Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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Kreuzweg mit App und Stencil Art

St. Michaeliskirche lädt zur Ökumenischen Jugendaktion ein

Hildesheim "Wer sich wirklich darauf einlässt, wird die Welt danach mit etwas anderen Augen sehen", ist Pastor Peter Noß-Kolbe überzeugt. Gerade hat der Beauftragte für Kirche und Schule im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt die Andacht zur Eröffnung des Ökumenischen Jugendkreuzweges gehalten und sich dann mit Mitwirkenden und Gästen durch die sieben Stationen führen lassen. Die interaktiven Installationen, die verschiedene Jugendgruppen aus Hildesheim erarbeitet haben, haben ihn schwer beeindruckt: "Die Jugendlichen waren wahnsinnig kreativ. Hinter den Umsetzungen stecken tiefe Ideen.“

Jährlich gibt die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland Arbeitsmaterialien zum Ökumenischen Kreuzweg der Jugend heraus. Mit Hilfe von Bildern, Texten und Liedern werden in ganz Deutschland Jugendkreuzwege gestaltet. In diesem Jahr steht das Projekt unter dem Titel "Jesus Art". Zu jeder Station des Kreuzweges hat der Osnabrücker Künstler Mika Springwald ein Bild in Stencil Art gestaltet. Bei dieser Technik aus der Street Art entstehen Bilder mit Hilfe von Schablonen und Sprühdose - eine Kunstform, die man normalerweise eher auf der Straße als in einer Kirche findet. Ganz neu in diesem Jahr: Erstmals gibt es zu den Stationen auch kurze Videoclips und eine App, die durch den Kreuzweg begleiten soll.

In Hildesheim wird der Ökumenische Jugendkreuzweg vom Team des evangelischen Kirchenkreisjugenddienstes organisiert. Hier wird der Kreuzweg auf ganz besondere Weise gestaltet. Verschiedene Jugendgruppen übernehmen die Konzeption und Umsetzung der sieben Stationen. In diesem Jahr beteiligten sich die KonfirmandInnengruppen der Katharina von Bora Gemeinde und der evangelischen Kirchengemeinden Diekholzen und Barienrode, SchülerInnen des Gymnasiums Andreanum, Kirchenkreisjugenddienst, Mitarbeiterkreis Harsum, Jugendliche der Neuapostolischen Kirche und Messdiener der Katholischen Jugend des Bistums Hildesheim.

Sie beschäftigten sich einerseits mit dem Leidensweg Jesu, andererseits aber auch mit aktuellen Themen, die mit Leid und Hoffnung in Verbindung stehen. Cybermobbing, Vorurteile, Flucht und Vertreibung - die Jugendlichen verarbeiteten aktuelle Themen aus ihrer Lebenswelt in interaktiven, begehbaren Kreuzwegstationen. Die Jugendlichen der Neuapostolischen Kirche bauten gleich einen Gerichtssaal im Miniaturformat nach, in dem die Besucher aufgefordert werden, über einen Menschen zu urteilen.

"Wir wollten zeigen, dass niemand von uns vorurteilsfrei ist und wir es uns oft viel zu leicht machen, wenn wir über andere urteilen", erklärt Heimke Eggers-Richter, die die Jugendgruppe bei dem Projekt betreute. Die KonfirmandInnen aus Diekholzen und Barienrode gestalteten zwei große Schlauchboote, von denen eins mit einem Kreuz aus Schwimmwesten gefüllt ist. Hier werden die Besucher aufgefordert, über ihre Ängste nachzudenken und was ihnen wieder Hoffnung gibt.

"Beim Ökumenischen Jugendkreuzweg werden Themen angesprochen, die für Jugendliche sehr wichtig sind. Besonders das Thema Leben und Tod beschäftigt Menschen in diesem Alter sehr", erklärt Katrin Bode vom Team des Kirchenkreisjugenddienstes. Für viele sei der Kreuzweg darum eine ganz besondere Erfahrung. Der Ökumenische Jugendkreuzweg in der Michaeliskirche kann bis zum 5. April besucht werden. Der Kirchenkreisjugenddienst bietet Gruppenführungen für Jugendliche und Erwachsene an. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer 05121/167530 möglich. Julia Dittrich

Bild: Julia Dittrich

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„Ich will ein guter Gesprächspartner sein“

Pastor Martin Söffing verlässt die St. Paulus Gemeinde in Hasede, um sich der Sonderseelsorge zu widmen

Hasede. Die erste Gemeinde sei prägend wie die erste Liebe: Nach drei Jahren in Hasede weiß Pastor Martin Söffing, wie recht Landessuperintendent Eckhard Gorka mit diesem Versprechen hatte. „St. Paulus hat mich getragen und mir den Raum gegeben, an meiner Pastoren-Identität zu arbeiten“, findet Söffing. Am kommenden Wochenende verlässt er die Gemeinde nun mit gemischten Gefühlen. Ein lachendes Auge blickt den Herausforderungen und Möglichkeiten eines neuen Lebensabschnittes entgegen. Söffing weiß jedoch auch, was er hier zurücklassen muss.

Selbstbewusst, freundlich, offen sind die drei Worte, die ihm sofort zu Hasede einfallen. „Hier gibt es eine große Selbstständigkeit, die Gemeindemitglieder sind traditionsbewusst und gleichermaßen bereit, sich auf Neues einzulassen.“ Für Söffing ist die Gemeinde deswegen „im besten Sinne konservativ“. 27 Jahre hat sein Vorgänger Pastor Heinzel die St. Paulus-Gemeinde geprägt. So große Fußstapfen würde er nicht hinterlassen können, das war Söffing klar. „Ich hoffe aber, meinen Beitrag geleistet zu haben, dass die Gemeinde nach seinem Weggang zur Ruhe kommt.“

Das war möglich durch beiderseitiges Vertrauen. Das Rückgrat der Haseder Gemeinde sind für Söffing die treuen Gottesdienstbesucher, die engagierten Ehrenamtlichen sowie der Kirchenvorstand. Die Gesichter der Menschen und ihre Geschichten nimmt Söffing mit. „Ich habe versucht, so oft wie möglich Gespräche wahrzunehmen.“ Diese Nähe hat ihm geholfen, zu erkennen, wie wichtig ihm die Seelsorge ist, wie erfüllend er diesen Bereich findet. Er hatte den Raum, sich in diesem Bereich fortzubilden. „Ich will ein guter Gesprächspartner sein“, betont der 36-Jährige.

In der Krankenhausseelsorge will er in Zukunft arbeiten. Das stand für ihn zwar schon länger fest, die schnelle Zusage auf die Bewerbung überraschte ihn im Sommer aber auch selbst. Denn eigentlich sind volle Stellen in diesem Bereich rar. Ab April ist er in Rotenburg an der Wümme tätig, im größten Diakonie-Klinikum Norddeutschland. Die Sonderseelsorge war das einzige, was ihn aus Hasede wegziehen konnte. „In eine andere Gemeinde wäre ich nie gegangen.“

Neben der Seelsorge liegt Söffing die Nachhaltigkeit am Herzen. Das Bewusstsein hierfür will er stärken. Die Bewahrung der Schöpfung und deren Recht auf einen verantwortungsvollen Umgang sind ihm wichtig. Er selbst lebt vegetarisch, beim Kirchenfest gab es trotzdem Koteletts. Aber er hat sensibilisiert zu fragen: Wo kommt das Fleisch auf unseren Tellern her, wie hat das Tier gelebt? Nicht der Preis sollte entscheiden, sondern Regionalität und fairer Handel. „Beim Kirchenvorstand bin ich auf offene Ohren gestoßen“, freut sich Söffing. Einen reinen Ökostrom-Tarif hat die Gemeinde unter anderem abgeschlossen.

Freundschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit, menschliche Nähe und die Möglichkeit, zu sich selbst zu finden und sich selbst zu verwirklichen, das hat Hasede Söffing geboten. „Dafür empfinde ich große Dankbarkeit“, betont er. Am kommenden Sonntag wird Pastor Söffing um 15 Uhr mit einem Gottesdienst verabschiedet. Zugleich wird Hans-Martin Joost als neuer Springer-Pastor für den Kirchenkreis eingeführt. Er wird auch in Hasede bei Beerdigungen oder Taufen vertreten. Björn Stöckemann

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Bild: Björn Stöckemann

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Weiterhin fair und engagiert

Diakonisches Werk Hildesheim übernimmt Michaelis-Weltcafé

Hildesheim. Das Michaelis-Weltcafé von El Puente wechselt die Trägerschaft. Ab Mai wird das Michaelis-Weltcafé unter gleichem Namen durch das Diakonische Werk Hildesheim weitergeführt. Die fair gehandelten Lebensmittel werden weiter durch El Puente geliefert. Erfolgreiche Programmpunkte des Weltcafés sollen erhalten bleiben und durch neue Angebote ergänzt werden.

Richard Bruns möchte kürzer treten. 30 Stunden in der Woche hat er bisher als ehrenamtlicher Geschäftsführer des Michaelis-Weltcafés gegenüber der Michaelis-Kirche gearbeitet - zusätzlich zu seiner Tätigkeit im Aufsichtsrat der Fairhandels-Organisation El Puente und seinem Amt als stellvertretender Bürgermeister von Diekholzen. So beschloss er, die Arbeit im Michaelis-Weltcafé aufzugeben.

Vor fünf Jahren gründete der Verein El Puente das Café. Die Idee dahinter: die fair gehandelten Produkte wie Kaffee und Tee sinnlich erfahrbar zu machen und gleichzeitig einen Ort für entwicklungspolitische Bildung zu schaffen. Nun stand Bruns vor der Aufgabe, einen Nachfolger zu suchen. "Es ist sehr schwierig, jemanden zu finden, der das nötige Engagement und die Zeit mitbringt", berichtet er über seine Suche. "Am Anfang habe ich wöchentlich bis zu 60 Stunden für das Café gearbeitet."

Schließlich hielt Bruns nach einem neuen Träger für das Michaelis-Weltcafé Ausschau. "Als wir Anfang Dezember davon erfahren haben, haben wir gleich gesagt: Das müssen wir kirchlich, diakonisch weiterführen", erinnert sich Matthias Böning, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Hildesheim. "Es ist einfach eine tolle Chance, an einem öffentlichen Ort im Gemeinwesen zu arbeiten." Überzeugt hätten ihn zum einen die reizvolle Lage des Michaelis-Weltcafés, zum anderen aber auch das Prinzip des fairen Handels. "Es sind genau die Ideale, die wir auch in der Diakonie leben."

Die regelmäßigen entwicklungspolitischen Informationsveranstaltungen sollen beispielsweise weiterhin stattfinden. Auch an neuen Ideen mangelt es nicht. "Auf jeden Fall möchten wir einen WLAN-Hotspot einrichten und eine Musikanlage anschaffen", berichtet Böning. „Und wir wollen auch noch mehr interkulturelle Angebote initiieren", ergänzt Mandy Steinberg, Projektleiterin zur Begleitung und Qualifizierung Ehrenamtlicher in der Flüchtlingsarbeit beim Diakonischen Werk Hildesheim.

So soll es unter anderem Veranstaltungen für Geflüchtete und für Ehrenamtliche geben. Doch das alles kann nur verwirklicht werden, wenn sich noch tatkräftige Unterstützer finden. Wer Lust und Zeit hat Projekte mit und für Geflüchtete zu begleiten und vor allem im Cafébetrieb ehrenamtlich mitzuarbeiten, kann sich unter der Telefonnummer 05121-1675-17 bei Mandy Steinberg melden.

Am Samstag, 6. Mai um 15 Uhr soll das Michaelis-Weltcafé mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel und einem Fest offiziell an das Diakonische Werk Hildesheim übergehen. Richard Bruns sieht dem Termin gelassen entgegen: "Mir fällt es überhaupt nicht schwer, dass Café zu übergeben. Ich weiß, dass es gut weitergeführt und sogar noch ausgebaut wird. Etwas Besseres gibt es doch nicht." Julia Dittrich

Bildunterschrift: Das Michaelis-Weltcafé hat Zukunft -. darüber sind sich Matthias Böning, Mandy Steinberg und Richard Bruns einig. 

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Bild: Julia Dittrich

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Der Schatz von Mehle

Pastor Dirk Glanert verabschiedet sich von Mehle-Sehlde, Esbeck und Wülfingen mit reichen Erinnerungen

Mehle. Ein Schatz kann vieles sein – ein gutes Herz, der Glaube oder eine Gemeinde. Entscheidend ist, dass man aufmerksam nach ihm sucht und ihn hebt. Diese Erfahrung hat Dirk Glanert in Mehle-Sehlde, Esbeck und Wülfingen gemacht. In den vergangenen sechs Jahren war er Pastor für diese Gemeinden. „Und wenn ich mir anschaue, wie viele heute hier sind, kann es mit mir ja nicht so schlecht gewesen sein“, schmunzelt er. Es ist ein wehmütiges Lächeln zu Beginn dieses Gottesdienstes, denn an diesem Sonntag verabschiedet er sich.

Glanert geht nach Bad Bederkesa, und zwar als reicher Mann. Nicht im weltlich-finanziellen Sinne. „Jeder Einzelne hier ist mir ein Schatz geworden“, eröffnet er den Besuchern von St. Urbanus. „Ich wurde reich beschenkt.“ Als Dankeschön hat er für jeden Anwesenden eine Perle. Klein, unscheinbar, aber trotzdem ein Schatz, denn sie soll erinnern. Glanert selbst wird sich an seine erste Gemeinde erinnern. „An manchen Schätzen bin ich zuerst vorbei gelaufen, an anderen vielleicht bis heute, aber so ist das mit Schätzen: Sie müssen gehoben werden.“

Zu heben gibt es in Mehle-Sehlde, Esbeck und Wülfingen viel, da ist er sich sicher. „Ihnen ist ihre Kirche wichtig, den allerorts behaupteten Bedeutungsverlust habe ich hier nicht gespürt“, betont er. „Hier gibt es viel Potential, vergraben sie ihre Perlen nicht zu tief.“ Mit dieser Botschaft geht Glanert.

Und einem Korb voller Geschenke, die ihm die Menschen aus seiner Gemeinde mit auf den Weg geben. Bratwürste vom Urbanus-Fest, „nicht für die Vitrine, sondern zum Essen“, sowie Brot vom Bäcker Freimann, wo der Pastor ein- und ausging. Eine Trompete vom Posaunenchor und eine Aufnahme vom Chor Querbeet, die den Abschiedsgottesdienst auch musikalisch gestalten. Honig vom Sonnenbergfest, eine Kerze der Taize-Andachten, Kräuter vom Mitarbeiterfest und Tee vom Seniorenkreis, dazu eine Tasse mit allen vier Kirchen. Zu den Geschenken gibt es aufrichtigen Dank, freundschaftliche Worte und sogar ein paar Tränen.

„Transparenz war ihnen wichtig“, resümiert Superintendent Christian Castel. Die Projekte, die sich nicht etabliert haben, wie der Kirchenladen oder das Kirchenkino, möchte Glanert deswegen nicht verschweigen. „Aber die Arbeit eines Pastors findet oft im Verborgenen und ungesehen statt“, erinnert Castel. Besonders geschätzt haben die Gemeindemitglieder beispielsweise die Beerdigungen von Glanert. Darüber hinaus weiß der Superintendent auch: „Sie haben viele Ideen mitgebracht und viele verwirklicht.“

Sechs Jahre war Pastor Glanert in Mehle-Sehlde, Esbeck und Wülfingen. Keine Epoche, aber auch keine Episode. Seine Kinder, wahrscheinlich die größten Schätze überhaupt, sind hier zur Welt gekommen. Jetzt zieht es ihn weiter. Die Gemeinde wird er jedoch als Schatz behalten, wenn das Brot vom Bäcker Freimann gegessen und die verschenkten Perlen in Portemonnaies und Jackentaschen verloren sind. Aber irgendwann werden sie gefunden, und derjenige wird sich an Pastor Glanert erinnern. Denn Schätze wollen gehoben werden. Björn Stöckemann

Bild: Stöckemann

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Das Fest ist noch längst nicht zu Ende

Kirchenkreis feiert Reformations-Jubiläum mit vielseitigem Programm

 Hildesheim. Das Festjahr zum Reformationsjubiläum geht weiter. Die Prominenz ist abgereist, der große Healing-of-Memories-Gottesdienst ist vorbei, aber viele andere Veranstaltungen stehen noch bevor. Davon kündet auch ein großes Banner am Michaelisheim in direkter Nachbarschaft der Michaeliskirche: „500 Jahre Reformation geht weiter“ steht auf himmelblauem Grund.

 Superintendent Mirko Peisert und Falko Salbert, Vorstand des Diakonischen Werkes im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt, haben sich eigens mit einer Teleskop-Arbeitsbühne in die Höhe fahren lassen, um das Banner am Gebäude zu befestigen. Sie wollen auf all die Konzerte und Gesprächskreise, Andachten, Vorführungen und Diskussionen hinweisen, die sich die Kirchengemeinden für das Jubiläum ausgedacht haben – bis zum großen Festgottesdienst am Reformationstag in der St.-Andreas-Kirche.

 Einer der Höhepunkte des Programms richtet sich an die Kinder: Für sie verwandelt sich vom 16. September bis 4. November die Lambertikirche in eine „KinderKathedrale“ mit Spielen, Installationen und Aktionen. Eine Reihe von Passionsandachten widmet sich im Paul-Gerhard-Gemeindezentrum Zeitgenossen Luthers, die ihren Beitrag zur Reformation geleistet haben. Und auch in einer Lesung mit Gespräch am 28. März im Literaturhaus St. Jakobi geht es um Menschen, die die Reformationszeit entscheidend geprägt haben, von Christoph Kolumbus bis zu Niccoló Machiavelli. Die Macht des Wortes, von zentraler Bedeutung für die Reformation, erproben Prediger und Predigerinnen beim Preacher-Slam im September in der Andreaskirche.

 Musikalisch bietet das Programm zum Reformationsjubiläum ein breites Spektrum. Das Pop-Oratorium „Luther“, präsentiert von der Landeskirche Hannovers, gastiert am 30. März in der Volksbank-Arena und im Mai führt die Singschule Christuskirche ein Kindermusical über „Martin Luther“ auf. Im Michaeliskloster gibt es am 1. April Musik zum Reformationsjahr beim „Kreuzgang voller Licht und Musik“ und Fritz Baltruweit mit Begleitung präsentieren ebenfalls im Michaeliskloster im August Volkslieder aus der Reformationszeit.

 Kirchenlieder der Reformation treffen auf Gregorianik mit Gli Scarlattisti und Schola cantorum Oslo im Oktober im Mariendom. Und die Ökumene wird wortwörtlich erfahrbar bei der Ökumenischen Radpilgertour, die der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt zusammen mit dem Dekanat Borsum-Sarstedt am 6. Mai organisiert. Mehr Informationen über Veranstaltungstermine zum Reformationsjubiläum findet man unter www.hildesheim-kirche.de.  Wiebke Barth

 

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Bild: Barth

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

Tag der Posaunenchöre wird in Niedersachsen zum ersten Mal ökumenisch gefeiert

Ökumenischer Gottesdienst mit Tauferinnerung am Sonnabend, 18. März um 18:00 Uhr in der Michaeliskirche Hildesheim

Was wären die Gottesdienste zu Weihnachten oder Ostern ohne den festlichen Klang der Posaunen und Trompeten. Egal ob zu den christlichen Hochfesten oder zum normalen Gottesdienst, immer ist es etwas Besonderes, wenn neben der Orgel die strahlenden Töne der Blechbläser zu hören sind. Ohne die vielen Ehrenamtlichen, die sich in den Posaunenchören der Kirchengemeinden engagieren, würde ein wichtiges und klangvolles Element in der Kirche fehlen. „Musik wird störend oft empfunden, dieweil sie mit Geräusch verbunden“ schreibt Wilhelm Busch. Um aus den Geräuschen, die ein kraftvolles Hineinpusten in eine Metallröhre erzeugt, aber einen Wohlklang aus Musik zu formen, braucht es viel Übung, häufige Proben und die Geduld, ein Instrument richtig zu erlernen. Die Posaunenchorleiterinnen und Instrumentenlehrer müssen ihrerseits die Motivation aufbringen, Kindern, Jugendlichen und immer öfter auch Erwachsenen die Geheimnisse von Noten, Tonarten, Ansatz- und Atemtechnik zu erklären. Alle dieses liegt in den Kirchen zu größten Teilen auf den Schultern von Ehrenamtlichen.

Um sich bei diesen zu bedanken und um die Bedeutung der Posaunenchöre ins Bewusstsein der Kirchenmitglieder zu rufen, gibt es den „Tag der Posaunenchöre“ in der hannoverschen Landeskirche. Zum ersten Mal wird er in diesem Jahr als ökumenischer Bläsergottesdienst mit Tauferinnerung gefeiert werden. Am Sonnabend, 18. März um 18 Uhr geben in der Michaeliskirche Hildesheim Bläserinnen und Bläser den Auftakt für eine Reihe von Posaunengottesdiensten überall in Kirchengemeinden in Niedersachsen.

Unter der liturgischen Leitung des katholischen Stadtdechanten Wolfang Voges und der evangelischen Landesposaunenpastorin Marianne Gorka steht der Gottesdienst ganz im Zeichen des gemeinsamen Musizierens. Posaunenchor und Bläserkreis St. Michael werden zu hören sein. Beide treten unter der ökumenischen Leitung von Kirchenmusikdirektor Helmut Langenbruch aus Sankt Michael und Dommusikdirektor Thomas Viezens aus dem Mariendom auf. Die Tauferinnerungsfeier im Gottesdient steht dabei sinnbildlich für das, was Christinnen und Christen über die Konfessionsgrenze hinweg miteinander verbindet.

„Die Taufe ist auch der Ort, an dem wir alle in das Sterben Jesu und in seine Auferstehung ,hineingenommen‘ werden. Daher passt Tauferinnerung gut zum Sonntag Lätare, dem ,kleinen Osterfest‘ mitten in der Passionszeit“, so Marianne Gorka. „Auch wir wollen darum unseren ,Bläsersonntag‘ in dem Bewusstsein begehen, dass wir nicht für uns allein feiern. Wir feiern, was uns Christen eint und trägt: Das eine Wort Gottes und die eine Taufe“, so die Landesposaunenpastorin. Der gemeinsame Gottesdienst zeige, dass das gute Miteinander der Konfessionen in Hildesheim auch für die Kirchenmusik gelte, so Wolfgang Voges. Der katholische Geistliche unterstreicht die Signalwirkung des gemeinsamen Musizierens im Gottesdienst: „es wäre schön, wenn weitere Impulse von unserem Gottesdienst ausgehen, auch in der Kirchenmusik in evangelischen und katholischen Gemeinden vor Ort zusammenzuarbeiten. Es gibt sogar schon einige ökumenische Posaunenchöre“.

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Gott ist keine Maschine

Landessuperintendent Eckhard Gorka predigt in der Tradition Martin Luthers

Alfeld. „Uns Theologen rutscht heute das Herz in die Hose“, gesteht Landessuperintendent Eckhard Gorka. Es ist der 5. März 2017, der erste Sonntag der Passionszeit, genannt Invokavit. In der evangelischen Kirche ist der Tag untrennbar mit Martin Luther verknüpft. Denn als sich die reformatorische Bewegung radikalisierte, verließ dieser sein sicheres Versteck auf der Wartburg und predigte eine Woche lang, um die Gemüter zu beruhigen. Selbst für einen Landessuperintendenten ein schweres Erbe.

Eckhard Gorkas Predigt in der Alfelder St.-Nicolai-Kirche ist der Auftakt zu einer vierwöchigen Reihe. An den folgenden Sonntagen spricht jeweils einer der vier SuperintendentInnen der Region. Anlass ist das Lutherjahr 2017, Thema der Predigten jeweils einer der Kernsätze Martin Luthers. Gorka macht den Anfang mit „Sola Gratia – allein durch die Gnade“.

Ein Gleichnis aus dem Evangelium nach Lukas, Kapitel 18, ist Ausgangspunkt für Eckhard Gorkas Überlegungen. Darin geht es um einen Zöllner und einen Pharisäer, zwei zu ihrer Zeit nicht unbedingt beliebte Zeitgenossen. Der eine fordert mit geschwellter Brust die Gnade Gottes, der andere listet seine Frömmigkeit in Zahlen, Daten und Fakten auf. Der zentrale und wohl geläufigste Satz in dem Textabschnitt lautet: „Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“ Beide, der Zöllner mit seinem allgemein gehaltenen Schuldeingeständnis sowie der Pharisäer mit seiner religiösen Bilanz, säßen laut Gorka einem Missverständnis auf: „Gott belohnt nicht automatisch Frömmigkeit, er ist schließlich keine Maschine.“

Der Glaube dürfe nicht vom Leistungsgedanken getrieben sein, so der Landessuperintendent. „Eine der Errungenschaften der Reformation ist, dass wir Menschen uns Gott nicht gnädig machen müssen.“ Heute sei die bestimmende Frage die nach der Existenz Gottes. Das Verschwinden Gottes würde für Gorka aber auch das Verschwinden der Gnade bedeuten. „Der Rechtfertigungsdruck auf uns wird dadurch immer größer, weil unser menschliches Verhalten permanent vor Gericht steht und die Beweislast für das Gelingen des eigenen Lebens bei uns liegt.“

Das führt den Landessuperintendenten zum abschließenden Punkt: „Es ist ein Wunder, dass Gott es mit uns aushält.“ Die Gnade Gottes sei im reformierten evangelischen Glauben unverdienbar, aber eben auch unverlierbar. Weltlichen Verfehlungen will Gorka damit keinen Freibrief erteilen, sondern daran erinnern, dass „wir weder für Sinn noch Heil unseres Leben selbst aufkommen müssen“.

Für die musikalische Gestaltung des gut besuchten Gottesdienstes sorgten unter anderem Marten Bock und Reinhard Großer mit glanzvollen Trompetenklängen. Kommenden Sonntag ist die Reihe an Superintendentin Katharina Henking aus Alfeld, sie spricht über „Solus Christus – allein Christus“. Beginn ist um 10 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche in Alfeld. Björn Stöckemann

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Bild: Stöckemann

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Viel Aufregung um Merkel und Co.

Rund um die St. Michaeliskirche versammelten sich anlässlich des Versöhnungsgottesdienstes „Healing of Memories“ viele Schaulustige

Hildesheim. Noch nicht einmal Pastoren dürfen an diesem Nachmittag auf den Michaelisplatz. Pastor Johannes Achilles aus der Kirchengemeinde Schellerten nutzte seine Fahrradtour, um einen Abstecher zur St. Michaeliskirche zu machen. Schließlich findet dort an diesem Samstag der ökumenische Versöhnungsgottesdienst zum Reformationsjubiläum statt. Nun bleibt er, wie alle anderen Neugierigen, an der Polizeiabsperrung am Ende der Michaelisstraße stehen. Nichts und niemand soll den reibungslosen Ablauf und die Sicherheit des Gottesdienstes stören.

Immerhin kommt viel Prominenz nach Hildesheim: Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, und Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, leiten den Versöhnungsgottesdienst. Unter den 400 geladenen Gästen sind Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil.

Für die Sicherheit von Gästen und Zuschauern wurden alle Straßen rund um die St. Michaeliskirche für Autofahrer komplett gesperrt. Anwohner mussten ihre Fahrzeuge schon am Tag zuvor umparken. Schaulustige Fußgänger dürfen sich nur noch in der Michaelisstraße, im Langen Hagen und in der Burgstraße aufhalten. Vorher passieren sie einige, teilweise mit Maschinengewehren ausgestattete, Polizisten. "Ich finde die Vorkehrungen gut so", erklärt Pastor Achilles. "Man fühlt sich sicher hier."

Nur wenige Minuten später werden am Langen Hagen hunderte Handys und Fotoapparate in die Höhe gereckt. Soeben ist Kanzlerin Angela Merkel aus ihrem Wagen gestiegen und schüttelt die Hände von Schaulustigen. Besonders freut sich Oliver Salim Ismail. Der junge Mann hat ein Selfie mit der Kanzlerin ergattert und zeigt es aufgeregt einem Freund. Er selbst ist vor nicht allzu langer Zeit nach Deutschland gekommen, von dem Anlass des Gottesdienstes weiß er nichts. Aber: "Angela Merkel ist so eine nette Person."

Das findet auch Iman Ziaudin, die aus Afghanistan geflüchtet ist und für das Michaelis-Weltcafé an einem Stand Kaffee und Kuchen an die Schaulustigen verkauft. Als Angela Merkel vorbeikam, lief sie gleich nach vorne, um ihr die Hand zu schütteln. "Jetzt kann ich mir drei Tage nicht die Hände waschen", erklärt sie lachend. "Für Frauen in Afghanistan ist sie ein großes Vorbild. Durch sie habe ich in meinem Leben Freiheit."

Richard Bruns, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Michaelis-Weltcafés zeigt sich daneben weniger begeistert von der Prominenz, als von dem Anlass des ganzen Trubels: "Ich finde es hervorragend, dass die evangelische und die katholische Kirche nach 500 Jahren voller Krieg und Unheil wieder mehr zueinander finden." Auch dass der Gottesdienst in der St. Michaeliskirche stattfindet, freut Bruns. Schließlich sei die Kirche sowohl Weltkulturerbe als auch ein Simultankirche, in der evangelische und katholische Gottesdienste stattfinden.

Antje Sell nimmt den Gottesdienst sogar zu Hause in ihrem Fernseher auf, um gleichzeitig vor der Kirche Fotos machen zu können. Gerade eben wurde sie von einem NDR-Kamerateam interviewt. "Ich bin wegen dem ganzen Drumherum hier", erzählt sie, noch immer ein wenig aufgeregt. "Es ist schon interessant, die vielen Ehrengäste zu sehen." Dass sie den Gottesdienst trotzdem nicht verpasst, ist für sie selbstverständlich: "Das muss sein. Das ist gelebte Ökumene."

Auch die zahlreichen Besucher der Andreaskirche wollen sich den Versöhnungsgottesdienst nicht entgehen lassen. Dort wird gerade die Dialogpredigt von Bischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx live auf eine Großleinwand übertragen. Die Bänke sind voll besetzt, die Stimmung ist feierlich, wie bei jedem Gottesdienst. Und nach der Predigt stimmen sowohl in der St. Michaelis- als auch in der St. Andreaskirche Katholiken und Protestanten gemeinsam das nächste Lied an. Julia Dittrich

Bilder:

LangerHagen: Am Langen Hagen gab es für Neugierige viel Prominenz zu sehen.

Andreaskirche: In der St. Andreaskirche wird der Versöhnungsgottesdienst auf Großleinwand übertragen. Viele Besucher wollten das Ereignis auf diese Weise miterleben.

Bild: Dittrich

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Mehr als 400 Besucher feierten den ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienstes in der St. Andreaskirche mit

Gottesdienst wurde live aus St. Michaelis übertragen

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers und das Bistum Hildesheim hatten am Samstag, 11. März, gemeinsam zu einer besonderen Fernseh-Live-Übertragung in die Hildesheimer St. Andreaskirche eingeladen:

In der stimmungsvoll beleuchteten Kirche konnte ab 17 Uhr auf einer Großbildleinwand der zentrale ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mitgefeiert werden, der mit den Spitzen beider Kirchen und zahlreichen prominenten Gästen aus der Politik in St. Michaelis in Hildesheim stattfand und von der ARD ausgestrahlt wurde. Viele Gäste und Hildesheimerinnen und Hildesheimer nutzten die Gelegenheit, gemeinsam in der Andreaskirche den Gottesdienst zu erleben. "Das ist fast als wären wir direkt mit in St. Michaelis dabei", so viele Besucher.

„Damit wird ein schönes Zeichen des guten Miteinanders in unserer Stadt Hildesheim gesetzt. Wir freuen uns auf viele katholische und evangelische Christinnen und Christen und den einen oder anderen Neugierigen ohne religiösen Hintergrund oder anderer Religion in Sankt Andreas“, sagte Eckhard Gorka, Landessuperintendent des Sprengels Hildesheim-Göttingen.

Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Mit Pauken und Trompeten und fränkischer Mundart

Julian Knötig in den Dienst als Pastor in der Kirchengemeinde Hohnstedt ordiniert

Ein solches Fest mitsamt Blaskapelle hat die Kirche in Hohnstedt wohl noch nicht gesehen. Zur Ordination von Julian Knötig als Gemeindepastor in den Kirchengemeinden Hohnstedt, Edesheim, Vogelbeck sowie Imbshausen-Denkershausen und Lagershausen hatten sich neben vielen Besuchern aus den Kirchengemeinden auch ein Posaunenchor und eine Blaskapelle aus der fränkischen Heimat des jungen Geistlichen auf den Weg in den Kirchenkreis Leine-Solling gemacht.

 „Sie sind als Vikar der bayerischen evangelisch-lutherischen Landeskirche eingeschlafen und als Pastor unserer hannoverschen Landeskirche wieder aufgewacht“, sagte Superintendent Jan von Lingen in seiner Begrüßung im Festgottesdienst über den ungewöhnlichen Wechsel. Tatsächlich haben die Berufs- und Lebenswege Julian Knötig und seine Frau Elisabeth nach Niedersachsen geführt. Elisabeth Knötig ist vor 26 Jahren in Hildesheim geboren und dort in der Sankt Andreaskirche getauft und konfirmiert worden. Seit Oktober vergangenen Jahres ist sie Vikarin in Einbeck. Ausschlaggebenden Gründe für Südniedersachen war die Möglichkeit für beide, im Pfarramt arbeiten zu können sowie die Schönheit der Landschaft.

„Die Freude unserer hannoverschen Kirche ist umso größer, da wir wissen, dass nach Abschluss ihres Vikariats auch ihre Frau als Gemeindepastorin arbeiten will. Was kann man sich mehr wünschen?“, so Landessuperintendent Eckhard Gorka, der als leitender Geistlicher des Sprengels Hildesheim-Göttingen die Ordination durchführte.

Julian Knötig wurde am 10. April 1987 in Schweinfurt geboren und ist in den Dörfern Thundorf und Oberlauringen in Unterfranken aufgewachsen. Mit seiner Heimat verbindet ihn langes ehrenamtliches Engagement im Posaunenchor und in der Blaskapelle Thundorf. Beide Musikgruppen waren auch mit einem Reisebus zum Ordinationsgottesdienst gekommen. Während der Posaunenchor Oberlauringen den Gottesdienst begleitete, gab die Blaskapelle Thundorf beim anschließenden Empfang eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens. Dass ihr neuer Pastor nicht nur ein Mann des Wortes, sondern auch sicher an der Posaune unterwegs ist, davon konnte sich die Gemeinde gleich live überzeugen. In der unterfränkischen Heimat Julian Knötigs ist die evangelische Kirche viel kleiner als die katholische, deswegen freut sich der neue Niedersachse nun auf die Vielzahl der Kirchen und die vielen unterschiedlichen Angebote in seiner ersten eigenen Kirchengemeinde. Knötig bringt dazu aber auch ökumenische Sensibilität mit: am Gottesdienst nahm auch ein katholischer Augustinermönch in Ordenshabit teil, ein Freund seit gemeinsamen Schulzeiten.

Seit Anfang März bewohnt das Ehepaar Knötig das Pfarrhaus in Hohnstedt, kennengelernt hatten sich die Eheleute während des Theologiestudiums an der Universität Jena. Zwischen Studienbeginn an der kirchlichen Augustana-Hochschule in Neundettelsau und dem ersten theologischen Examen hatte Knötig in Thüringen studiert. Persönliche Freundschaften verbinden ihn eng mit der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

„Die Gemeinde hat Anspruch auf Begleitung. Gerade auch an den Wendepunkten des Lebens und wir haben das Privileg, unsere Gemeinden in solchen Zeiten zu begleiten. Das ist eine große Freude und Ehre und es ist eine große Aufgabe“, so Landessuperintendent Gorka in seinen Worten an den neuen Amtsbruder und die Gemeinde. Er verband seine Wünsche mit der Bitte: „Bleiben sie bei Ihrer fränkischen Mundart!“

Die Verbundenheit zwischen Julian Knötig und den Gemeindemitgliedern in seiner neuen südniedersächsischen Heimat und in der alten fränkischen Heimat, zeigten die herzlichen Grußworte im Anschluss an den Gottesdienst. Pfarrer Friedrich Wagner, der das Vikariat Knötigs geleitet hatte, stellte den Gemeindegliedern eine sicher gute Zusammenarbeit mit ihrem neuen Pastor in Aussicht. Friedrich Lange als Bürgermeister Hohnstedts wünschte dem jungen Geistlichen und seiner Frau ein herzliches Willkommen und lud ein, doch an das ehrenamtliche Engagement anzuknüpfen und in den Vereinen und Verbänden vor Ort mitzumachen. Bürgermeister Peter Marth aus Edesheim erinnerte an die wichtigen Aufgaben, die Kirche in einer Zeit immer schnellerer Veränderungen habe. Er hoffe, dass Kirche den Menschen weiter Halt und Orientierung gebe. Horst Jürgens, Bürgermeister in Vogelbeck, sagte, er freue sich sehr darüber, dass die gemeinsame Pfarrstelle der Dörfer nun wieder besetzt sei. Im warmen Sonnenschein des frühlingshaften Nachmittags konnten dann im Kirchgarten auch die Gemeindemitglieder ihren neuen Pastor hautnah erleben und einige erste Worte mit ihm und seiner Ehefrau wechseln.

Superintendent Jan von Lingen zeigte sich begeistert von den vielen fränkischen Besuchern. Das sei schon eine großartige Sache, dass so viele aus dem fränkischen Heimatdorf und aus der bayerischen Vikariatsgemeinde Julian Knötigs trotz der Entfernung angereist seien, sagte von Lingen. Die Besucher aus der Ferne seien eingeladen, doch von nun an regelmäßig zu den Gottesdiensten nach Hohnstedt zu kommen, so von Lingen mit einem Augenzwinkern weiter.  Und sie seien herzlich eingeladen, wieder ihre Instrumente mitzubringen.

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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