Schule in Alfeld sein Engagement nie. „In all den Jahren gab es ausschließlich positive Rückmeldungen“, berichtet er.

Auch in diesem Jahr ist er zufrieden. Alle TeilnehmerInnen sind gut angekommen. Im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt verhinderten Windpocken dieses Jahr die Ferienaktion. Die Alfelder hatten Glück, und die BesucherInnen aus der Region Gomel sind nun in Deutschland, seit Donnerstag sind sie da.

Für manche ist es ein Wiedersehen. Bernd Beutler und seine Frau Bärbel nehmen die zwölfjährige Mascha zum Beispiel bereits zum sechsten Mal bei sich auf. Ihre Freundin Katya ist zum zweiten Mal hier. Zwei Reisen bezahlt die Landeskirche. Teilnahmen darüber hinaus müssen Gastfamilien und Besucher privat finanzieren. „Es sind Kinder dabei, die bisher ihr Dorf kaum verlassen haben“, erzählt Beutler. Denen die Reise nach Deutschland zu ermöglichen, ist für ihn und andere Beteiligte ein Anliegen. „Die Kinder sammeln hier Eindrücke, die sie in ihre Heimat mitnehmen und weitergeben“, ist sich Beutler sicher.

Außerdem lernen die TeilnehmerInnen, auf eigenen Beinen zu stehen. Denn Mama und Papa sind 1600 Kilometer weit weg. Einmal pro Woche anrufen ist erlaubt, mehr nicht. 50 Euro Taschengeld gibt es vom Kirchenkreis. Die Gasteltern haben zwar ein Auge darauf, aber es gehört den Kindern. „Sie lernen, mit Geld umzugehen“, findet Beutel. Besuche im Freibad und im Zoo, eine Helgolandfahrt und eine Woche am Bernsteinsee in der Lüneburger Heide stehen auf dem Programm. Bürgermeister Bernd Beushausen und Superintendentin Katharina Henking haben sich angekündigt, der Angelverein Alfeld lädt die Gruppe ein.

Letztes Jahr waren Olaf Pfeiffer, Iwan und Dmitrij in Hamburg – Hafenrundfahrt, Städtetrip, Hardrock-Café. 2013 war Pfeiffer selbst dort und wollte „seinen Jungs“ die Hansestadt zeigen. Dieses Jahr hat er noch keinen festen Plan für das freie Wochenende. Aber zwei Fahrräder hat er sich schon geliehen. „Wir werden viele Touren durch die Region machen“, freut er sich. Björn Stöckemann

Bild: Stöckemann

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„Ich wollte unbedingt aufs Dorf“

Innerhalb weniger Wochen beginnen vier junge PastorInnen ihren Dienst im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld

Landkreis Hildesheim. Die Kirche hat Nachwuchssorgen. Gerade auf dem Land wird es immer schwerer, freigewordene PastorInnen-Stellen neu zu besetzen. Umso größer ist die Freude bei Katharina Henking und Christian Castel, den SuperintendentInnen im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld: Innerhalb weniger Wochen haben gleich vier junge PastorInnen ihren Dienst aufgenommen. Eine „Frischzellenkur“ sei das, findet Katharina Henking.

Den Neuen ist gemeinsam, dass sie ihr Vikariat abgeschlossen und nun ihre erste Stelle als Pastor oder Pastorin angetreten haben. Lars Röser-Israel lebt sich gerade in Brunkensen ein. Die letzte Station des 36-Jährigen war Hamburg, wo er ein Sondervikariat absolvierte. Er habe sich bewusst für eine Stelle als Dorfpastor entschieden, weil die Kirche hier selbstverständlicher dazu gehöre als in der Großstadt: „Das hoffe ich jedenfalls.“ Außerdem liege Brunkensen verkehrstechnisch günstig, weil seine Frau Carlotta in Göttingen studiert, so Lars Röser-Israel.

„Bei mir war es fast identisch“, erzählt Stephanie Radtke, eine gebürtige Berlinerin. „Ich wollte unbedingt aufs Dorf mit einer guten Anbindung nach Hannover.“ Ihre Frau Ellen ist ebenfalls Pastorin und hat eine Stelle bei der Evangelischen Kirche Deutschlands in Hannover angenommen – zuvor hatten die beiden gemeinsam 18 Dörfer in Brandenburg betreut. „Bis zu der am weitesten entfernten Gemeinde musste ich über eine Stunde mit dem Auto fahren“, so Stephanie Radtke. Dagegen ist Eime mit den umliegenden Ortschaften geradezu paradiesisch: Alles ist locker mit dem Fahrrad zu erreichen. Als ihr im Landeskirchenamt die Stelle angeboten wurde, hat die 32-Jährige allerdings nicht den leisesten Schimmer gehabt, wo die Region Gronau sein könnte – geschweige denn Eime.

Das war bei Dr. Marvin Döbler freilich anders, er ist in Osterwald aufgewachsen. Seine neue Pfarrei in Mehle ist quasi gleich um die Ecke. Zwischenzeitlich hat hat er mit seiner Frau Ilina eine Weile lang in der USA gelebt, bis sie 2009 einen Ruf als Professorin der Universität Göttingen annahm. Seither wohnen beide wieder in Osterwald. Marvin Döbler arbeitete einige Jahre am Institut für Religionswissenschaft der Uni Bremen. Der Theologe beschloss dann aber, doch noch Pastor zu werden und machte ein Vikariat in Bad Münder. Nun, mit 38, hat in Mehle seine erste Stelle.

Als Vierte im Bunde ist kurz vor Sommerferienbeginn Sabrina Wascholowski in Heinde zur Pastorin ordiniert worden. Eigentlich suchte die 31-Jährige etwas an der Grenze zu Hessen, weil ihre Frau Saskia in Eschwege als Lehrerin arbeitet. Beide sind auf dem Land groß geworden und wollten auch wieder dorthin. Nun ist es die Gemeinde Innerstetal geworden. „Bisher habe ich das Gefühl, das große Los gezogen zu haben“, sagt Sabrina Wascholowski strahlend – die Gemeinde habe sie ungemein herzlich empfangen. Im Kürze zieht ihre Frau ebenfalls nach Heinde, um sich in der Nähe eine Stelle zu suchen.

Für Christian Castel sind die vier Neuen Anlass zur Hoffnung. „Ich habe hier in der Tat schon den sterbenden Schwan gesehen“, räumt der Elzer Superintendent ein. Er befürchtete, dass für die vielen PastorInnen des Kirchenkreises, die in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen werden, kein Ersatz zu finden wäre. Auf seine Initiative hin hatte der Kirchenkreis hat deshalb einen Antrag an die evangelische Landessynode gestellt, zusätzliche Anreize für PastorInnen im ländlichen Raum zu schaffen. Die gibt es noch nicht. Doch die jetzige Entwicklung zeige, dass er vielleicht ein bisschen zu schwarz gesehen habe, so Castel. Mit Katharina Henking freut er sich jetzt auf andere Erfahrungen und Perspektiven, die die jungen KollegInnen mitbringen. Die Alfelder Superintendentin: „Das tut auch den älteren Kollegen gut.“ Ralf Neite

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Die beiden SuperintendentInnen des Kirchenkreises trafen sich mit den vier frischgebackenen PastorInnen zur Kennenlern-Runde im Pfarrgarten in Brunkensen. Von links: Christian Castel, Katharina Henking, Lars Röser-Israel, Dr. Marvin Döbler, Sabrina Wascholowski und Stephanie Radtke. Foto: Neite

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Bild: Neite

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Fahrplan für die Fusion

Hildesheimer und Peiner Gremien tagen gemeinsam

Hildesheim. Der Kirchenkreis Peine wird sich dem Kirchenkreisverband Hildesheim anschließen. Damit verbunden ist eine Fusion der Verwaltungen und der Diakonischen Werke. Bei einer Tagung im Hildesheimer Kirchenamt haben der Vorstand des Kirchenkreisverbands Hildesheim und der Kirchenkreisvorstand Peine nun besprochen, wie der Zusammenschluss realisiert werden.

Gegenwärtig wird unter anderem der Kaufvertrag für ein weiteres Verwaltungsgebäude in Hildesheim vorbereitet – die bisherigen Räumlichkeiten sind an der Grenze ihrer Kapazität, zusätzliche Flächen werden benötigt. Der weitere Fahrplan sieht – neben vielen Einzelschritten – die Fusion der Verwaltungen und der Diakonischen Werke auf juristischer Ebene zum 1. Januar 2018 vor. Der tatsächliche Umzug der Peiner Kirchenamtsmitarbeitenden ist allerdings erst zum 1. Januar 2020 vorgesehen.

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Bild: Kirchenamt Hildesheim

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Wohnst Du schon?

Die Wohnungsnot in Hildesheim nimmt zu / Wohlfahrtsverbände und Sozialberatungen fordern bezahlbaren Wohnraum für alle

Hildesheim. Die 80-Jährige hatte keine Kraft mehr. Acht Monate war sie auf Wohnungssuche. Ihr Mann musste plötzlich ins Altenheim, allein konnte sie nicht in ihrer bisherigen Wohnsituation bleiben. Eine neue Bleibe zu finden, gestaltete sich jedoch schwieriger, als sich die Rentnerin hätte träumen lassen. Jetzt hat sie endlich eine Wohnung gefunden, aber zufrieden ist sie nicht. „Ich muss Treppen steigen und das Bad ist zu klein, um mit einer Gehhilfe hineinzukommen.“

Die Wohnungssuche ist ohnehin oft eine Geduldsprobe. Für immer mehr Menschen wird sie allerdings sogar zum Spießrutenlauf. Betroffen sind AsylbewerberInnen, Wohnungslose, Haftentlassene, aber auch Studierende, Bewohnerinnen von Frauenhäusern oder eben SeniorInnen. Auch in Hildesheim besteht Nachholbedarf. Laut Wohnraumversorgungskonzept von 2015 benötigt die Stadt bis 2020 bis zu 1550 neue Wohnungen. Die Schätzung stammt allerdings aus der Zeit vor dem Flüchtlingszuzug. In Hildesheim leben ohnehin vergleichsweise viele einkommensschwache Haushalte. 2015 lag der Anteil bei 25,1 Prozent.

Die Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und die Arbeitsgemeinschaft Sozialberatung fordern nun bezahlbaren Wohnungsraum für alle. Zur AG gehören unter anderem Asyl e.V., die Beratungsstelle für Arbeitslose, der Caritasverband, das Diakonische Werk, die Drogenhilfe, das Frauenhaus, die Gemeinde Guter Hirt, die Herberge zur Heimat, KWABSOS, der Mieterverein oder der Sozialdienst katholischer Frauen. Auch die ambulante Wohnungslosenhilfe ist dabei.

Dort arbeitet Rouven Aschemann. Sein Alltag wird zusehends schwieriger. Am Langen Garten betreibt die Stadt Hildesheim eine Obdachlosenunterkunft, „und wir sind sehr dankbar, dass es diese Einrichtung gibt“, betont Aschemann. Die sollte aber eigentlich nur eine Übergangslösung für die BewohnerInnen sein. Für immer mehr wird sie jedoch zum Dauerzustand. Denn die Adresse ist bei der Wohnungssuche ein Stigma. Keine Adresse angeben zu können, ist allerdings kaum besser. Immer mehr Menschen kommen deswegen bei Freunden unter, und sei es nur für kurze Zeit. Aktuell betreut Aschemann eine Person, die sich in einer Gartenlaube eingerichtet hat. In Deutschland ist das eigentlich verboten.

Neun Monate verbrachte eine andere Klientin im Frauenhaus, mit ihrer Tochter. In drei Städten suchte sie. Dreimal täglich ging sie alle Anzeigen im Netz durch. „Teils musste ich Unterlagen wie meinen Pass und Arbeitsnachweise schicken, um überhaupt einen Besichtigungstermin zu bekommen.“ Die Behörden und Ämter legten weitere Steine in den Weg. 60 Quadratmeter sollen für zwei Personen ausreichen. Kosten übernehmen die zuständigen Stellen aber nur eingeschränkt. Dieser Mietspiegel orientiert sich jedoch meist nicht am Wohnungsmarkt.

Die Not treibt manche Menschen sogar zu zwielichtigen Gestalten. Einem Asylbewerber aus dem Irak ist es so ergangen. Schon sein Name verwehrt ihm viele Besichtigungen. Dazu kommt die Sprachbarriere. Über Tipps aus seinem Umfeld geriet er an einen Hildesheimer. Der besorgte ihm eine Wohnung, verlangt dafür aber 800 Euro. Eine illegale Maklergebühr quasi.

Vier Forderungen stellen die Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und die Arbeitsgemeinschaft Sozialberatung. Die Stadt soll Sozialwohnraum schaffen. Mindestens 20 Prozent müssten bei der Ausweisung neuer Baugebiete darauf entfallen. Hildesheim soll sich außerdem als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt ausweisen. Das würde den Einbezug in die Niedersächsische Mieterschutzverordnung ermöglichen. Zusätzlich soll ein Leerstandskataster geschaffen werden. Die Obdachlosenhilfe soll verbessert werden. Das entsprechende Konzept stammt noch aus dem Jahr 2012. Schlussendlich soll ein Amt für Wohnungswesen geschaffen werden. Die Stadt Hildesheim hat das vor zehn Jahren abgeschafft. Björn Stöckemann

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In der Herberge zur Heimat informieren unter anderem Vertreter der Diakonischen Werke, der ambulanten Obdachlosenberatung, Asyl e.V. oder vom Mietverein über die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Foto: Stöckemann

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Bild: Stöckemann

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Eine neue Pastorin wird flügge

Sabrina Wascholowski wurde als Pastorin der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Innerstetal von Landessuperintendent Eckhard Gorka ordiniert 

Heinde, 18. Juni. Am Kirchturm der evangelischen Kirche in Heinde bei Bad Salzdetfurth werden die jungen Falken gerade flügge. Von den vielen Besuchern, die in Kirche strömen, lassen sich die Tiere bei ihren ersten Flügen nicht stören. Mutig stürzen sie sich ins neue Element. Im vollbesetzten Kirchenschiff tut es eine junge Frau den Turmfalken nach: Sabrina Wascholowski wird durch Landessuperintendent Eckhard Gorka ins geistliche Amt ordiniert und als Pastorin der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Innerstetal eingeführt.

Zur Welt gekommen ist die junge Geistliche am 31. Oktober 1985, dem Reformationstag, in Stadthagen im Landkreis Schaumburg und dort auch aufgewachsen. An die Schulzeit schloss sich das Studium der evangelischen Theologie in Bethel und Berlin an. Das Vikariat absolvierte Wascholowski an der St.-Sixti Kirche in Northeim. Im Innerstetal wird sie nun zum ersten Mal selbstständig eine Kirchengemeinde leiten. Gemeinsam mit ihrer Ehefrau Saskia wohnt sie im Heinder Pfarrhaus. „Wir freuen uns sehr auf Sie“, so Superintendentin Katharina Henking bei ihrer Begrüßung am Beginn des Gottesdienstes, „hier in der schönen Heinder Kirche unter den vielen Engeln“. 

Landessuperintendent Eckhard Gorka nahm in seiner Predigt Stellung zur Bedeutung von Kirche. Jüngst sei eine Umfrage unter den Gemeindegliedern ausgewertet worden, ihre Ergebnisse keineswegs überraschend, so der Geistliche: „Wer oder was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Kirche denken? Antwort: Der Kirchturm und unsere Pastorin“. Dabei bemühe sich Kirche doch so sehr, im Internet und in den Sozialen Medien wahrgenommen zu werden. Ja sie hetze sich dafür regelrecht ab. Die Gemeindeglieder aber sagten: „Erwartungen können wir nicht formulieren. Ist einfach gut, dass Ihr als Kirche da seid, wenn es uns schlecht geht, wenn wir allein keine Worte finden, wenn uns der Boden unter den Füßen wegrutscht. Dann brauchen wir so Leute, die sich und uns erinnern: Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“. Mit dem letzten Satz, einem Vers aus dem 1. Korintherbrief, nahm Gorka den Ordinationstext auf und richtete zum Abschluss seine Worte noch einmal an die junge Kollegin: „Herzlich willkommen und Gott befohlen, liebe Schwester Wascholowski, auf der Baustelle Kirche und Welt. Mitten unter den von Christus geliebten Menschen“.

Beim an den Gottesdienst anschließenden Empfang musste die neue Pastorin dann die Hände vieler Gemeindeglieder schütteln. Besonders herzlich fiel auch die Begrüßung durch Graf Nikolaus von Kielmansegg aus, Patron der Heinder Kirche. Die Gelegenheit zu einem ersten Gespräch mit Sabrina Wascholowski bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen wurde eifrig genutzt. Im Kirchenschiff behütet von den Flügeln des Heinder Taufengels, vor der Kirche begrüßt vom Ruf der jungen Falken hoch in der Luft.


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Bild: hmh

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Vielseitiges Konzert im Zeichen des Reformationsjubiläums

Söhlde. Mit dem Motto des Lutherchorals „Ein feste Burg ist unser Gott“ hat die evangelische Kirchengemeinde Söhlde ein abwechslungsreiches Konzert zum 500-jährigen Reformationsjubiläum geboten.

Der Chorleiter des Kehrwiederchores, Hans Dieter Lubrich, und die Leiterin des Kirchenchores Söhlde, Lieselotte Lerch, hatten das gemeinsame Konzert bereits seit Beginn des Jubiläumsjahres geplant. Christopher Kleeberg eröffnete das vielseitige musikalische Programm in der vollbesetzten Kirche mit der festlichen Fantasie von Prätorius „Ein feste Burg ist unser Gott“ auf der Orgel.

Kirchenchor und Kehrwiederchor sangen dann gemeinsam Chorsätze zu Luthertexten oder Melodien von der Renaissance bis zu zeitgenössischen Komponisten. Unterstützt wurden die Chöre dabei von Solisten aus Holle.

Einzelne Chormitglieder zitierten Anekdoten aus Luthers berühmten Tischreden. Auch die Gemeinde stimmte immer wieder in bekannte Lutherlieder oder poppige Refrains ein, begleitet von Cajon, Gitarre und Klavier. Ein Blockflötenensemble spielte heitere barocke Stücke für vier Stimmen.

Zusammen mit dem Posaunenchor Söhlde unter der Leitung von Christian Dense brachten der Kehrwiederchor und der Kirchenchor Söhlde eine doppelchörige Choralmotette von R. A. Franz zu Gehör. Chor- und Gemeindegesang wechselten sich dabei ab.

Das Konzert zeigte ganz im Sinne des Reformators, demzufolge der Text durch die Noten lebendig wird, dass die Lieder im Gottesdienst und Konzert für Zuhörende und Gottesdienstbesucher verständlich und zu einer Hilfe für das Leben werden. 

Lieselotte Lerch

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Bild: Lerch

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Pastorin Andrea Burgk-Lempart wird neue Superintendentin im Kirchenkreis Celle

Diekholzen/Celle. Dr. Andrea Burgk-Lempart, Pastorin in der evangelisch-lutherischen Auferstehungs-Kirchengemeinde in Diekholzen und der Titusgemeinde in Barienrode, wird neue Superintendentin des Kirchenkreises Celle. Sie ist dort gestern Abend nach einer persönlichen Vorstellung vom Kirchenkreistag gewählt worden. Andrea Burgk-Lempart erhielt 45 Stimmen, 24 Stimmen gingen an ihre Mitbewerberin. Sie werde die neue Aufgabe im Herbst antreten, der genaue Termin stehe noch nicht fest, sagt die Pastorin. In Celle wird sie als geistliche Leitung für 76500 Kirchenmitglieder zuständig sein.

Als stellvertretende Superintendentin konnte Andrea Burgk-Lempart sich während der einjährigen Vakanzzeit im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt bereits mit dieser leitenden Aufgabe vertraut machen. „Es hat sich gut angefühlt“, meint die Pastorin. Sie habe erkannt, dass sie die Fähigkeit besitze, in Konflikten zu vermitteln, Menschen in Klärungsprozessen mitzunehmen und zu einer Entscheidung zu führen.

Der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt verliere eine engagierte und profilierte Pastorin, er selbst eine loyale und zupackende Stellvertreterin, sagt Superintendent Mirko Peisert zur Wahl von Andrea Burgk-Lempart. „Ich freue mich dennoch, da sie genau die Richtige für die Aufgabe ist, und ich überzeugt bin, dass sie eine gute Superintendentin werden wird.“

Aus der Kirchengemeinde in Diekholzen werde sie vor allem die Menschen vermissen, die sie in zum Teil sehr tiefgehenden Gesprächen kennengelernt habe, so Burgk-Lempart. „Aber ich bin sicher, das Gemeindeleben wird während der Vakanzzeit gut weitergeführt durch die Ehrenamtlichen, mit Hilfe von Diakon Harald Breitenfeld und der gut geführten Kindertagesstätte.“ Nach acht Jahren sei es Zeit für einen Wechsel – für beide Seiten. „Man muss wissen, wann es Zeit ist für einen Neuaufbruch.“ Ein neuer Pastor oder eine neue Pastorin könnte die Menschen anders ansprechen und anders erreichen: „Das bietet auch für die Gemeinde neue Chancen.“

Andrea Burgk-Lempart ist in Hannover geboren und aufgewachsen in Harenberg. Sie war Pastorin in Hotteln, Bledeln und Gödringen. Während der Elternzeit – sie hat zwei Söhne – hat sie promoviert und eine Ausbildung zur Mediatorin absolviert. Seit 2009 ist sie Pastorin in Diekholzen und Barienrode. Wiebke Barth

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Bild: Barth

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Luther hätte mitgesungen

MusikerInnen aus den Gemeinden am Ith, Coppenbrügge und Ith-Nesselberg gestalten großes Reformationskonzert in Bisperode

Bisperode. „Das war einzigartig“, freut sich Christoph Pannek. Klar: Die Texte und die Noten von diesem Konzert sind verfügbar. Die Lieder kann jeder singen. „Aber die Stimmung und das Gefühl von heute, die waren einmalig“, strahlt der Kirchenkreiskantor. 300 Menschen sind am Sonntagnachmittag in die St. Peter und Paul Kirche Bisperode gekommen. GrundschülerInnen, Erwachsene, SeniorInnen. Die Sonne scheint, die MusikerInnen sind bereit und die Verantwortlichen gespannt. Denn für das Konzert „Unser Luther“ haben sie fast zwei Jahre geplant. Ob aber alle tatsächlich mitspielen, das war bis zuletzt unklar.

Die Idee kam beim Jubiläum des Kirchenchors. Musikgruppen aus den Gemeinden am Ith, Coppenbrügge und Ith-Nesselberg sangen ein Ständchen. „Das führte uns vor Augen, wie viele Menschen hier eigentlich Musik machen“, erinnert sich Pannek. Das wollte er zeigen. Er hatte ein Ziel: Ein gemeinschaftliches Konzert. Alle sollten singen. Miteinander und füreinander. In Pastorin Martina Frost und Christiane Rau aus dem Kirchenvorstand fand er ebenso musikbegeisterte Mitstreiterinnen. Zusammen trugen sie die Idee in die Gemeinden.

Bald wuchs die Liste der Unterstützer. Der Kinderchor der Grundschule Bisperode. Die Rhythmus-Kids aus der St. Peter und Paul Gemeinde. Die vereinigten Posaunenchöre Harderode, Hohnsen und Coppenbrügge. Der Gitarrenkreis aus der Gemeinde am Ith. Der Kirchenchor Coppenbrügge. Der Chor Nesselberger Ton aus Brünichhausen. Der Singkreis am Ith. Organist Hendrik Rau.

80 Musiker und Musikerinnen machen schließlich mit beim Konzert, das zu den Sonderveranstaltungen des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld zum 500-jährigen Reformationsjubiläum gehört. Musikalisch erzählen sie die Lebensgeschichte Martin Luthers. Von der Kindheit unter dem strengen Vater über die Hinwendung zum Glauben bis zum Bruch mit Kirche und Kaiser sowie schließlich zum Augsburger Bekenntnis. Die Rhythmus-Kids vertonen zum Beispiel das Gewitter, welches Luther zu Gott führte. Zur Heirat mit Katharina von Bora erklingt der Hochzeitsmarsch.

Aber Christoph Pannek wäre nicht Christoph Pannek, wenn er den BesucherInnen lediglich etwas vorspielen würde. Er will, dass alle Menschen singen. „Die singende Gemeinde war immerhin ein Ideal von Luther“, erzählt er. Der Reformator hat nicht nur selbst gedichtet und komponiert, sondern zusätzlich kirchliches Liedgut ins Deutsche übertragen. Deswegen ermutigt Pannek stets zum Mitsingen, Mitklatschen, Mitmachen. Ob die Menschen sich darauf einlassen, weiß er vorher nie. In Bisperode springt seine Begeisterung aber schnell auf die BesucherInnen über.

Vom gemeinschaftlichen Singen ist niemand ausgeschlossen. Im Chor trauen sich selbst schüchterne „DuschsängerInnen“, aus voller Kehle mitzumachen. „Es geht dabei nicht darum, perfekt zu sein“, winkt Pannek ab. Das ist nicht sein Anspruch. „Wir können keine Anna Netrebko nach Bisperode holen – brauchen wir auch gar nicht.“

Die Offenheit sowohl für den Zugang als auch den Ausgang machen die Qualität für ihn aus. Die Menschen merken selbst unmittelbar, was sie zusammen schaffen und wozu sie gemeinschaftlich fähig sind. „Mit diesem Gefühl sollen sie nach Hause gehen. Das kann ähnlich erfüllend sein wie nach dem Genuss einer Wagner-Oper“, freut sich Pannek. Er ist sich sicher: Wäre Luther bei „seinem“ Konzert dabei gewesen, es hätte ihm gefallen. Björn Stöckemann

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Die bunten Tücher gehören zum Bühnenoutfit des Chors Nesselberger Ton.

Unter Leitung von Christiane Rau beteiligte sich auch der Projektchor der Grundschule Bisperode an dem Konzert.

Kirchenkreiskantor Christoph Pannek ist musikbegeistert und möchte das an möglichst viele Menschen weitergeben. 

Bild: Stöckemann

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Fingerspitzengefühl für tonnenschwere Glocken

In den Kirchturm der Kirche St. Jakobi in Eime wurden 5 neugegossene Bronzeglocken eingehoben

Eime, 14. Juni. Glänzend stehen die fünf neuen Glocken auf Holzpaletten am Rand der abgesperrten Bundesstraße 240. Manfred Bethge, der die Einhängung in den Kirchturm der Eimer St. Jakobi-Kirche leitet, freut sich über das gute Wetter. Neben ihm steht Richard Kreth, ortsansässiger Zimmermann, der hoch oben im Kirchturm bereits alles für den Ausbau des alten Geläuts vorbereitet hat. Für den Kirchenvorstand kommt Brigitte Schrader hinzu, auch Pastorin Stefanie Radtke ist als eine der ersten da und beobachtet, wie die erste der alten Eisenhartgussglocken aus dem Kirchturm gehoben wird. Ein großer Autokran ist dafür im Einsatz. Abgesetzt auf einem bereitstehenden landwirtschaftlichen Gespann fällt auf, wie matt und korrodiert deren Glockenmetall bereits ist. Für Bethge, der die Entstehung der neuen Glocken in der Glockengießerei im westfälischen Gescher begleitet hat, ein klarer Hinweis. Es war an der Zeit, das alte Geläut durch neue Bronzeglocken zu ersetzen. Kaum dass die zweite Glocke vom Turm heruntergelassen und von ihren Sicherungsseilen gelöst ist, folgen schon Glocken Nr. 3 bis 5. Aus allen ist der Klöppel bereits vorher ausgebaut worden. Da sie somit keinen Ton mehr geben können, werden sie einfach auf dem Anhänger gelagert und mitsamt der alten Aufhängung aus Stahlträgern später abtransportiert.

Viele Eimer, unter ihnen die Schulkinder aus der gegenüberliegenden Grundschule, nutzen die Gelegenheit, diesen einmaligen Vorgang zu erleben. Halten sollen die neuen Glocken mehr als 10mal so lange wie die alten, die 1947 in den Turm kamen. Bronzeglocken sind 500 Jahre oder länger in Gebrauch.

Ein Raunen geht durch die Besuchermenge als Kreth und Bethge den Kranhaken an der größten neuen Glocke befestigen. Wie von alleine scheinen sich die 1,7 Tonnen Gewicht in die Luft zu bewegen. Werden zuerst aber nur einige Zentimeter angehoben. Den neuen Klöppel, allein schon fast einen Zentner schwer, fest in beiden Händen stößt Pastorin Radtke den glänzenden Glockenrand an. Drei Schläge „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“, dann erfüllt voller Glockenklang die Straße und übertönt für einen Moment alle anderen Geräusche. Pastorin Stefanie Radtke und Volker Senftleben, der Bürgermeister Eimes, lauschen dem langen Nachhall. Dann verfolgen sie und die Zuschauer die Glockenreise am Kranhaken mit gespannten Blicken. Doch alles geht glatt und auch die anderen Glocken nehmen problemlos den Weg nach oben. Die junge Pastorin, die im Vormonat ihren Dienst in der Kirchengemeinde angetreten hatte, ist sichtlich erleichtert, dass alles so gut läuft. Auch Brigitte Schrader, als Kirchenvorstandsvorsitzende verantwortlich für das Projekt, freut sich: „Jetzt finden die Glocken endlich ihren Platz.“ Für sie, die wie viele andere aus der Kirchengemeinde bereits beim Guss dabei war, findet ein langer Weg seinen guten Abschluss.

Dass zwischen den ersten Planungen und der tatsächlichen Ausführung und Aufhängung einer Kirchenglocke eine Dauer von mindestens einem Jahr oder länger liege, bestätigt Manfred Bethge. Zwar gehören für ihn Glockenguss und Glockenaufhängung zum Berufsalltag, doch da er mit 67 Jahren eigentlich schon im Ruhestand ist, sind die neuen Eimer Glocken für ihn eine außergewöhnliche Sache. Da er Verwandtschaft in Gronau habe und daher die Region kenne, habe er unbedingt mit dabei sein und die Aufhängung leiten wollen, so der aus Schönebeck/Elbe stammende Bethge. Die Arbeit mache ihm immer noch Spaß und bedeute ihm viel, so der Glockenmonteur und Metallgießer.

Oben im Turm finden unter seinen Anweisungen die mittleren zwei Glocken problemlos ihren Platz im alten Glockenstuhl aus Eichenholz. An dieser übermannshohen Halterung wird Zimmerer Richard Kreth noch kleine Veränderungen vornehmen, im Großen und Ganzen bleibt die alte Eichenkonstruktion aber so, wie sie war. Die beiden kleinen Uhrschlagglocken werden vom Kran nur vorsichtig auf dem Dachboden abgesetzt. Sie können erst ihren Platz finden, wenn die Dachhaut des Turms wieder verschlossen ist. Aus ihrem eigenen kleinen Erker werden sie dann wie gewohnt die Stunde schlagen.

Die Nervosität in der Glockenstube steigt beim Einhängen der größten Glocke. Für einen angespannten Augenblick scheint nicht genug Platz zu sein. Immerhin wiegt sie mitsamt ihrem Joch aus Eiche fast zwei Tonnen. Bethge muss mit seiner jahrzehntelangen Berufserfahrung Kran und Mitarbeiter genau dirigieren. Kurz wird ein Hebel eingesetzt, die Seilzüge im Turm neu gespannt und dann sitzt auch die schwerste der Glocken an ihrem Platz. In den kommenden Tagen werden nun die Läutemaschinen angepasst und angeschlossen. Dann muss der Turm wieder verschlossen werden. Zu hören sein werden die Glocken zum ersten Mal beim Sommerkirchen-Gottesdienst in Eime am Sonntag, den 25. Juni um 10:30 Uhr.





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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Bild: Zsuzsa Elekes

Donnerstag, 22. Juni 2017, 20 Uhr,

St. Michaelis/Hildesheim:

Sopran und Orgel

 Die Hildesheimer Sopranistin Sabine Petter und die Konzertorganistin Zsuzsa Elekes aus Budapest sind die Solistinnen der Sommerlichen Kirchenmusik am Donnerstag, 22. Juni in der Michaeliskirche Hildesheim. Auf ihrem Programm stehen unter anderem Werke von Bach, Dvorak, Langlais und Reger.

Zsuzsa Elekes studierte Klavier, Orgel, und Cembalo am Béla Bartók Musikkonservatorium und an der Franz-Liszt-Musikakademie in ihrer Geburtsstadt bei Ferenc Gergely und János Sebestyén. Nachdem sie 1978 das Studium mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, machte ein Stipendium des ungarischen Staates es ihr möglich, zwei Jahre bei Hannes Kästner, Organist der Thomaskirche in Leipzig, zu studieren. Danach beteiligte sie sich an Meisterkursen von Marie-Claire Alain, Jean Guillou, Johannes Ernst Köhler, Michael Radulescu, Michael Schneider, und Luigi Tagliavini. Sie ist Preisträgerin zahlreicher renommierter Wettbewerbe.

Von 1980 bis 1994 war Zsuzsa Elekes Solistin der Ungarischen Philharmonie. Konzertreisen führten sie unter anderem nach Deutschland, Tschechien, die Slowakei, England, Frankreich, Italien, Österreich, Polen, Rumänien, die Niederlande und Japan. Sie hat mehr als 20 Aufnahmen bei ungarischen, deutschen, niederländischen und japanischen Plattenlabels ausgegeben.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von 10 € (erm. 7 €) gibt es an der Abendkasse, die ab 19.15 Uhr geöffnet sein wird.


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