Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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Pastor Moritz geht mit

Thorsten Buck verabschiedet sich nach fünf Jahren aus der Kirchengemeinde Innerstetal

Heinde. Pastor Thorsten Buck wird in der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Innerstetal vermisst werden. Das ist bei seinem Abschiedsgottesdienst deutlich zu erkennen. Rappelvoll ist die Kirche zu Heinde. Um zusätzlich Platz zu schaffen, werden Bierbänke hinter die letzten Reihen gestellt. Auffällig viele Familien mit Kindern und Jugendliche sind gekommen, um sich von Pastor Buck zu verabschieden.

Vor fünf Jahren kam der junge Theologe nach seinem Vikariat in Northeim als Pastor auf Probe in die Gemeinde. Der gebürtige Hannoveraner zog er mit seiner Frau Louisa und den Töchtern Noemi und Marie in das in das Pfarrhaus auf dem Heinder Kirchberg. „Wir haben uns hier gleich wohl und willkommen gefühlt", erinnert er sich. Mit drei Kindern, inzwischen wurde Sohn Mattis geboren, geht es nun wieder ein Stück nach Norden. In Bissendorf in der Wedemark wird er eine neue Pfarrstelle annehmen.

Und mit ihm wird noch jemand die Gemeinde verlassen. Das verkündet Pastor Buck bereits zu Beginn des Gottesdienstes: „Pastor Moritz wird mit nach Bissendorf kommen." Pastor Moritz, eine große Handpuppe mit Talar, kennen die jüngsten Gemeindemitglieder aus der Kinderkirche.

Bucks Arbeit mit Kindern und Jugendlichen lobte dann auch Superintendentin Katharina Henking. Neben der Kinderkirche, der Teamer- und Jugendarbeit hob sie auch das große Tauffest an der Innerste hervor, das Pastor Buck 2015 mitorganisierte. "Mit seinem freundlichen und gewinnenden Wesen öffnet er Herzen und motiviert Menschen zum Mitmachen und Mitreden", so Henking.

In seinen Predigten und in vielen Projekten habe er außerdem viel Kreativität bewiesen, sagte die Superintendentin. Gleichzeitig habe er einen sehr kritischen Geist. „Ein Buck in einem Gremium ist nicht immer bequem. Aber ich möchte keinen seiner Anstöße missen." Der Gemeinde wünschte Katharina Henking, dass sie auch nach dem Abschied von Pastor Buck von seiner Arbeit profitiert. „Wir haben hier nicht nur einen hochbegabten Pastor, sondern auch eine Kirchengemeinde mit ganz viel Potential."

Diese Gemeinde wusste auch Pastor Buck sehr zu schätzen: „Natürlich gehen wir auch schweren Herzens und fragen uns, ob wir mit den Menschen noch einmal soviel Glück haben wie hier." In der nächsten Zeit wird die Gemeinde, die sich aus den Orten Groß Düngen, Heinde, Hockeln, Klein Düngen, Lechstedt und Listringen zusammensetzt, erst einmal ohne Pastor auskommen müssen. Ein Nachfolger für Thorsten Buck wurde bisher noch nicht gefunden.

Dafür gibt Pastor Buck seiner Gemeinde noch etwas mit auf den Weg: „Wenn ich einen Wunsch habe, dann dass wir eine Gemeinde nicht am Pastor messen. Dass Gemeinde auch da sein kann, wo keine festen Mauern sie schützen und niemand Ausschau hält nach dem im schwarzen Talar." Und einen kleinen Trost für die Kinder der Gemeinde hat er dann auch noch dabei. Zumindest für Pastor Moritz gibt es nämlich bereits eine Nachfolge: Pastor Felix, der seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich sieht, wird ihn in Zukunft in der Kinderkirche vertreten. Julia Dittrich

Bildunterschriften:

Großer Abschied: Viele Gemeindemitglieder kamen nach Heinde, um Pastor Buck und seiner Familie auf Wiedersehen zu sagen. Fotos: Dittrich

Pastor Buck präsentiert den Nachfolger für Pastor Moritz: Pastor Felix (links).

Bild: Dittrich

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Jugendmitarbeit in der Kirche als Übung für die Demokratie

Elske Sibberns ist neue Kirchenkreisjugendwartin in Hildesheim-Sarstedt

Hildesheim. Zirkusauftritte gehörten bisher nicht zum Aufgabenbereich von Diakonin Elske Sibberns, aber mit dem Jonglieren hat es bei den ersten Versuchen schon ganz gut geklappt. Die neue Kirchenkreisjugendwartin im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt ist jedenfalls fest entschlossen, den Zirkus MiMa weiterleben zu lassen. Anfang des Jahres ist die 30-jährige Elske Sibberns als Nachfolgerin von Dietrich Waltemate in ihr Büro in der Klosterstraße 6 eingezogen. Die Zirkusarbeit hatte sie sich aber schon in den vergangenen Herbstferien angesehen und war beeindruckt vom Engagement der JugendmitarbeiterInnen und von der Begeisterung der Kinder. Künftig wird MiMa zwar nicht mehr auf Tour gehen, aber fester Bestandteil der Ferienangebote im Freizeitheim Groß Lobke sein.

 Noch ist Elske Sibberns damit beschäftigt, KollegInnen kennenzulernen, sich in den Räumen zurechtzufinden und das umfangreiche Material des Kirchenkreisjugenddienstes zu sichten. Sie freut sich aber schon darauf richtig durchzustarten, bei Schulungen und Freizeiten mit Kindern und Jugendlichen aus dem ganzen Kirchenkreis. Besonders reizt sie dabei die politische Dimension dieser Arbeit. Die Möglichkeiten der Mitbestimmung in der Kirche seien für die jungen Menschen eine gute Gelegenheit, Meinungsbildung und Mitwirkung in einer Demokratie zu üben, Position zu beziehen und Bewusstsein für die eigene Wirksamkeit zu entwickeln: „Verstehen durch Mitmachen“, nennt das die Diakonin.

 Während sie zuvor im benachbarten Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld auch in der Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde sowie in den Gronauer Schulen tätig war, ergriff die Diakonin daher nun die Chance, durch einen Wechsel nach Hildesheim-Sarstedt nur noch auf Kirchenkreisebene zu arbeiten. Dass ihr das gefallen würde, hatte sie 2014 schon während ihres Anerkennungsjahres in Ronnenberg festgestellt. So möchte sie zum Beispiel gern wieder einen Jugendkonvent ins Leben rufen, also eine Vertretung der Jugendlichen aller Gemeinden im Kirchenkreis. Die könnten dann selbst bei der Auswahl und Gestaltung von Projekten und Angeboten mitreden: „In jedem Kirchenkreis sollte es einen Jugendkonvent geben“, findet Elske Sibberns.

 Die Diakonin ist auf einem Bauernhof in Dorum aufgewachsen, gelegen zwischen Cuxhaven und Bremerhaven in Sichtweite des Nordseedeiches. Evangelischer Kindergarten, Kindergottesdienste, Konfirmation und Mitarbeit als Teamerin erschienen selbstverständlich, doch dass ihre berufliche Zukunft in der Kirche lag, war ihr damals noch nicht klar. Stattdessen machte Elske Sibberns nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten.

 Doch sie merkte bald, dass ihr eigentliches Interesse nicht den Rechtsvorschriften galt, sondern den Menschen und deren Gründen, die sie zum Besuch einer Anwaltskanzlei trieben – sie wollte im Sozialbereich arbeiten. Elske Sibberns holte ihr Abitur nach und absolvierte in Hannover das Studium der Religionspädagogik und Sozialen Arbeit. Während des Studiums lernte sie auch ihre Partnerin kennen, mit der sie jetzt in Hannover-Kleefeld  zusammenlebt. Der Weg nach Hildesheim sei von dort kein Problem und das Stadtleben gefalle ihr inzwischen sehr gut, sagt die Diakonin. Und wenn sie sich doch mal danach sehne, vom Muhen einer Kuh geweckt zu werden, besuche sie ihre Familie im Norden.            Wiebke Barth

 

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Bild: Barth

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Gemeinsam für die Gemeinde

Alexandra Beiße ist neue Pastorin der evangelischen St.-Andreas-Gemeinde in Harsum und der St. Martinsgemeinde in Bavenstedt

Harsum. Gemeinsam und für alle, so will Alexandra Beiße die kommenden Jahre gestalten. Die 42-Jährige tritt gerade ihren Dienst als Pastorin der evangelischen St.-Andreas-Gemeinde in Harsum an. „Ich wünsche mir, dass ich hier viele Menschen treffe, die Lust haben, mitzumachen“, strahlt das neue Gesicht in der Gemeinde.

Zwei Arbeitsfelder liegen Beiße besonders am Herzen. Zum einen ist da die Jugendarbeit. Über diese ist sie überhaupt zu ihrem Beruf gekommen. Sie war selbst viele Jahre beim Zirkus Regenbogen, einem Projekt der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Georgsmarienhütte, aktiv. 2002 startete die gebürtige Georgsmarienhütterin ins Vikariat – in Harsum. „Die Jugendarbeit , die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und das Projekt mit dem Hildesheimer Kindermitmachzirkus MiMa gehören zu den prägendsten Erinnerungen aus dieser Zeit“, verrät Beiße.

Anschließend ging sie nach Bad Lauterberg im Harz. In den elf Jahren dort lernte sie die Arbeit mit Heranwachsenden weiter schätzen. „Es ist wundervoll, die Gemeindemitglieder von Kindesbeinen an bis zu Konfirmation zu begleiten“, strahlt Beiße. Zum Abschied schenkte ihr eines der Krippenspielkinder einen Engel, der einen Ehrenplatz am Christbaum bekam. Der Abschied von den 2400 Mitgliedern ihrer ehemaligen Gemeinde fiel ihr nicht leicht, „aber ich freue mich trotzdem auf den Neuanfang“.

Der zweite Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Seelsorge. Drei Jahre war sie als Krankenhausseelsorgerin tätig, zusätzlich zu der Pastorinnenstelle wird Beiße als Notfallseelsorgerin für den Sprengel Hildesheim-Göttingen arbeiten. „Das gehört für mich einfach zusammen“, findet sie. Schließlich ist niemand vor plötzlich Unglücksfällen gefeit, und Beiße will vorbereitet sein, wenn jemand in schweren Momenten bei ihr Trost und Halt sucht. Menschen jeden Alters, jeder Konfession und jeder Herkunft gilt es dabei zu begleiten.

Im Grunde liebt Beiße jeden Teil ihrer Arbeit. Die Gottesdienste – mal still und meditativ, dann wieder laut und mitreißend. „Ich möchte diese Anlässe mit den Gemeindemitgliedern gemeinsam feiern. Gottesdienst war für mich nie, dass immer nur einer vorne steht und predigt“, verspricht sie. Aber sie möchte es behutsam angehen lassen. In ihren ersten Wochen will sie die Gemeinde kennenlernen, die Ökumene, die Politik, das bürgerliche Engagement. „Dann möchte ich gemeinsam Ideen entwickeln, die hier für alle und mit allen funktionieren“, plant sie.

Besonders auf die neue Wirkstätte mit dem idyllischen Dorfleben und der weiten Natur herum dürften sich auch Maya und Paula freuen. Der Beagle und der Labrador halten Beiße und ihren Mann seit Jahren auf Trab. Genauso lebendig und fröhlich hat Beiße auch Harsum in Erinnerung. Der kommenden Zeit blickt sie dementsprechend gespannt entgegen. Vor ihrem offiziellen Einführungsgottesdienst haben sie bereits die Eltern der derzeitigen Konfirmanden kennengelernt. Denn kaum angekommen, steckt Beiße schon mitten drin in der Jugendarbeit und plant die Konfirmandenfreizeit.

Info-Abspann:

Der Einführungsgottesdienst von und mit Pastorin Alexandra Beiße findet am Sonntag, 15. Januar, um 15 Uhr in der St. Andreas-Kirche von Harsum statt.

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Bild: Stöckemann

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Wiederentdeckung der Freiheit durch Hits

Universitätschor probt für das Mammut-Pop-Oratorium „Luther“ / Am 30. März in Hildesheim

Hildesheim. „Vorsicht, die Nummer ist gefährlich“, warnt Jochen Arnold den Uni-Chor. Da kann zwar nichts anbrennen oder explodieren. Aber die Verlockung ist groß, dass die einzelnen Stimmen einander davon laufen, weil die rasant abwärts springenden Tonfolgen dazu reizen, das Tempo anzuziehen. Die 50 Sängerinnen und Sänger versuchen es noch einmal, jetzt ist der Dirigent zufrieden: „Das ist gut jetzt, richtig cool. Wir sind ganz nah dran.“

Jochen Arnold, hauptberuflich Direktor des Michaelisklosters, ist einer von den drei Leitern des Mammutprojekts „Luther“, das die evangelische Landeskirche ab Januar auf die Bühne bringen will: Ein Pop-Oratorium mit Orchester, Band, SolistInnen – und rund 3000 ChorsängerInnen aus allen Teilen der Landeskirche zwischen Emden und Göttingen. Jetzt bereiten sie sich noch in kleineren Gruppen vor. Eine davon ist der Universitätschor, der sich seit dem Herbst in die Feinheiten und Tücken des Stücks von Michael Kunze und Dieter Falk vertieft.

„Mit so vielen Menschen gemeinsam zu singen, das macht eine Gänsehaut“, sagt eine Sängerin, die schon vor fünf Jahren beim großen Popmusical „Die 10 Gebote“ mitgewirkt hat. Die Zusammenarbeit mit den Profis, die die Solopartien singen und auch die einzelnen Chorgruppen verstärken, ist für eine andere Teilnehmerin besonders faszinierend. „Das ist auch ein interessantes Libretto. Da taucht man in diese vielschichtige Figur und auch in den Zeitgeist von damals ein“, sagt eine dritte. „Man kriegt einen anderen Zugang, bestätigt ein Sänger.

Für eine Studentin bietet „Luther“ die Chance, einen Beitrag zum großen 500-jährigen Reformationsjubiläum zu leisten. Eine Kommilitonin hat eher musikalische Gründe: „Für mich ist es eine Herausforderung, mal etwas zu singen, das mehr aus der Pop-Richtung kommt und nicht aus der Klassik.“

Jochen Arnold reizt gerade diese Mischung unterschiedlichster Aspekte: die Arbeit mit einem so riesigen Ensemble, die Musik – „Es gibt Hits, richtige Ohrwürmer“ – und die Botschaft: „Ich hatte große Lust, Luther für die Gegenwart neu zu entdecken. Es ist ein Widerspruch zu dem, was sonst so laut ist in dieser Welt. Im Grunde geht es um die Wiederentdeckung der Freiheit. Nämlich der Freiheit, die von Gott geschenkt ist.“

Im Mittelpunkt der Handlung steht Martin Luther, der 1521 vor dem Reichstag von Worms aufgefordert ist, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. Mit Rückblenden und Ausblicken rund um das dortige Geschehen erzählt das Pop-Oratorium von Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche.

Diese Geschichte, in die Michael Kunze auch fiktive Elemente eingebaut hat, belebt Dieter Falk mit Songs, die im weitesten Sinne Pop sind, aber auch von Blues-, Jazz- und Musicaleinflüssen leben. Für den Chor bedeutet das ein gehöriges Feintuning. Blue Notes, chromatische Abgänge, sogar das gefürchtete Tritonus-Intervall sind zu bewältigen. Doch die Mühe lohnt sich. Wer hätte gedacht, dass eine Zeile wie „In Worms ist Reichstag“ so swingen kann? Aber es geht ja auch nicht um trockene Theologie, sondern es wird regiert und intrigiert, „hier wird geliebt, hier wird gehasst.“ Ralf Neite

Info-Abspann:

Die ersten Aufführungen sind am 14. und 15. Januar in der TUI Arena Hannover. Am 30. März um 19.30 Uhr ist „Luther“ in der Sparkassen-Arena Hildesheim zu erleben. Weitere Aufführungen in Aurich (Stadthalle 31.03.2017), Loccum (Sporthalle 01.04.2017) und Celle (Congress-Union 02.04.2017). Karten zum Preis von 21 Euro (ermäßigt 17 Euro) gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

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Bild: Neite

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Posaunenchor Fredelsloh mit neuen Gewändern

Farbe der Landeskirche schmückt Musikerinnen und Musiker

Der Posaunenchor Fredelsloh wurde von der eigenen Kirchengemeinde Leine-Weper zu Weihnachten beschenkt. Am ersten Weihnachtstag bekamen die Musikerinnen und Musiker im Festgottesdienst in der Klosterkirche Fredelsloh eine neue Jacke in der Farbe der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. „Diese lila Oberteile sollen nicht nur gut aussehen, sondern auch in dieser Jahreszeit vor Kälte schützen“, freut sich Posaunenchorobmann Bernd Henne.
Der Posaunenchor Fredelsloh ist einer der größten und besten Posaunenchöre Südniedersachsens und hat unter seinem musikalischen Leiter Andreas Wiese (auf dem Foto dritter von rechts) erfolgreich viele Gottesdienste und andere Ereignisse mitgestaltet.

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Bild: Superintendentur Leine-Solling

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Nachwuchstheologen aus dem Kirchenkreis Leine-Solling freuen sich über Unterstüzung

15 Theologiestudierende besuchten die Superintendenten Stephanie und Jan von Lingen

Zu Weihnachten schneiten sie herein: 15 Theologiestudierende des Kirchenkreises Leine-Solling trafen sich zu einer Weihnachtsfeier in der Superintendentur in Northeim. Viele von ihnen bereiten sich auf den künftigen Dienst als Pastorinnen und Pastoren der evangelischen Kirche vor, andere planen zunächst eine wissenschaftliche Laufbahn oder werden Religionslehrer. Auch zwei Studierende für soziale Arbeit und Religionspädagogik waren zu Gast.

Bei Kaffee, Tee und Kuchen kamen die jungen Theologinnen und Theologen mit Superintendentenehepaar Stephanie und Jan von Lingen ins Gespräch über das Reformationsjubiläum und die Zukunft der Kirche. Viele studieren in Göttingen, andere hat es nach Rostock oder Wuppertal geführt. Wie in jedem Jahr unterstützt der Kirchenkreis die Studierenden mit einem Bücherspende von 150 Euro. Insgesamt sind beim Kirchenkreis 29 Theologiestudierende gemeldet. "Wir freuen uns, dass nicht zuletzt die aktive Jugendarbeit zwischen Northeim, Uslar, Moringen und Einbeck so viele junge Menschen zum Studium der evangelischen Theologie motiviert", so Stephanie von Lingen. "Wer weiß, ob nicht der eine oder die andere in unseren Kirchenkreis zurückkehrt", ergänzte Jan von Lingen.

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Bild: Superintendentur Leine-Solling

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Fürchtet euch nicht

 ‚Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren. Christus, der Herr!‘

Noch Mitte Dezember hätte ich mir nicht vorstellen können, dass es so schwer sein würde, diese bekannten Zeilen aus dem Lukasevangelium aufzuschreiben und über sie nachzudenken. Aber jetzt stehen die Bilder der Verwüstung und Zerstörung aus Berlin vor unseren Augen. Und unsere Gedanken sind bei den Menschen, die sinnlos gestorben sind oder in den Krankenhäusern um ihr Leben ringen. Und bei denen, die Trauer und Leid tragen. Die Verachtung und der Hass, die jemand hegen muss, um einen LKW als Mordinstrument zu missbrauchen, sind entsetzlich und machen uns rat- und sprachlos. Viele haben Angst vor Gewalt, die unkalkulierbar ist und wahllos Menschen trifft. Frauen, Männer und Kinder. Einheimische und Fremde, Glaubende und Nichtreligiöse. Nur, weil sie sich gerade an einem bestimmten Ort aufhalten, werden sie zu Opfern.

"Fürchtet Euch nicht!" Wäre dies nur eine Aufforderung, einfach keine Angst zu haben, würde sie vermutlich wenig bewirken. Appelle allein richten gegen Ängste wenig aus. Es braucht mehr als Worte, um Angst zu vertreiben. Es braucht die Erfahrung, dass da jemand an meiner Seite ist und mit durchsteht, was mich betrifft. Eine Hand im Rücken, die mich aufrichtet. Einen Blick, der mir wieder Mut macht.

Deshalb geht die Weihnachtsbotschaft ja auch weiter. In der Geschichte vom Kind Jesus in der Krippe. Diese Geschichte erzählt für mich zweierlei.

Das Erste: Vor einem Kind muss sich niemand fürchten. Kinder wecken in uns Erwachsenen ganz andere Empfindungen. Vor allem den Wunsch zu schützen und zu lieben. Vor einem Kind können wir unsere Ängste zulassen und dann auch loslassen.

Gott als ein wehr- und schutzloses Kind. Das ist das Zweite, was die Weihnachtsgeschichte zeigt. Wollte man fragen, was Gott sich dabei gedacht hat, ausgerechnet so zur Welt zu kommen, dann hieße die Antwort: Nur so, nämlich wehrlos und gewaltlos, kann der Teufelskreis von Angst, Gewalt und Hass unterbrochen werden.

Dafür steht das Kind in der Krippe, das dann später als Mann am Kreuz endet. Wie das Kind in der Krippe steht der gekreuzigte Jesus für eine unüberbietbare Solidarität Gottes zu uns Menschen: Auch in der extremen Einsamkeit des Todes, da, wo jeder Sinn entschwindet und jeder Kontakt abbricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass wir nicht allein gelassen sind. Gott teilt auch diese Erfahrung mit uns und steht uns bei. Gott setzt sich in dem Kind in der Krippe selber dieser Welt mit all ihren Schattenseiten aus. Er verzichtet darauf, Hass und Gewalt mit ihresgleichen zu beantworten. Bei Gott laufen sie ins Leere.

Das Kind in der Krippe will uns ermutigen. Gegen all unsere Angst. Und es will uns mitnehmen auf seinen Weg. Die hoffnungsvolle Wahrheit von Weihnachten will uns selber zu Hoffnungsträgern machen. Zu Leuten, die dem Frieden Gottes mehr zutrauen als menschlichen Verabredungen. Zu Menschen, die Brücken der Verständigung und des Miteinanders bauen. Als solche werden wir gebraucht. In der Familie und in der Nachbarschaft, in Stadt und Land. Gerade an Weihnachten. Und auch danach. Im zu Ende gehenden Jahr hat es bei uns - Gott sei Dank - viele Menschen gegeben, die für andere zu Hoffnungsträgern geworden sind und es mit der Angst aufgenommen haben. Sie werden auch im neuen Jahr gebraucht, seit einer Woche noch einmal mehr.

Auch die Jahreslosung für 2017 macht dazu Mut. „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Das ist eine weitere Auslegung der alten und zugleich hochaktuellen Weihnachtsbotschaft: "Fürchtet Euch nicht!"

Deshalb, trotz und in allem:

Frohe und gesegnete Weihnachten!

Landessuperintendent Eckhard Gorka, Hildesheim

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Gottesdienste sind klarer, schöner und stimmiger geworden

EKD-Vizepräsident Thies Gundlach verabschiedete Folkert Fendler als Leiter des Zentrums für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst

Hildesheim. Mit einem Gottesdienst in der Hildesheimer Michaeliskirche hat am vergangenen Montag Dr. Thies Gundlach, Vizepräsident des Kirchenamts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. Folkert Fendler als Leiter des Zentrums für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst verabschiedet. Fendler tritt am 1. Januar 2017 die Leitung des Pastoralkollegs Niedersachsen in Loccum an.

Der aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg stammende Fendler war 2009 als Leiter des Zentrums für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst eingeführt worden. Dieses, gegründet als eines der Reformzentren der EKD, ist am Michaeliskloster Hildesheim angesiedelt. Genauso wie die anderen EKD-Zentren, zu denen u.a. das Zentrum für evangelische Predigtkultur in Lutherstadt Wittenberg gehört, basiert es auf dem Impulspapier „Kirche der Freiheit“, das 2006 maßgeblich durch Gundlach für die EKD angestoßen worden war. Auf diese Bezüge kam der EKD-Vizepräsident nun noch einmal in seiner Verabschiedung Folkert Fendlers zu sprechen. 2009 habe der damalige Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, Fendler als Leiter des Gottesdienstzentrums auf der Kasseler „Zukunftswerkstatt“ der EKD eingeführt, dabei sei damals der Begriff der „Qualitätsentwicklung“ für den evangelischen Gottesdienst durchaus ein umstrittener gewesen. Dass es Fendler gelungen sei, in den zurückliegenden sieben Jahren den Begriff Qualität nicht mehr als möglichen Angriff auf die Arbeit der Pastorinnen und Pastoren, sondern als hilfreichen Qualitätsbegriff für die Kirche zu definieren, dafür sei die Evangelische Kirche aufrichtig dankbar. Zwar habe sich der Gottesdienstbesuch nicht so gesteigert wie im Impulspapier erhofft, so Gundlach weiter, aber die Gottesdienste in den evangelischen Kirchen seien klarer, stimmiger und auch von der ästhetischen Dimension her schöner geworden.

Auf die Kennzeichen einer guten Gottesdienstgestaltung ging Folkert Fendler noch einmal in seiner Predigt ein. Im Spannungsfeld der „3G“, nämlich „Gewissheit, Gemeinschaft und Geheimnis“ gelte es den Gottesdienst zu entwickeln und sich dabei auf Breite, Länge, Höhe und Tiefe des gemeinsamen Singens und Feierns einzulassen. Genau so habe es der Apostel Paulus seinen Gemeinden empfohlen und es vorgemacht. Fendler dankte dem Team des Gottesdienstzentrums in Hildesheim für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung in den vergangenen Jahren. Da er sich aber auch auf die neuen Aufgaben im Loccumer Pastoralkolleg freue, könne er mit lachendem Auge dankbar zurück auf die Zeit in Hildesheim und mit lachendem Auge den Aufgaben in Loccum entgegenschauen.

In Loccum übernimmt Pastor Folkert Fendler zum 1. Januar 2017 die Leitung des Pastoralkollegs Niedersachsen, der gemeinsamen Fortbildungseinrichtung in Loccum für Pastorinnen und Pastoren und Diakoninnen und Diakone der braunschweigischen, hannoverschen, oldenburgischen und schaumburg-lippischen Landeskirche.

Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Dienst am Wort und Dienst am Menschen

Pastorin Hanna Wagner in Hackenstedt als Gemeindepastorin eingeführt

 Holle. „Eigentlich ein ganz normaler Gottesdienst“, sagt Hanna Wagner rückblickend beim gemeinsamen Imbiss im Pfarrhaus in Hackenstedt. Es gibt wärmende Suppe, Getränke und viele gute Gespräche. Wagner ist nun offiziell Gemeindepastorin für die Kirchenregion Holle mit den Gemeinden Hackenstedt, Sottrum, Silium, Grasdorf, Heersum, Luttrum und Holle. Zuständig für die Gemeinden ist sie zusammen mit Pastor Peter Michael Wiegandt. Drei Jahre hat sie nach ihrer Ordination schon in der Region verbracht. „Ich bin nun angekommen und habe auch viele neue Freunde gefunden“, sagt Wagner zu ihrer Entscheidung, ihr Amt hier weiterzuführen. Ihr dreijähriger Sohn geht in den Kindergarten vor Ort.

 Über den Entschluss freuen sich die Kirchenvorstände sehr, das ist in den Grußworten nach dem Einführungsgottesdienst deutlich zu hören. Sie führe vieles im Gemeindeleben fort, habe dabei aber auch Neues angeschoben: Zum Beispiel die regelmäßige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, vor allem in Sottrum. Natürlich habe sie nach drei Jahren auch gesehen, wo mehr getan werden müsse: „Die Bereichsdienste, da haben wir noch Bedarf“, sagt Wagner, und meint die Besuche zu Geburtstagen und anderen wichtigen Anlässen.

 Die Termine für 2017 habe sie schon fest im Blick: So etwa eine Gemeindefahrt nach Wittenberg, ein großes Sommerfest sowie der Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil. „Der wird in der Urbanikirche in Heersum predigen, am 22. Januar 2017“, so Wagner. Ein Gemeindemitglied habe den Besuch organisiert.

 Eine Besonderheit habe es doch noch in ihrem Einführungsgottesdienst gegeben, meint Wagner: Der Kirchenchor der Gemeinde Hackenstedt, unter der kommissarischen Leitung von Lieselotte Lerch hat für die musikalische Untermalung gesorgt, mit Gitarrenbegleitung und auch einem gemeinsam angeleiteten Kanon.

 Sie freue sich sehr, sagte Katharina Henking, Superintendentin des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld, bei der Einführung in der Pauluskirche. Nicht nur darüber, dass das Besetzungsverfahren so geräuschlos abgelaufen sei, sondern auch über Hanna Wagner persönlich: „Schon bald nach dem Beginn der Probezeit wurde deutlich: Hier ist eine Pastorin am Werk, die den Dienst der Verkündigung richtig gut macht“. Sie bereite sich intensiv vor, und sie finde und setze auch theologisch klug und feinsinnig die Worte.

 Katharina Henking betonte, dass das Amt der Gemeindepastorin immer zwei Seiten der Verantwortung darstelle: „Es ist Dienst am Wort und zugleich immer auch Dienst am Menschen.“ Nicht nur theologische Fähigkeiten seien da gefragt, auch menschliche. Ein ständiger Balanceakt sei das: „Der Beruf einer Pastorin ist schön und schwer zugleich“. Vor allem aber die vielen helfenden Menschen guten Willens seien wichtig, die mit zupackten und da seien, so die Superintendentin zum Schluss ihrer Predigt: „Sie bereichern hier gemeinsam mit den beiden amtierenden Pastoren und dem Diakon der Region das kirchliche Leben.“

 Pastorin Wagner sprach in ihrer Predigt von dem bevorstehenden Weihnachtsfest und der Jungfrauengeburt Marias. Diese Besonderheit stehe nicht unbedingt für etwas Biologisches, sondern etwas Geistliches: „Es soll besagen, dass etwas ganz Neues in die Welt kommt, das nicht männlicher Macht entspringt. Das Neue kommt durch die Kraft des Geistes zur Welt“, sagte Hanna Wagner. Die Umstände von Marias Schwangerschaft deuteten darauf hin: Hier werde das Leben nicht weiter in gewohnten Bahnen verlaufen, sondern Gott habe eingegriffen und einen Schnitt gemacht. 

Bild: Florian Aue

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St.-Andreas-Kirche live auf Sendung

Deutschlandfunk überträgt Gottesdienst aus Hildesheim

 Hildesheim. Es ist zehn Uhr am vierten Adventssonntag in der St.-Andreas-Kirche in Hildesheim. „Normalerweise würde jetzt der Gottesdienst anfangen“, erklärt Pastor Jan Diekmann den Gemeindemitgliedern scherzhaft. „Aber wir sind ja im Deutschlandfunk, darum kommen jetzt erst einmal die Nachrichten.“ Diekmann ist Leiter der evangelischen Radiokirche im NDR. Er ist verantwortlich für diesen Gottesdienst, der in ganz Deutschland zu hören sein wird. Der Deutschlandfunk überträgt an diesem Sonntag live aus der Andreaskirche.

 Viele Mikrofone sind in der Kirche verteilt, draußen steht der Übertragungswagen bereit. Gerade hat die Kantorei unter Leitung von Bernhard Römer noch die letzten Minuten zum Proben genutzt. Nun bleiben noch weniger als fünf Minuten bis zur Liveübertragung. Für Pastor Detlef Albrecht, der die Predigt halten wird, ist das der erste Radiogottesdienst. Trotzdem sieht er dem Ganzen gelassen entgegen: „Natürlich ist es etwas Besonderes, wenn man weltweit gehört werden kann. Aber die Generalprobe war sehr gut. Darum bin ich zuversichtlich.“ In den letzten Wochen hat er gemeinsam mit Diekmann und Römer den Gottesdienst geplant und vorbereitet.

 Das Publikum vor den Radios sorgte dabei für einige besondere Herausforderungen. „Da die Menschen einen nicht sehen können, muss man sie besonders persönlich und konkret ansprechen“, erklärt Albrecht. „Alles was sonst gesehen wird, muss ins Hören übersetzt werden“, ergänzt Diekmann. Außerdem sei ein Radiogottesdienst viel kleinteiliger. Musik und Sprache wechselten sich häufiger ab. Nur eineinhalb bis zwei Minuten sind die einzelnen Text- und Musikpassagen lang. Für Pastor Albrecht ein ungewohnter Ablauf: „Aber wenn man sich einmal darauf einlässt, funktioniert es gut.“

 Kantor Bernhard Römer konnte dagegen schon reichlich Erfahrungen mit Liveübertragungen sammeln. Schon sieben oder acht Mal sei er an Radio- und Fernsehgottesdiensten beteiligt gewesen, erinnert er sich. „Da stellt sich schon eine gewisse Routine ein. Man weiß, worauf es ankommt.“ Trotzdem müsse die Kantorei zu diesen Gelegenheiten immer besonders aufmerksam sein, damit alles reibungslos klappe.

 Darum stimmt Pastor Diekman auch die Gottesdienstbesucher und -besucherinnen auf das Kommende ein, bevor die St.-Andreas-Kirche live auf Sendung geht. „Ich wünsche mir, dass das was sie heute hierher geführt hat, auch die erreicht, die von zu Hause zuhören. Sie werden durch diesen Gottesdienst mit Menschen in Kontakt treten, die im Auto sitzen, krank sind oder einfach zu Hause ihren Kaffee trinken.“ Schnell wird noch einmal gemeinsam die erste Strophe von „Tochter Zion“ geprobt. „Aber kräftig singen!“, ermahnt Diekmann die Gemeinde, dann geht es los.

 Thema des Gottesdienstes sind Erwartungen an das Weihnachtsfest und an Gott. Die Lektoren aus dem Kirchenvorstand, Christel Henze, Ekkehardt Palandt und Christine Schuder-Franzmann, teilen ihre Erfahrungen mit dem Feiertagsstress vor Weihnachten und mit Hoffnungen und Erwartungen im Alltag.

 Pastor Albrecht erinnert sich in seiner Predigt an sein ruhigstes Weihnachten: „Einen Tag vorher ist die ganze Familie krank geworden.“ Die Enttäuschung sei groß gewesen. „Aber es war auch sehr ruhig und besinnlich.“ Das habe ihn nachdenklich gemacht. „Es ist nicht immer einfach, wenn Menschen an Weihnachten zusammen kommen. Jeder bringt seine Erwartungen mit.“ Albrecht nutzt die Predigt um die Gemeinde und die Zuhörenden aufzurufen, an die zu denken, die mit besonderer Sorge auf das Weihnachtsfest blicken. Viele Menschen seien allein, hätten vielleicht gerade den Partner verloren. „Geben Sie ein Zeichen. Rufen Sie an, laden Sie zum Kaffee ein. Sie werden selber reich beschenkt werden.“       Julia Dittrich

Bild: Julia Dittrich

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