Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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Viel Potential und viele Blüten

Der Beirat Evangelische Bildung Hildesheim-Sarstedt entwickelt Ideen für die Zukunft

Hildesheim. Das Projekt Evangelische Bildung hat viel bewirkt. In den vergangenen drei Jahren sind die gegenseitige Wahrnehmung und die Zusammenarbeit der verschiedenen evangelischen Bildungsakteure deutlich stärker geworden. Beispielhaft dafür sind zwei Kooperationsvorhaben, die im Rahmen des Projektes entstanden sind: Die evangelischen Kitas und Studierende der Universität Hildesheim tauschen sich über religionspädagogische Methoden und kindgerechte Gottesdienste aus. Und das Diakonische Werk arbeitet mit einem Familienzentrum an Strategien gegen Bildungsarmut bei Kindern. Auch sonst hat sich viel Neues entwickelt: Regelmäßige Netzwerktreffen, ein Fachtag zum interreligiösen Lernen, ein Reiseführer durch die Bildungslandschaft sowie neue Musikformate.  So zeigt sich die Evangelische Bildungslandschaft in der Region vielfältig und mit viel Potential.

Dies war auch die einhellige Meinung der rund 20 Leiterinnen und Leiter von evangelischen Bildungseinrichtungen, die sich zur Zukunftswerkstatt im Institut für organization studies der Hildesheimer Universität trafen. „Das reicht von den Kitas über die Familienbildungsstätte, das Andreanum, den Jugenddienst bis zur Erwachsenenbildung und Diakonischen Bildung – eine starke Besetzung“, findet Projektkoordinatorin Michaela Grön. Institutsleiter Prof. Dr. Herbert Asselmeyer war Gastgeber und Moderator der Zukunftswerkstatt und lenkte den Blick sowohl in die Vergangenheit als auch nach vorn: Was hat die evangelische Bildung Hildesheim-Sarstedt bisher erreicht, wie steht es im Moment um sie und wohin wollen die Akteure sie lenken?

Am Ende stehen drei Punkte auf der Wunschliste der Arbeitsgruppen: ein gemeinsames Leitbild, das die vielfältigen Stationen und die Verbindungen untereinander abbildet und welches die inklusive, ökumenische und interreligiöse Grundhaltung deutlich macht. Dazu ein gemeinsamer Auftritt in der Öffentlichkeit durch Veranstaltungsreihen zu Jahresthemen unter Beteiligung vieler Einrichtungen. Und schließlich eine Fortsetzung der jährlichen Netzwerktreffen für den Austausch untereinander.

An der Zukunftswerkstatt beteiligte sich auch Superintendent Mirko Peisert, der die Evangelische Bildungslandschaft mit einem Garten verglich: „Ein Garten ist erst dann schön, wenn er wirklich vielfältig ist. Wenn eine Blüte die andere ablöst und nicht alles gleichzeitig blüht. So sollten sich auch die unterschiedlichen Stationen einer Bildungsbiografie ineinander fügen“, regte er zu Beginn an. Abschließend resümierte Peisert: „Bildung ist ein zentraler Baustein unserer kirchlichen Arbeit. Darauf setzen wir im Kirchenkreis auch in Zukunft, zusammen mit unseren starken Partnern an den Schulen, der Universität und in der Diakonie“.

Das vierjährige Modellprojekt der Landeskirche „Aufbau einer evangelischen Bildungslandschaft“ endet Anfang 2018, die Evangelische Bildung ist aber selbstverständlich nicht am Ende. „Ich freue mich darüber, wie engagiert und produktiv die Akteure zusammenarbeiten. So sind heute gute Ideen entstanden, wie es weiter gehen soll“, sagt Koordinatorin Grön.    Björn Stöckemann 

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Bild: Stöckemann

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Juleica für 25 Jugendliche

Ausbildung des Kirchenkreises erstmals in Kooperation mit dem JUZ Gronau

Gronau. Der evangelische Kirchenkreisjugenddienst Hildesheimer Land-Alfeld hat 25 neue JugendgruppenleiterInnen ausgebildet. Dabei wurden Jugendliche aus dem ganzen Bereich des Kirchenkreises wurden in drei Bausteinen mit den wichtigsten Kenntnissen der Kinder- und Jugendarbeit vertraut gemacht. Die Schulung wurden erstmals in Kooperation mit dem JuZ Gronau angeboten.

Das Programm enthielt viel Abwechslung für die Teilnehmenden. Es ging um Themen wie Gruppenpädagogik, Jugendschutz, Spielepädagogik, die persönlichen Talente der Teilnehmenden, aber auch um rechtliche Grundlagen und Öffentlichkeitsarbeit. Die Theorie wurde immer wieder durch praktische Anteile aufgelockert. So konnten die Jugendlichen eigene kleinere Einheiten anleiten und einen Abschlussabend allein gestalten.

Die Jugendlichen, die vielfach schon erste Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gesammelt haben, werden nun die Evangelische Jugend mit ihren Fähigkeiten bereichern. Mit der vom Landesjugendring ausgestellten und bundesweit anerkannten Jugendgruppenleiter-Card (JuLeiCa) können sie sich offiziell ausweisen und sind damit befähigt, Projekte mit Kindern- und Jugendgruppen zu planen, zu leiten und durchzuführen.

Info-Abspann:

Ein neuer Jugendgruppenleiterkurs startet in den Herbstferien 2017. Mehr Infos gibt es unter www.kkjd-hila.de oder bei Diakonin Andrea Gärtner (Tel: 05185-957682).

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Bild: Privat

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"Heute muss die Glocke werden"

Der Guss der Glocken für St. Jacobi in Eime, Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld und für St. Albani in Göttingen erfolgte am Freitag, 7. April bei der Glockengießerei "Petit & Gebr. Edelbrock" in Gescher/Westfalen. Für St. Jacobi wurden 3 Läuteglocken und zwei kleinere Stundenglocken gegossen. St. Albani erhält ein neues Geläut aus 4 großen Glocken. Die Göttinger Glocken werden, bevor sie in St. Albani erklingen, den Abschlussgottesdienst des Kirchentages 2017 auf den Elbwiesen in Lutherstadt Wittenberg einläuten.
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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Lutherbibel 2017 kommt auf jeden Altar

Gemeinden erhalten revidierte Fassung der Luther-Übersetzung

Hildesheim. Die Bibel spielt in der evangelischen Kirche eine zentrale Rolle: „Sola Scriptura“ (allein durch die Schrift) gehört zu den Grundsätzen der Reformation. Das soll im 500. Jubiläumsjahr der Reformation auch in jeder Kirche sichtbar sein. Die Synode der Landeskirche Hannovers hat daher beschlossen, eine Ausgabe der Lutherbibel 2017 jeder Gemeinde zum Geschenk zu machen.

Im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt liegt die revidierte Fassung der Bibel in der Übersetzung Martin Luthers jetzt den Gemeinden vor und kann ihren Platz auf dem Altar einnehmen. Wo immer eine Kirche geöffnet ist, können also KirchenbesucherInnen an den Altar treten und darin lesen. „Für mich ist es wichtig, dass auf dem Altar eine Bibel liegt“, sagt Superintendent Mirko Peisert, „sie ist ein Zeichen der Gegenwart Gottes.“

Riikka Hinkelmann, Pastorin in Rössing und Barnten, hat ebenfalls eine neue Bibel entgegengenommen. Zusammen mit ihrer Kollegin Anne-Christin Ladwig will sie die Lutherbibel 2017 am Ostersonntag erstmals im Gottesdienst nutzen. Mit der neuen Bibel auf dem Altar, so die Pastorin, sei Gottes Wort konkret anwesend.

Vorgestellt wurde die Neufassung der Bibel schon zum Start des Reformationsjahres im Oktober 2016. Fünf Jahre lang hatten 70 Theologinnen und Theologen sich das Neue und Alte Testament sowie die Begleittexte vorgenommen. Die vorliegende Fassung von 1984 wurde anhand der griechischen und hebräischen Urtexte auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse überprüft, um dem Original mit der Lutherbibel 2017 möglichst nahe zu kommen. So gerät beispielsweise Jesus mit den Jüngern im Boot nicht mehr in einen Sturm, sondern in ein Seebeben. Aus dem Apostel Junias wurde die Apostelin Junia: „Man ist sich heute sicher, dass es sich um eine Frau handelte“, erklärt Superintendent Peisert.

Bei der Revision wurde außerdem berücksichtigt, dass einige Wörter in den letzten Jahrzehnten ihre Bedeutung verändert haben oder ganz ungebräuchlich geworden sind. So wurde aus der „Wehmutter“ beispielsweise in der neuen Lutherbibel die „Hebamme“. Andererseits wurden Modernisierungen zum Teil rückgängig gemacht, um die kernige Sprache Luthers nicht zu verwässern. Das führe dazu, dass die revidierte Fassung manchen LeserInnen vielleicht altmodisch erscheine, meint Mirko Peisert: „Wir brauchen daher verschiedene Übersetzungen. Für die Arbeit mit Konfirmanden und Konfirmandinnen zum Beispiel sind andere Ausgaben sicher besser geeignet.“

Von den 31000 Bibelversen im Alten und Neuen Testament wurden 40 Prozent für die Lutherbibel 2017 verändert –auch wenn es sich oft nur um Anpassungen der Zeichensetzung oder Rechtschreibung handelte.   Wiebke Barth


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Bild: Barth

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Nationalismus in Europa – Historiker bleibt Optimist und vertraut auf die Mehrheit

Prof. Dr. Alter bei Pfarrkonferenz im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt

Sarstedt. Worauf ist der neu erstarkende Nationalismus in Europa zurückzuführen, wie kann man ihn geschichtlich einordnen und wie wird er sich voraussichtlich entwickeln? Der Historiker Prof. Dr. Peter Alter von der Universität Essen-Duisburg  forscht seit vielen Jahren zum Thema Nationalismus. „Ich bin Optimist. Ich vertraue auf den gesunden Menschenverstand“, sagte er anlässlich eines Vortrages vor der Pfarrkonferenz des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt im Sarstedter St.-Nicolai-Gemeindehaus.

Er halte es zwar für übertrieben und dramatisierend von einer Rückkehr des einstigen zerstörerischen Nationalismus zu sprechen, dennoch könne die Entwicklung die europäische Gemeinschaft an den Rand der Auflösung bringen. Nationalismus werde von Politikern dazu benutzt, von Problemen abzulenken und ihre Ziele durchzusetzen. Und mit bestürzender Naivität fielen immer wieder Bevölkerungen darauf herein: „Das können Sie nur resignierend zur Kenntnis nehmen und trotzdem optimistisch bleiben.“

Mit Spannung verfolgten die PastorInnen des Kirchenkreises den Vortrag. Die anschließende lebhafte Diskussion machte deutlich, wie facettenreich das Phänomen Nationalismus wahrgenommen wird, in Gesprächen im europäischen Ausland, aber auch in der eigenen Gemeinde. Bei der Abgrenzung früherer Einwanderer gegenüber neu zugezogenen Geflüchteten zum Beispiel oder in Aussagen älterer Gemeindeglieder: „Man kann jetzt ja endlich wieder sagen, was man denkt.“

Tatsächlich sei Nationalismus als Ideologie in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der verheerenden Erfahrungen offiziell rigoros abgelehnt und durch den Wunsch nach europäischer Integration ersetzt worden – unterschwellig habe es ihn aber immer gegeben, so Prof. Dr. Alter. Und es werde ihn wohl auch in jedem Land bei einem gewissen Prozentsatz der Bevölkerung immer geben. Immerhin habe der Nationalismus in seiner Entstehungsphase zu Beginn des 19. Jahrhunderts positive Auswirkungen gehabt, eine emanzipatorische Kraft entfaltet und zum Streben nach Selbstbestimmung und zu Staatenbildungen geführt. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sei das umgeschlagen in Feindschaft und Hass gegenüber allem Fremden. Gerade Deutschland habe die Nation besonders betont, um sich gegen die vielen Nachbarn ringsum abzugrenzen.

Dabei sei der Begriff „Nation“ durchaus schwer zu greifen, sei nach Ansicht mancher Historiker ein reines Konstrukt. Mal wird die Nation an der gemeinsamen Sprache festgemacht, mal am Glauben, an der gemeinsamen Geschichte oder Verfassung. Wer den Begriff Nationalismus scheue, ersetze ihn gern durch „Vaterlandsliebe“, „Patriotismus“ oder gar „Schicksalsgemeinschaft“. 

Der Historiker ging auch auf das Verhältnis zwischen Religion und Nationalismus ein. Denn auffällig sei ja, dass Nationalisten sich religiöse Begriffe zu eigen machten: Sie bezeichnen die Nation als ewig und heilig, sprechen von Erlösung und machen Soldaten zu Märtyrern. Das bedeute aber nicht zwingend, dass Nationalismus sich dort mehr verbreite, wo die Religion weniger Platz einnehme, denn beide könnten auch eng miteinander verbunden sein – Beispiele seien Irland oder Polen.

Welches andere Band als der Nationalismus könne aber die Menschen in Deutschland zusammenhalten, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit erzeugen? Hier zitierte Prof. Dr. Peter Alter den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck: auf die Wertegrundlage komme es an; nicht darauf, woher jemand stammt, sondern wohin er gehen will. „Ich glaube“, so Prof. Alter, „diese Haltung teilt die Mehrheit in Deutschland.“   Wiebke Barth

Bild: Barth

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Singende Reformation will geistliche und weltliche Chöre zusammenbringen

Birgit Krauß und Michaela Grön bieten Lieder, Workshop und Kontakte

Hildesheim. Die „Singende Reformation“ soll das Jubiläumsjahr der Reformation in der Region Hildesheim auch in den kleinsten Dörfern und Kirchen hörbar und erlebbar machen. Birgit Krauß, Leiterin des Kulturbüros im Landkreis Hildesheim, hat sich für ihre Idee mit Michaela Grön von der Evangelischen Bildung im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt zusammengetan. Die beiden Frauen wollen geistliche und weltliche Chöre der Region zu mehr gemeinsamen Veranstaltungen und Auftritten animieren. Das Reformationsjubiläum wäre ein guter Anlass, so die Überlegung, auch dauerhaft mehr Gemeinsamkeit zu erreichen.

Zur Feier der Reformation finden in den Kirchenkreisen sehr viele, auch musikalische Veranstaltungen statt – die meisten Angebote gibt es dabei in den Städten und großen Gemeinden, die nicht für alle MusikfreundInnen leicht erreichbar sind. Wenn sich aber evangelische und katholische Kirchenmusik und weltliche Chöre verabreden, die Kindergärten und andere Sangesbegeisterte mitmachen, so könnte es auch in den kleinen Ortschaften mehr Konzerte und Veranstaltungen geben, meinen Birgit Krauß und Michaela Grön. Sie hören schon das sommerliche Singen in den Pfarrgärten oder den vollen Klang in einer vollen Kirche  am Reformationstag und wollen bei der Vermittlung von Kontakten zwischen den Singgemeinschaften helfen.

Die KirchenkreiskantorInnen aus Hildesheim-Sarstedt und Hildesheimer Land-Alfeld, Helge Metzner, Christina Kothen und Christoph Pannek waren sofort von der Idee begeistert. Auch den Kreischorverband Hildesheim, den Niedersächsischen Chorverband und den Evangelischen Chorverband Niedersachsen-Bremen holten die Initiatorinnen ins Boot und haben sämtliche Chöre und Kirchengemeinden im Kirchenkreisverband Hildesheim angeschrieben. Für die „Singende Reformation“ haben sie eine Sammlung von Liedvorschlägen ganz unterschiedlicher Natur zusammengestellt, die das gemeinsame Thema Freiheit eint.

Das reicht vom Trinklied aus dem 16. Jahrhundert über den Gospel  „Freedom is coming“, das Volkslied „Die Gedanken sind frei“  oder das Kinderlied „Einfach nur so“ bis zum Lied zum Reformationsjubiläum „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“, zu dem Superintendent Mirko Peisert den Text geschrieben hat. Die Sammlung beinhaltet leicht singbare Lieder, in die jede Gemeinde laut einstimmen kann, aber auch mehrstimmige Kompositionen, die das Können der Chöre herausfordert.

Zur Vorbereitung für die ChorleiterInnen bietet Kantor Christoph Pannek in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Hildesheim an zwei Terminen einen Chor-Workshop an: Am Samstag, 20. Mai, oder 9. September, jeweils von 11 bis 13.15 Uhr, im Riedelsaal der Volkshochschule. Anmeldungen nimmt die VHS unter 05121/9361-111 entgegen.

Geplante Chorkonzerte in der Region können als Veranstaltungstermine auch auf www.kulturium.de eingetragen werden. Für weitere Informationen sind Birgit Krauß unter Tel.: 05121/309-3411 oder birgit.krauss@landkreishildesheim.de und Michaela Grön unter Tel. 05121/91874-71 oder michaela.groen@evlka.de erreichbar.

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Bild: Barth

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Klerichor singt beim großen Reformations-Treffen

Open-Air-Gottesdienst für alle Gemeinden des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld am Pfingstsonntag in Elze

Landkreise Hildesheim und Hameln-Pyrmont. „Ich verspreche Ihnen, dieses Lied wird Ihnen in den nächsten Tagen nicht mehr aus dem Kopf gehen“, sagt Kantorin Christina Kothen mit einem verschmitzten Lächeln. Gerade hat der „Klerichor“ - rund 30 PastorInnen und DiakonInnen aus dem Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld – erfolgreich seine erste Probe absolviert. Mit sauberstem, vierstimmigem Gesang. Am Pfingstsonntag wird das ungewöhnliche Ensemble bei einem ebenso ungewöhnlichen Anlass seinen Debütauftritt haben: Auf dem Elzer Rolandplatz feiern Gemeinden aus allen Teilen des riesigen Kirchenkreises zwischen Ith und Börde einen Open-Air-Gottesdienst. Es ist der Auftakt zu einem Veranstaltungsreigen, den der Kirchenkreis zum 500-jährigen Reformationsjubiläum aus der Taufe hebt.

„Für mich ist das schon ein historischer Moment“, sagt Elzes Superintendent Christian Castel. „Das ist das erste Mal, dass die Gemeinden aus dem ganzen Kirchenkreis so zusammenkommen.“ Katharina Henking, Superintendentin in Alfeld ergänzt: „Überall sonst bleiben an diesem Tag die Kirchentüren zu, weil wir in Elze gemeinsam feiern wollen. Ich finde, das ist eine tolles Signal und ein besonderes Geschenk.“

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes, der am 4. Juni um 10.30 Uhr auf dem Rolandsplatz beginnt, stehen zwei alte-Kirchentüren aus Brunkensen. Eine örtliche Tischlerei hat sie aufgearbeitet und neu lackiert. Beim Gottesdienst werden nun – ganz im Geiste Luthers – neue Thesen an die Eichentüren angeschlagen. „Meine Kirche bricht auf, wenn...“ lautet die Ausgangsformel. Die Gemeinden haben sich in den zurückliegenden Monaten Gedanken gemacht, wie der Satz fortgesetzt werden soll. Das SuperintendentInnen-Duo wird die Ergebnisse in einer Dialogpredigt aufgreifen.

„Auch musikalisch wird der Gottesdienst sehr reizvoll werden“, kündigt Christian Castel an. BläserInnen aus dem ganzen Kirchenkreis tragen unter der Leitung von Kantor Christoph Pannek zur Gestaltung bei. Die Alfelder Kirchenkreiskantorei unter der Leitung von Kantorin Christina Kothen ist mit von der Partie, obendrein eine Band mit Andreas Hülsemann, dem Leiter des Netwerks für Popularmusik in der Landeskirche, und anderen erfahrenen Popmusikern.

Und dann ist da eben noch der Klerichor. PastorInnen und DiakonInnen aus allen Teilen des Kirchenkreis wirken darin mit. „Das hat es meines Wissens in der Landeskirche noch nicht gegeben, jedenfalls nicht in dieser Form“, freut sich Christian Castel.

Für Katharina Henking ist der Geistlichen-Chor ein schönes Bild für das kirchliche Miteinander in dem Kirchenkreis, der zu den größten in der Landeskirche gehört. „Wir sind viele Stimmen in der Fläche“, sagt die Superintendentin, „und wenn wir zusammenkommen, ist es ein gemeinsamer schöner Klang.“

Der Elzer Gottesdienst ist Startschuss für die Veranstaltungen des Kirchenkreises zum Reformationsjubiläum. Gleich am 11. Juni geht es im Alfelder Fagus-Werk mit „Chöre auf dem Königsweg“ weiter, am 18. Juni ist in der Bisperoder Kirche das Musikprojekt „Unser Luther“ zu erleben. Aktionen für Kinder und Jugendliche folgen, außerdem die dritte Taufengelwanderung und zum Abschluss, am 31. Oktober, das Alfelder Reformationsfest mit dem Titel „Katharina bittet zu Tisch“. Eine vollständige Übersicht über alle Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum gibt es auf der Homepage www.kirche-hiland-alfeld.de Ralf Neite

Bild:

Kantorin Christina Kothen bei der ersten Probe mit dem Klerichor. 

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Bild: Neite

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Mal-Zeit in Elze

Superintendent Hans Hentschel kommt als Hans der Sonntagsmaler in der Peter und Paul-Kirche

Elze. Es muss nicht immer Luther sein. Im Jubiläumsjahr darf Hans Hentschel den Reformator schließlich oft genug malen. Bei seinem Besuch am Palmsonntag, 9. April, in Elze zeichnet er deswegen den Einzug Jesu in Jerusalem nach. Und das ist wörtlich zu verstehen. Denn Hentschel ist Hans der Sonntagsmaler. Seine Gottesdienste und Predigten gestaltet der Superintendent von Bramsche wortreich und farbenfroh.

„Das macht seinen Vortrag sehr anschaulich und zu einem bereichernden Erlebnis“, findet Christian Castel. Der Elzer Superintendent predigte vergangenes Jahr in Bramsche und lud Hentschel bei dieser Gelegenheit zum Gegenbesuch ein. Anfang April ist es so weit und Hans, der Sonntagsmaler stellt seine Staffelei in der Peter und Paul-Kirche auf. Während seiner Predigt skizziert Hentschel die Geschichte, die er erzählt. „Oder spricht er über die Szenen, die er zeichnet? Was Vorrang hat, kann jeder für sich entscheiden“, schmunzelt Castel. „Eine gute Kombination ist es aber in jedem Fall.“

Ein Projektor soll dafür sorgen, dass Besucher von jedem Platz in der Kirche aus dem malerischen Gottesdienst folgen können. Als Rahmen für diese außergewöhnliche Predigt verspricht Castel ein reguläres Programm mit Gesang und Lesungen. Im Anschluss steht Hentschel beim Kirchenkaffee für Fragen oder einen gemütlichen Plausch zur Verfügung.

Christian Castel beschreibt seinen Kollegen als offenen Menschen, der „mit viel Humor und sehr gewinnend vorträgt, so dass man gerne zuhört.“ Es sei zwar kein Kindergottesdienst, betont er, „aber ich denke, dass diese Gestaltung gerade auch für junge Menschen ansprechend ist.“

Hentschel und seine „Pinsel-Predigten“ sind landesweit bekannt. Sogar der NDR hat dem Pastor und passionierten Maler einen Beitrag im Fernsehprogramm gewidmet. Auf der Internetseite des evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Bramsche gibt es außerdem kurze Videos von seinen Mal-Zeiten. Und da bringt er auch liebend gern Luther zu Papier.

Damit möglichst viele Gemeindemitglieder des Kirchengemeindeverbandes an seinem Besuch teilhaben können, ist der Termin ein Gottesdienst für den ganzen Gemeindeverband Elze-Eime. Beginn ist am 9. April, Palmsonntag, um 10 Uhr in der Peter und Paul-Kirche, Kirchplatz 2 in Elze. Björn Stöckemann

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Bild: Privat

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

Zusteller der guten Nachricht Gottes

Raphael Below als Pastor ordiniert und in den Dienst in der Kirchengemeinde 12-Apostel Sarstedt-Land eingeführt

Ingeln-Oesselse, 2. April. Immer wenn er an Ingeln-Oesselse vorbeikomme, habe er das Gefühl dort anhalten zu müssen. Dieses Geheimnis habe ihm Landessuperintendent Eckhard Gorka am Morgen noch vor dem Gottesdienst zugeflüstert, so Rüdiger Beneke bei seinen Begrüßungsworten in der Ingeln-Oesselser St. Nicolaikirche am Sonntag. Als Mitglied des Kirchenvorstands freute sich Beneke, dass so viele Menschen den Weg in die vollbesetzte Kirche gefunden hatten, um mit Raphael Below die Ordination und seine Einführung in die dritte Pfarrstelle der Kirchengemeinde 12-Apostel Sarstedt-Land zu feiern, unter ihnen auch Mirko Peisert, Superintendent des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt. Der 1982 in Gifhorn geborene Below hat nach Zivildienst und Theologiestudium auch Erfahrung in weltlichen Berufen gesammelt. Vor dem Vikariat, dem Ausbildungsabschnitt der zwischen Universität und Kirchengemeinde liegt, arbeitete der neue Pastor als Postzusteller in Freiburg im Breisgau. Der aus einem Pfarrhaus stammende junge Geistliche kennt also die Welt außerhalb der Kirche und hat dort viele frische Ideen für die Gemeindearbeit gewonnen. Im Anschluss an das Vikariat bei Pastorin Meike Riedel in Hildesheim absolvierte Below ein Sondervikariat bei der ökumenischen Bewegung Kirche2. Daher sind ihm ein gutes Miteinander mit der katholischen Kirche und junge Wege in der kirchlichen Verkündigung vertraut. Dass mit dem neuen Pastor ein frischer Ton in die 12-Apostelgemeinde Einzug hält, wurde im Ordinationsgottesdienst durch die Popklänge der Musikband „High Spirits“ unterstrichen, in der Jugendliche engagiert den Gottesdienst begleiteten.

Eckhard Gorka löste in den einleitenden Worten seiner Predigt dann auf, warum es ihn immer wieder nach Oesselse ziehe: Er feiere heute zum ersten Mal in seiner Amtslaufbahn bereits die dritte Ordination in dieser Kirchengemeinde. Er hoffe, dass die Gemeinde seiner nicht schon überdrüssig werde, so der Landessuperintendent mit einem Augenzwinkern. Die 12-Apostel-Gemeinde sei doch in der Tat ein gastlicher Ort. Nach dem Weggang von Pastorin Cziskus-Büttner, der er herzlich für ihren Dienst dankte, freue er sich, dass das pfarramtliche Trio nun wieder komplett sei. An Raphael Below gerichtet meinte der leitende Geistliche des Sprengels Hildesheim-Göttingen: „Sie bringen viele Erfahrungen mit, die Ihnen, der Gemeinde und dem Pfarrteam von großem Nutzen sein werden“. Auch auf den Berufsweg des neuen Amtsbruders nahm Gorka Bezug: „Die Tätigkeit des Zustellers hat mit der eines Pastors durchaus Ähnlichkeit. Menschen besuchen, gute, manchmal auch bedrückende Nachrichten überbringen. Es schadet keinem von uns, Erfahrungen im Arbeitsleben der Menschen zu machen, die in unseren Gemeinden leben“.

Pastor Yorick Schulz-Wackerbarth, der vor rund einem halben Jahr am selben Ort ordiniert und in den Dienst in 12-Apostel eingeführt worden war, findet es gut, nun einen fast gleichaltrigen Kollegen an seiner Seite zu haben: „Das ist wirklich prima für unsere Kirchengemeinde. Ich habe bei Raphael Below sofort gemerkt, dass er richtig Lust hat, hier in 12-Apostel Sarstedt-Land zu arbeiten, das ist die beste Voraussetzung.“




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Gemeindehaus mit Vorbildcharakter

Die St. Georg-Kirchengemeinde weiht ihr neues Domizil in Kemme ein

Kemme. Ein Modellprojekt sei das neue Gemeindehaus der Kirchengemeinde St. Georg in Kemme, findet Superintendent Christian Castel. Ein Vorbild für den gesamten Kirchenkreis. Am Sonntag weihte die Gemeinde den Neubau auf dem ehemaligen Friedhofsgelände hinter der St. Georg-Kirche mit einem Festgottesdienst ein.

2014 hatte der Kirchenvorstand der Gemeinde beschlossen, das alte, 9000 Quadratmeter große Grundstück mit Pfarrhaus und Pfarrscheune zu verkaufen. "Die Verwaltung, die Erhaltung und die finanzielle Belastung dieser Immobilie waren schon eine Herausforderung", erinnert sich Petra Rauterberg, die den Verkauf und den Neubau als Vorsitzende des Kirchenvorstands eng begleitete. So fiel der Entschluss, sich von den zu großen Gebäuden zu trennen und einen Neubau zu errichten, der kleiner und zeitgemäßer sein sollte. Dieses Konzept könne ein Beispiel für viele Gemeinden im Kirchenkreis sein, wo viele Gebäude wenig genutzt würden, findet Superintendent Castel. Darum sei es aber auch besonders schön, ausnahmsweise ein neues Gebäude einweihen zu können.

Der Verkauf des alten Grundstückes sei für die Kirchengemeinde eine große Veränderung gewesen, berichtet Rauterberg. "Verständlich, dass nicht alle damit einverstanden waren." Trotzdem hätten sie in der Bauphase immer wieder auch Zuspruch von Gemeindemitgliedern erfahren. Die Gesamtkosten des Neubaus von 495.000 Euro finanzierte die Gemeinde zum einen durch den Verkaufserlös der alten Gebäude und durch Rücklagen. Zum anderen gab es Zuschüsse vom Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld und von der Landeskirche. Und auch die politische Gemeinde übernahm einen Teil der Kosten. Im Gegenzug wurde eine Mitnutzung der Räumlichkeiten vereinbart.

Im April 2016 konnten dann die Bauarbeiten beginnen. Knapp ein Jahr später ist das neue Gemeindehaus nun fast fertig. Das neue, barrierefreie Gebäude befindet sich direkt hinter der Kemmer Kirche. Bevor die Gemeinde in ihr neues Haus einziehen kann, wird es gesegnet. "Das ist nicht nur ein Haus für die Gemeinde, sondern das Haus der Gemeinde", betont Pastor Achilles. Darum sprechen alle Gemeindemitglieder gemeinsam den Segen und machen das Kreuzzeichen.

Danach können die Besucher das neue Gemeindehaus auch von innen besichtigen. Große Fensterfronten lassen viel Licht in den neuen Gemeindesaal und bieten einen Blick auf die St.-Georg-Kirche. Diese Offenheit des neuen Gebäudes freut besonders Pastor Johannes Achilles, der die Gemeinde im verbundenen Pfarramt betreut. "Auf diese Art können sich Kirche und Gemeindehaus gegenseitig anschauen. Ich wünsche mir, dass dieses Haus der Gemeinschaft dienen wird." Julia Dittrich

Bilder

Superintendent Christian Castel lobt das neue Gemeindehaus in Kemme als Modellprojekt für den gesamten Kirchenkreis. Links Kirchenvorsteherin Petra Rauterberg. 

Bei bestem Wetter konnten Pastor Johannes Achilles (rechts) und Superintendent Christian Castel das neue Gebäude mit der Gemeinde einweihen.

Als erstes kommt das Fundament: In einer kleinen Schauspieleinlage erinnerten Pastor Johannes Achilles und Diakonin Katja Knop an die Herausforderungen beim Bau eines neuen Hauses.

Bild: Dittrich

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