Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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„Mit Saiten und Pfeifen“

Konzert für Viola und Orgel in St. Mauritius Hardegsen am Sonnabend, 16. September

Am Sonnabend, 16.09.2017, findet um 20.00 Uhr in der St.-Mauritius-Kirche Hardegsen, Kirchstraße 2, ein Konzert für Viola und Orgel statt. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende für die St. Mauritius-Stiftung gebeten, die auch dieses besondere Konzert veranstaltet. Die Stiftung dankt der KreisSparkasse Northeim für die Förderung dieser Veranstaltung.

Zu Gast ist Semjon Kalinowsky (Bratsche) aus Lübeck. Als leidenschaftlicher Vertreter seines Instruments, versucht er durch rege Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker in Norwegen, Polen, Luxemburg, Ungarn, Deutschland, Schweden, Türkei, Russland, Dänemark, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Finnland, der Schweiz und Israel die Viola von der Patina der abschätzigen Vorurteile (im Gegensatz zur Violine) zu befreien. 

Als Mitglied des Trio Arpeggione (Violine, Viola, Gitarre) rief er vergessene Stücke in Erinnerung und ließ Bekanntes ungewöhnlich erklingen. Andere kammermusikalische Schwerpunkte bilden heute die durch viele Repertoire-Neuentdeckungen angeregte Duotätigkeit mit seiner Frau, der Pianistin Bella Kalinowska, sowie Kammermusik für Viola und Orgel. Dabei gilt sein besonderes Interesse dem Aufspüren alter Notenmanuskripte in europäischen Musikbibliotheken.

Zu den Höhepunkten der letzten Konzertsaison gehörten seine Auftritte mit renommierten Organisten im Rahmen von Festivals wie Wuppertaler Orgeltage, Orgelfestival Rønne (Bornholm, Dänemark), IDO Düsseldorfer Orgelfestival, Bach-Tage Aachen, Orgelfestwochen Rheinland-Pfalz, Jewish Musik Days (Haifa, Israel), Orgelsommer Lübeck, Orgelsommer Darmstadt, Pargas Orgeldagar (Finnland). 

Als Bearbeiter und Herausgeber hat er in Zusammenarbeit mit Musikverlagen, u. a. mit Robert Lienau (Frankfurt), Peters (Leipzig), Hofmeister (Leipzig), Schott (Mainz), Bärenreiter (Kassel) dazu beigetragen, das Viola-Repertoire mit neuen Werken zu bereichern.

Semjon Kalinowsky erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik Lemberg. Als Stipendiat des Polnischen Kulturministeriums absolvierte er an der Staatlichen Musikakademie Danzig sein Aufbaustudium.
Semjon Kalinowsky spielt eine Viola von Johann Baptist Schweitzer, 1817.

Fredrik Albertsson (Orgel), schwedischer Konzertorganist, Studium an der Musikhochschule in Stockholm (Olle Scherwin, Anders Bodeman), Aufbaustudium in Göteborg (Hans Davidsson), Konzertexamen (Diplomorganist) 1994, Konzerttätigkeit in Schweden, Norwegen, Belgien, Irland, Italien, Litauen, Niederlande, Polen, Deutschland, USA. Seit 1995 Anstellung als Organist in Vetlanda pastorat (in der schwedischen Provinz Jönköpings län, historische Provinz Smaland).

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Bild: Kirchenkreis Leine-Solling

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„Ziemlich coole und starke Texte“

Resonanz auf den Rede-Wettbewerb „Sprich-Worte“ übertrifft Erwartungen

Hildesheim. 68 Einsendungen zum Rede-Wettbewerb „Sprich-Worte“: „Das hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen“, sagt der Schulbeauftragte in der Region Hildesheim, Peter Noß-Kolbe. Zum 500. Gedenken an Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 sollten neue Reden entstehen, geschrieben von jungen Menschen ab der neunten Klasse. Sie sollten sagen, wofür sie heute stehen, was ihnen wichtig ist und in welcher Welt sie leben wollen. Herausgekommen ist ein buntes Sammelsurium von Texten und Themen, geschrieben von Schülern aus Hildesheim, Sarstedt und Alfeld. Mitveranstalter Dirk Brall vom Literaturhaus St. Jakobi hat sie bereits gesichtet und freut sich, dass viele sehr gute Texte eingegangen sind.

Sie erzählen von ganz persönlichen Geschichten, auch von negativen Erfahrungen wie Neiddebatten in den social media. Globale ökologische Themen sind genauso dabei wie die Flüchtlingsfrage, Fahrradfahren in Hildesheim genauso wie der Einsatz dafür, dass Frauen endlich das gleiche Gehalt wie Männer bekommen sollen. Immer wieder spielen kirchliche Themen eine Rolle. Und es gibt auch erste Ideen, wie die Welt ein kleines Stück lebenswerter werden kann.

„Ich finde, es sind ziemlich coole und sehr starke Texte dabei entstanden“, sagt Annegret Warneke. Die Lehrerin vom Andreanum in Hildesheim hat Schülerinnen und Schüler aus ganz verschiedenen Jahrgangsstufen motiviert, an dem Wettbewerb teilzunehmen. „Fast schade, dass nur sechs Beiträge ausgewählt werden für das Finale am 20. Oktober, wenn so viele mitgemacht haben“, fügt die Lehrerin hinzu.

Insgesamt haben Schülerinnen und Schüler aus 25 Klassen und Kursen bei den SprichWorten teilgenommen. Sie kommen aus sieben verschiedenen Schulen, darunter vier Gymnasien, zwei Berufs- und eine Fachschule. „Die Schülerinnen und Schüler haben sich fantastisch auf den Wettbewerb eingelassen“ sagt Sabine Schreiner vom Gymnasium Josephinum und erzählt, dass aus den Reden bereits richtige Projekte entstanden sind, die die Schule im nächsten Frühjahr ganz konkret umsetzen will.

„Von wegen, alles nur Gerede“, sagt Peter Noß-Kolbe, „daran kann man sehen, dass wie schon vor 500 Jahren die richtigen Worte zur richtigen Zeit eine Menge bewirken können und echte Taten folgen. Wenn ich die ganzen Texte anschaue, staune ich über die Kreativität, den Mut und das Engagement der jungen Menschen“. Annegret Warneke betont, dass junge Leute – auch schon in Jahrgang 9 - zu ihrer Welt wirklich etwas zu sagen haben und dass sie eine Meinung haben, dass ihnen vieles wichtig ist und dass ihnen die Gegenwart und die Zukunft eben gerade nicht egal sind, sondern dass sie mitgestalten und gehört werden wollen.

Was die jungen Leute genau zu sagen haben, kann man am 20. Oktober um 18 Uhr im Literaturhaus St. Jakobi in Hildesheim hören. Dort werden die besten sechs Beiträge live vorgestellt. Eine Jury aus Astrid Reibstein Chefdramaturgin am TfN, Prof.Dr. Christian Schärf Direktor des Literaturinstituts Hildesheim, Superintendent Mirko Peisert von der Evangelischen Kirche und Projektmanagerin Sarah Patzak vom Literaturhaus wählt die besten Texte aus, es winken 1000€ als Preisgeld für den ersten Platz.

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Beim Vorgänger, dem bundesweiten Wettbewerb „Jugend predigt“ im Jahr 2015, wurde Katharina Filges (Mitte) als Siegerin gekürt. Foto: Privat

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Bild: Privat

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Glaube - Hoffnung - Nächstenliebe

"Tag der Diakonie 2017" am Samstag, 9. September vor dem Alten Rathaus in Göttingen

Jedes Jahr veranstaltet die Diakonie in Niedersachsen die "Woche der Diakonie". In diesem Jahr steht sie unter dem Motto „Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe“.

In Göttingen ist am Sonnabend, dem 9. September 2017, der "Tag der Diakonie". Von 10-16 Uhr gibt es von diakonischen Einrichtungen Informationen über ihre Arbeit, und es werden praktische Dinge aus den einzelnen Bereichen gezeigt. Außerdem besteht die Möglichkeit, Gespräche mit den Mitarbeitenden der Einrichtungen zu führen.

Vor dem Alten Rathaus sind die sieben Abteilungen des Diakonieverbandes Göttingen (Bahnhofsmission, Demenzhilfe, Diakoniestation, Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, Kirchenkreissozialarbeit und Lebensberatung, Migrationszentrum und Straßensozialarbeit), die Diakonie Christophorus (Diakonisches Werk Christophorus e.V.), das Hospiz an der Lutter und die Neue Arbeit Brockensammlung mit dabei. Erstmalig sind der Partnerschaftsausschuss des Kirchenkreises, der die Brot-für-die-Welt-Aktion vor Ort vorbereitet und durchführt, die Innere Mission Friedland und die Diakonische Gesellschaft Wohnen und Beraten vertreten.

In der Stadt und dem Landkreis Göttingen gibt es mehr als 30 Einrichtungen der Diakonie mit ca. 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die täglich mehrere tausend Menschen beraten, betreuen, pflegen, helfen, heilen, trösten und motivieren.

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„Nicht groß, aber großartig“

Superintendentin Katharina Henking feiert ersten Visitationsgottesdienst im Freien in Röllinghausen

Röllinghausen. „Ich bin aus dem Staunen nicht herausgekommen“, gesteht Katharina Henking. Die Superintendentin ist zu Besuch in Röllinghausen. Bei ihrer Visitation hat sie sich die Gemeinde der St. Petri Kirche zeigen lassen. „Geografisch, geschichtlich und menschlich“ sei die Gemeinde im Südosten von Alfeld bemerkenswert. „Sie tragen ihren Ort im Herzen“, lobte Henking die TeilnehmerInnen des abschließenden Visitationsgottesdienstes am Sonntag vor der Turnhalle des MTV Röllinghausen.

Bei diesem Gottesdienst unter blauem Himmel und bei strahlender Sonne – übrigens der erste Visitationsgottesdienst im Freien – stellte die Superintendentin drei treibende Kräfte der Gemeinde besonders heraus. Zum einen Siegfried Walter. Vorsitzender des Kirchenvorstands und „Gemeindemanager“. Nicht zuletzt hat er sich für die Sanierung der St. Petri-Kirche eingesetzt. Die Glocke, die Orgel oder aktuell die Fassadenrenovierung sind vor allem seinem Einsatz zu verdanken.

Bei der Visitation führte ein weiteres engagiertes Gemeindeglied Henking durch den Ort. Heyko Klostermeyer riet allen Mitwanderern: „Macht die Augen auf“. Ein Leitspruch, der auch zum mehrstündigen Treffen der Superintendentin und mit den VertreterInnen aus Ortsrat und Vereinsleben passt: „Dabei habe ich kein Klagen und Jammern gehört, sondern Pläne und Ideen für die Zukunft“, betont Henking. „Sie richten den Blick nach vorne und bewahren dabei die Tradition.“

Das liegt auch an Pastor Christian Diederichs, dem dritten Mann, den Henking beim Visitationsgottesdienst ausdrücklich lobt. „Die Menschen in Röllinghausen lieben ihr Dorf, ihre Kirche und ihren Pastor – ein Glücksfall!“ Röllinghausen ist eine selbstständige Kirchengemeinde, pfarramtlich verbunden mit St. Nicolai in Alfeld. Seit 2009 ist Diederichs zusätzlich zu St. Nicolai für diese kleine Kirchengemeinde verantwortlich. „Sie sind eine kleine Gemeinde mit besonderer Strahlkraft“, findet auch Birgit Lillig vom Kirchenkreisvorstand. „Nicht groß, aber großartig.“

Auf den Kirchenvorstand in Röllinghausen um Pastor Diederichs und den Vorsitzenden Walter kann sich der Kirchenkreis verlassen. Das hat Superintendentin Henking mit eigenen Augen gesehen und erlebt. „Sie sind in der Lage, Verantwortung zu tragen“, bestätigt sie. Durch diesen belastbaren Zusammenhalt könne die Kirche nah bei den Menschen bleiben. „Fusionen soll es nur dort geben, wo sie zweckdienlich und sinnhaft sind“, betont die Superintendentin. Von zentralistischen Bestrebungen um jeden Preis hält sie nichts.

Bei der Organisation und Durchführung des Visitationsgottesdienstes im Freien halfen die Freiwillige Feuerwehr Röllinghausen sowie der MTV Röllinghausen. Für Musik sorgten die Bläsergruppe des MGV von 1858 Alfeld unter Leitung von Wolfgang Strauß sowie Mitglieder des Alfelder Vokal Ensembles unter Leitung von Volker Dehn. Bei zwei Stücken ließ es sich Superintendentin Henking nicht nehmen, selbst mit einzustimmen – ungeprobt. Aber der gute Geist von Röllinghausen inspiriert und die Gemeinschaft empfängt jeden. Die kleine Gemeinde ist eben mehr als eine Straße hinaus aus Alfeld. Björn Stöckemann

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Bild: Stöckemann

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Hasede begrüßt neue Pastorin

Verena Selck ist neue Pastorin in St. Paulus – und kehrt damit in die Heimat zurück

Hasede. Nach 13 Jahren war es Zeit für etwas Neues. So lange war Verena Selck Pastorin in Mandelsloh im Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf. Am Sonntagnachmittag hat sie Mirko Peisert, Superintendent des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt, in der Kirchengemeinde St. Paulus Hasede eingeführt. Damit wird sie die Pastorin von Gemeindemitgliedern aus fünf Ortschaften: Hasede, Groß- und Klein Förste, Giesen und Ahrbergen gehören zum Gemeindegebiet.

 Im März hatte ihr Vorgänger Pastor Martin Söffing die Gemeinde verlassen und war nach Rotenburg an der Wümme gegangen, um dort als Seelsorger in einem Krankenhaus zu arbeiten. In der Zwischenzeit hat Pastor Hans-Martin Joost als Springer die Aufgaben in der Gemeinde übernommen.

 Mit Verena Selck habe die Gemeinde nun eine Pastorin gewonnen, die mit vollem Herzen Dorfpastorin sei. Das habe sie bereits im Bewerbungsgespräch erzählt, erinnerte sich Peisert. Doch nicht nur wegen der dörflichen Umgebung dürfte sich Pastorin Verena Selck schnell einleben. Mit der neuen Stelle ist sie auch ihrer alten Heimat wieder ein Stückchen näher gekommen. Als Jugendliche besuchte sie das Gymnasium Andreanum in Hildesheim, lernte dort ihren Mann Alexander Selck kennen.

Nicht nur privat wusste sie früh, wohin sie wollte. Schon in der neunten Klasse beschloss sie, Pastorin zu werden. Nach ihrem Theologie-Studium in Göttingen durchlief sie anschließend ihr Vikariat in Gehrden. In Mandelsloh fand sie ihre erste Stelle als Pastorin.

 2013 wurde sie außerdem in die Landessynode gewählt. Mit ihrem neuen Amt im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt wird sich auch dort für sie etwas ändern. Vom Sprengel Hannover wechselt sie zum Sprengel Hildesheim-Göttingen. „Ich freue mich natürlich, dass jetzt die Hildesheimer Bank in der Synode noch ein wenig wächst", kommentierte Superintendent Peisert und richtete sich an die Gemeinde: „Ich kann Ihnen versichern: Sie können sich freuen! Sie bekommen eine tolle, eine engagierte und zupackende Pastorin."

 Bereits seit dem 1. August bewohnt Verena Selck mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern das Pfarrhaus in Hasede und hat die Gemeinde schon etwas kennen gelernt. „Ich konnte schon ein paar Gottesdienste von der anderen Seite aus miterleben und habe viel Aufgeschlossenheit erfahren", berichtet sie. „Hier gibt es Menschen, die sich wirklich freuen, dass wir nun hier sind. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen."

 Auch einen ersten Austausch mit der Nachbargemeinde hat es schon gegeben. Mit Pastorin Alexandra Beisse von der Kirchengemeinde St. Andreas in Harsum habe sie schon erste Pläne für gemeinsame Aktivitäten geschmiedet, berichtet Selck. Ihrer Zeit in Hasede blickt sie nun erwartungsvoll entgegen: „Vor allem freue ich mich darauf, die Menschen hier kennenzulernen. Alles andere wird sich finden." Julia Dittrich

 

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Bild: Dittrich

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„Ich will ein Kind von Dir!“

Katrin Berger aus Lübeck gewinnt Preacher Slam in der Hildesheimer St.-Andreas-Kirche

Hildesheim. Am 1. September 1542 rief Johannes Bugenhagen in St. Andreas die Reformation in Hildesheim aus. 475 Jahre später ruft Katrin Berger aus Lübeck an der gleichen Stelle etwas ganz Weltliches: „Ich will ein Kind von Dir!“ Doch auch sie predigt – als Teilnehmerin beim Preacher Slam „Wort. Macht. Reformation“.

Sieben Prediger gehen ins Rennen. Wort- und geistreich setzten sie sich mit Sprache und ihrer Rolle in der Kirchengeschichte auseinander. Gut die Hälfte des Mittelschiffs der Andreas-Kirche ist besetzt beim zweiten Format dieser Art in Hildesheim.

In ihrem Gewinnerbeitrag sinniert Berger über die schöpferische Kraft von Worten und die Verantwortung, die der Sprecher dafür hat. Das verhilft ihr zum eindeutigen Sieg nach Punkten. Fünf freiwillige Juroren aus dem Publikum bewerten die Beiträge. Berger heimst für ihren Beitrag, der mit dem eingangs zitierten Schlachtruf zum Mitmachen animierte die einzige Höchstwertung des Abends ein. Als Trophäe gibt es ein Stück Andreas-Kirche: einen Bohrkern, der bei der Fassadensanierung anfiel. Darauf graviert steht „Andreas.Wort.Säule“.

Engster Verfolger auf der Zielgraden ist Werner Busch. „Seit langem wieder ein Braunschweiger an der Tabellenspitze“, stichelte Moderator Bo Wimmer. In seinem Beitrag macht sich Busch Gedanken über Bilder. Genauer: Welche Bilder ein Mensch der Nachwelt hinterlässt. Anlass des Preacher Slams ist das Luther-Jahr. Ein Jubiläum, bei dem es schließlich auch darum geht, welche Worte, Gedanken und Bilder ihren Urheber überdauern und in der Welt nachhallen.

Mit der Macht der Worte setzten sich dementsprechend die weiteren Beiträge auseinander. Humorvoll, poetisch, nachdenklich. Friederike Erichsen-Wendt aus Windecken erinnert in einer Reimpredigt kritisch an die lauten Männer. Wichtig seien diese, egal ob mit 90 Thesen oder 140 Zeichen. Aber auch gefährlich, wenn sie Dinge „zer-Trump-eln“.

Franz K. Schön aus Coburg meditiert über Rhetorik und Deutungshoheit, Werbung und Macht. Marco Voigt aus Nienburg schlüpft humorig in die Rolle des Privatsekretärs von Martin Luthers. Ein steter Begleiter, treuer Freund und heimlicher Held des Reformators.

Markus Steuer aus Rhauderfehn wird persönlich. Mit Berliner Mundart macht er aus dem Döner, der Schulzeit und der Liebe drei Zauberwörter. Um Machtworte im Privaten ging es bei Jonathan Overlach aus Bennigsen. Zum Abschluss präsentierte er einen intimen Text über Ausgrenzung und den Wunsch nach Normalität.

Dabei spielt Sprache nämlich eine zentrale Rolle. Wortgewaltig sind die Beiträge, verletzend wird es aber nie. Denn: Wie bei einem Poetry-Slam gilt auch bei einem Preacher-Slam: Ausgebuht wird niemand. An diesem Abend gab es aber ohnehin nur viel und lauten Applaus für die wortreichen Sieben. Björn Stöckemann

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Bild: Stöckemann

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Praetorius meets Gregorianik

Ein farbiges Fest der Klänge unter ökumenischen Vorzeichen im September in Hildesheim, Celle und Nienburg

Historische Epochenwechsel brachten immer Neues mit sich. Gerade an zeitlichen Schnittflächen gibt es in Musik und Kunst viel zu entdecken. So auch in der Reformationszeit. Sie markiert den Übergang vom Mittelalter zur Moderne. Aus Gregorianik und Renaissance entwickelte sich damals die Musik des Frühbarock. Zu seinen bekanntesten Komponisten gehört in Deutschland Michael Praetorius. Posaunen, Gamben, Lauten und altertümliche „Zinken“, die wie eine Mischung aus Trompete und Oboe klingen, gehören zu seinen Instrumenten. Der Gregorianische Choral hingegen – einstimmig gesungenes Gebet in lateinischer Sprache und ohne Instrumentalbegleitung – lebt bis heute vor allem in Ordensgemeinschaften weiter. Die im wahrsten Sinne spannenden Beziehungen von Gregorianik und Frühbarock werden im September in einem gemeinsamen Konzertprojekt von Michaeliskloster Hildesheim und Hildesheimer Dommusik erfahrbar.

Das auf Barockmusik spezialisierte Ensemble Gli Scarlattisti, begleitet von historischen Instrumenten der „Capella Principale“, wird gemeinsam mit den Gregorianik-Spezialisten des Consortium Vocale auftreten. Die Sänger dieses Ensembles kommen aus der norwegischen Hauptstadt Oslo eigens zu diesem Konzert nach Niedersachsen. Im Mittelpunkt des Konzerts stehen kirchenmusikalische Kompositionen des niedersächsischen Komponisten Michael Praetorius (1571-1621). Er knüpfte u.a. an die Kirchenlieder Martin Luthers an. Der Instrumental- und Vokalmusik von Praetorius wird Gregorianischer Choralgesang gegenübergestellt. Damit nicht genug: Neben den professionellen Ensembles musizieren und singen Schülerinnen und Schüler verschiedener Gymnasien aus Hildesheim und Celle, Seite an Seite mit den Musikprofis.

Ähnlich wie die  Gregorianik zur katholischen und die Musik Praetorius‘ zur evangelischen Tradition gehört, verbindet auch das Konzert die beiden Konfessionen. Als gemeinsames Projekt verbindet es das evangelische Michaeliskloster mit der katholischen Hildesheimer Dommusik. Auch einige der mitwirkenden Schülerinnen und Schüler kommen aus evangelischen und katholischen Schulen in Hildesheim und Hannover.

In pädagogischer Sicht zielt „Praetorius meets Gregorianik“ darauf, dass Schülerinnen und Schüler im eigenen Musizieren erleben, wie Musik aus dem Mittelalter und dem Zeitalter der Reformation klingt. Eingebunden in den Unterricht vermittelt das Konzertprojekt das Thema Reformation lebendig und gibt außerdem musikhistorische Informationen. Es regt an zu einer adäquaten musikalischen Aufführungspraxis, nicht zuletzt dadurch, dass die Jugendlichen historische Instrumente wie Barockviolinen, Gamben, Lauten, Zinken und Barockposaunen selbst kennen lernen.

Die Veranstaltung wird unterstützt von: Dombauverein Hildesheim - Diözese Hildesheim - Heinrich-Dammann-Stiftung - Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers - Niedersächsische Sparkassenstiftung - Sparkassen Celle - Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine – Sparkasse Nienburg

Karten sind ab 1. August 2017 im Vorverkauf erhältlich über www.dom-hildesheim.de/dommusik bzw. im Foyer des Dommuseums, Domhof 3. Restkarten an der Abendkasse im Foyer des Dommuseums.

Das Hildesheimer Konzert findet statt am Freitag, 15. September 2017, 20 Uhr, Mariendom Hildesheim. Weitere Konzerte sind am 16.9.; 19.30 in St. Martin Nienburg und am 17.9. um 17.00 in der Stadtkirche Celle.

Eintrittspreise von 22 € bis 14 €. Für Jugendliche unter 18 Jahren, Studierende und Menschen ohne Einkommen sind die Preise um jeweils 4 € ermäßigt. Ein Nachweis ist vorzulegen.

Bild: Jochen Arnold / Helge Meyn-Hellberg

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"Ich habe einen Schatz gefunden"

Pilgertag von Dransfeld nach Bursfelde am 9. September 2017 

Am Samstag, den 9. September veranstaltet die hannoversche Landeskirche einen begleiteten Pilgertag auf dem Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Wolfgang Godglück und Nadine Biere bieten auf dem rund 14 km langen Wegabschnitt kleine Andachten, Impulse, gemeinsame Lieder und Gebete an. Auch Schweigezeiten sind geplant.

Für Getränke und Verpflegung unterwegs sorgt jeder Pilger selbst. 

Treffpunkt ist um 10 Uhr an der St. Martini Kirche in Dransfeld. Die Tour endet gegen 17.30 Uhr in Bursfelde. Von dort erfolgt ein Rücktransport nach Dransfeld. Für Transfer und Begleitung entstehen Kosten von 15 Euro.

Anmeldungen bis zum 5. September unter 0174-2988010 oder biere@loccum-volkenroda.de .
Mehr: www.loccum-volkenroda.de

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Bild: Nadine Biere

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Donnerstag, 31. August 2017, 20 Uhr, St. Michaelis/Hildesheim:

Blechbläserensemble, Pauken und Orgel beschließen 50. Sommerliche Kirchenmusik

Das Abschlusskonzert der 50. Sommerlichen Kirchenmusik in St. Michaelis/Hildesheim am Donnerstag, dem 31. August gestaltet der Bläserkreis St. Michael unter der Leitung von Helmut Langenbruch, der auch die Orgel spielt. An den Pauken wirkt Gunnar Kühl mit. Auf dem Programm stehen Werke von John Rutter („Hymn of Praise“), Dubois („Marche triomphale“), Alexandre Guilmant (1. Symphonie), Mussorgski (Teile aus „Bilder einer Ausstellung“) u.a.

Der Bläserkreis St. Michael setzt sich aus musikalisch besonders engagierten Mitgliedern des Gemeindeposaunenchores zusammen. Zusätzlich zu den Posaunenchorproben trifft sich die Gruppe einmal wöchentlich zum Erarbeiten besonderer musikalischer Aufgaben. Der Bläserkreis St. Michael gestaltet regelmäßig Konzerte in Kirchen der Region, ist aber auch gern gesehener Gast für das musikalische Rahmenprogramm kirchlicher Empfänge und anderer Festveranstaltungen.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Eintrittskarten zum Preis von 12 € (erm. 8 €) gibt es an der Abendkasse, die ab 19.15 Uhr geöffnet sein wird.

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Bild: Helmut Langenbruch

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Ein Fest für 65 kleine und große Täuflinge

Innenstadtgemeinden laden zur Taufe am Hohnsensee / Sieben PastorInnen sind dabei / Verbindung von Tradition und Moderne

Hildesheim. Es ist eine ganz besondere Gottesdienst-Atmosphäre an diesem sonnigen Sonntagvormittag am Hohnsensee. In fröhlichen Gruppen, beladen mit Taschen, Körben und Geschenk-Päckchen sind Hunderte von Menschen in sommerlich-festlicher Kleidung auf die Wiese geströmt und haben sich auf Holzbänken und in Liegestühlen niedergelassen. Kleine Jungen in schicken Hemden und Mädchen mit Blumenkränzen im Haar und in flatternden Tüllröcken rennen umher und purzeln übermütig ins Gras. Die Talare der Geistlichen wehen im Wind.

Die Innenstadtgemeinden St. Andreas, St. Lamberti und St. Michaelis haben zum Tauffest am Hohnsensee eingeladen, 65 Täuflinge sind dazu angemeldet. Die Taufe direkt im See mit den Füßen im Wasser ist allerdings nicht möglich, weil die Warnung vor Blaualgen das verbietet. Stattdessen stehen am Ufer im Sand kleine Tische jeweils mit einer Schale und einem Krug frischen Wassers bereit.

Sieben Pastoren und Pastorinnen wirken bei der Taufe mit. Die Familien wissen jeweils schon, bei welchen Geistlichen sie sich einreihen sollen. „Ganz normales Wasser“, werde bei der Taufe benutzt, erklärt Pastor Dirk Woltmann, „da könnte man sich ja auch in den Regen stellen.“ Nicht durch spezielles Wasser, sondern durch den Glauben und das Wort Gottes bekomme die Taufe ihre besondere Wirkung. Aber an diesem Tag ist Regen ohnehin nicht erwünscht.

„Es ist so eine schöne Atmosphäre, locker, modern, ein bisschen unkonventionell. Das passt irgendwie zu unserer Familie“, findet Cornelia Pook, „und ich liebe Wasser.“ Gleichzeitig erinnere die Taufe am See doch an die ersten Taufen im offenen Wasser, verbinde so das Unkonventionelle mit der Tradition. Darum lassen sie und ihr Mann Robert Theiss die beiden Söhne Moritz und Joscha heute zusammen taufen. Moritz kann sogar schon selbst sein Einverständnis erklären, während sein kleiner Bruder an der Schulter von Patenonkel Gero von der Stein selig schlummert. Er dreht nur ein bisschen den Kopf, als Pastor Peter Noß-Kolbe ihm das Taufwasser über das Haar streicht.

Feline schaut noch einigermaßen misstrauisch, als Pastorin Christine Aden-Loest das klare Wasser in die Schale plätschern lässt. Da gibt sie der kleinen Schwester Jonna lieber den Vortritt, um erst einmal zu sehen, wie so eine Taufe vor sich geht. Jonna murrt nicht, also lässt auch Feline sich schließlich bereitwillig taufen. Die Stimmung am sonnigen Seeufer sei nicht so düster wie in einer Kirche, finden die Eltern Annabell und Niklas Schanz und haben daher mit dem Tauftermin bis zum Fest am Hohnsen gewartet.

Die Zwillinge Sophia und Louis Runte und ihre Freundin Aurora Munzke sind schon sechs Jahre alt: „Sie sollten die Taufe bewusst miterleben und sich ihre Paten selbst auswählen können“, erklären die Mütter Jasmin Runte und Diana Munzke. Die Kinder stehen dicht zusammen, strahlen um die Wette und spüren offenbar genau, dass es hier um sie geht, und der Tag und das Fest für sie da sind.

Nach den Taufen kommen alle Familien noch einmal für Fürbitten und Segen zusammen. Die Band „Wegweiser“ begleitet den Gesang der Gemeinde. Wer mag, kann nach dem Gottesdienst am Hohnsensee-Ufer mit einem Picknick weiterfeiern. Der blaue Himmel zumindest lädt dazu ein. Wiebke Barth

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Bild: Barth

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