Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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Einkäufe, von denen alle profitieren

Ökumenische Projektgruppe Fairer Handel seit zehn Jahren aktiv

Bad Salzdetfurth. Wer in Bad Salzdetfurth fair einkaufen will, kann das nicht nur im Bioladen oder Supermarkt tun. Fair gehandelte Produkte gibt es auch an jedem dritten Freitag im Monat, von 14 bis 17 Uhr im Gemeindehaus von St. Georg – und auch an jedem letzten Mittwoch im Monat beim Klönschnack im Gemeindehaus Martin Luther oder beim monatlichen Kirchencafé im Pfarrheim der Heiligen Familie. Und das bereits seit zehn Jahren. Am Freitag wurde der runde Geburtstag ökumenisch gefeiert.

Das Konfirmationsprojekt kann man im besten und doppelten Sinne als nachhaltig bezeichnen. Zum einen, weil die Bad Salzdetfurther nur Produkte mit dem gepa- oder dem El-Puente-Siegel vertreiben, die für Nachhaltigkeit stehen. Und zum anderen, weil die ökumenische Projektgruppe Fairer Handel Bad Salzdetfurth eine feste Größe geworden ist und inzwischen als Initiative der evangelischen Gemeinden St. Georg und Martin Luther sowie der katholischen Gemeinde zur Heiligen Familie arbeitet.

Begonnen hat alles in der Adventszeit 2005, als Konfirmanden fair gehandelten Kaffee verkauften. „Den Leuten schmeckte es so gut, dass sie darauf nicht verzichten wollten“, erklärt Ilona Wewers. Kurzentschlossen suchte die Diakonin Ehrenamtliche, die für den Verkauf verantwortlich sein könnten. Margot Lindenberg, Andrea Einert und Birgit Hielscher waren von Anfang an dabei. „Wir wollten die Idee von fair gehandelten Produkten unterstützen“, erinnert sich Birgit Hielscher.

Im Laufe der Jahre hat sich nicht nur das Team vergrößert, sondern auch die Angebotspalette. Neben Kaffee, Tee und Schokolade, gibt es inzwischen auch Rohrzucker, Reis, Quinoa (ein bolivianisches Getreide), Honig oder Wein. Rund 30 Stammkundeninnen und einige GelegenheitskäuferInnen, auch aus den Salzekliniken, nutzen das besondere Angebot.

Als die Projektgruppe jetzt ihren runden Geburtstag in der Gemeinde St. Georg feierte, kamen auch zahlreiche KundInnenen der ersten Stunde, wie Pastor Klaus-Daniel Serke und Helgard Bartens. Sie probiert gern Neues aus und deckt sich regelmäßig einmal im Monat mit diversen Produkten ein. „Die Atmosphäre ist einfach nett und der Kaffee schmeckt einfach viel besser als der aus dem Supermarkt“, sagt die Detfurtherin lächelnd und verstaut Schokode und Kaffee in ihrer Tasche. Doch dieses Mal bekommt sie noch ein Schmankerl dazu, denn zum Jubiläum gab es eine kleine Tombola und Glücksfee Aliya Loß hat auch ihr einen Gewinn zugelost.

Das Bad Salzdetfurther Team bietet ausschließlich gepa- und El Puente Produkte an. Beide Institutionen garantieren den Kaffeebauern höhere Löhne und dem Kunden Bioqualität. Zwar stehen in den Supermärkten Produkte mit dem Fairtrade-Siegel, selbst bei den Discountern. Aber das sei nicht das Gleiche. „Das Fairtrade-Siegel hat heute nicht mehr die Qualität von früher“, erklärt Hartmut Hielscher. Vor zwei Jahren war Fairtrade in die Kritik geraten, weil das Unternehmen massenhaft Betriebe in den Produktionsländern zertifizierte, die Bauern dann aber auf ihrer Ware sitzenblieben. Deshalb verzichtet gepa teilweise auf das Fairtrade-Siegel. Aus diesem Grund findet man auch bei El Puente - ebenfalls ein Pionier unter den Fair-Handels-Akteuren - grundsätzlich keine Produkte mit dem Fairtrade-Siegel. Manuela Konrad-Nöhren

Bilder:

Die ökumenische Projektgruppe Fairer Handel Bad Salzdetfurth feiert Jubiläum. Seit zehn Jahren bieten sie fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee oder Schokolade in Gemeinderäumen zum Kauf an. Von Links: Birgit Hielscher, Georg, Andrea und Alexander Einert, Pastor Serke, Margot Lindenberg, Gudrun Lins, Helgard Bartens, Siegfried Herrmann, Glücksfee Aliya Loß und Hartmut Hielscher. 

Ein breites Angebot, und alles fair gehandelte Produkte. Da fällt manchmal die Entscheidung schwer. Andrea Einert, Margot Lindenberg, Helgard Bartens und Gudrun Lins wollen es genau wissen. 

Bild: Konrad-Nöhren

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Ein starkes Team für den regionalen Gedanken

Visitation von Superintendent Christian Castel: Herausforderungen durch demografischen Wandel

Saaletal. Wie klappen Zusammenarbeit und Zusammenwachsen in einer so umfangreichen Kirchenregion wie dem Gemeindeverband Saaletal? Um das festzustellen, reiste Christian Castel, Superintendent im ev.-luth. Kirchenkreisverband Hildesheimer Land-Alfeld drei Wochen durch die Gemeinden. Und er kam zu dem Schluss: Die Hauptamtlichen stellten sich der Aufgabe „mit Fleiß und Leidenschaft“. Ein starkes Team arbeite über Gemeindegrenzen hinweg wirklich gut zusammen - und verkörpere den regionalen Gedanken „in vorbildlicher Weise“.

Der Einsatz ist auch nötig, immerhin sind Pastorin Sabine Ahlbrecht, Pastor Thomas Müller und Pastor Tetje Limmer zusammen mit Diakonin Andrea Gärtner für einen Gemeindeverband zuständig, der zehn Ortschaften umfasst, die sich in vier Kirchengemeinden gliedern, mit acht Kirchen und zwei Kapellen. Um möglichst viel vom Gemeindeleben kennenzulernen, sprach der Superintendent mit vielen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und besuchte zahlreiche Gemeinde-Veranstaltungen. Auch feierte der Superintendent fünf Mal Gottesdienst mit den Gemeindemitgliedern im Saaletal.

Unter anderem nahm er am Seniorenausflug in den Harz teil und erlebte das Entenrennen zugunsten der Stiftung Saaletal mit. Auch das Modell für den Konfirmandenunterricht im Gemeindeverband Saaletal lernte Christian Castel aus eigener Anschauung kennen. Der Unterricht verteilt sich auf fünf Jahre, von denen das erste und das letzte Jahr im eigenen Pfarrbezirk stattfinden, während die Konfirmanden in den Jahren dazwischen nach eigenen Vorlieben aus sehr unterschiedlichen Projekten wählen können.

In einem Gespräch mit Kirchenvorständen und Gemeindeverbandsvorstand ging es darum, wie das Zusammenwachsen auch mit dem zuletzt dazugekommenen Kirchspiel Wallensen funktioniert und ob der Elan der Anfangszeit des Verbandes sich hat erhalten lassen. Seit seiner letzten Visitation vor sechs Jahren habe er einige Veränderungen in der Region feststellen können, sagte Superintendent Castel in seiner Ansprache im Gottesdienst in Hemmendorf. Die älter werdende und zahlenmäßig sinkende Bevölkerung habe zu einem Rückgang der Infrastruktur geführt Die Zahl der Kirchenmitglieder sei in zehn Jahren um ein Fünftel gesunken – da würden auch in Zukunft Veränderungen und schwierige Entscheidungen nicht ausbleiben. Zumal es immer schwieriger werde, Pfarrstellen im ländlichen Raum zu besetzen.

Mit gemeinsamen Veranstaltungen, gemeinsamer Gottesdienstplanung und Gemeindebrief gebe es starke Zeichen der Zusammengehörigkeit im Gemeindeverband, so Superintendent Castel. Nicht so sicher sei er sich allerdings, ob dieses Denken und Fühlen über Gemeindegrenzen hinweg auch bei den einzelnen Gemeindemitgliedern angekommen sei. Fühlten sie sich als christliche Gemeinschaft, oder eben doch mehr dem eigenen Heimatort verbunden? „Ich glaube, dass Sie hier nicht nachlassen sollten, sondern weiterhin Wege aufeinander zu organisieren und einüben sollten“, sagte der Superintendent. Wiebke Barth

Foto: Superintendent Christian Castel.

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Bild: Neite

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„Mehr Leistungen und mehr Freiraum“

Diakoniestation Hildesheimer Land informiert über Pflegestärkungsgesetz II

Hoheneggelsen. Gemütlich sieht es aus vor der Außenstelle der Diakoniestation Hildesheimer Land in Hoheneggelsen. Unter den Zelten stehen Tische mit Kaffee, Kuchen und anderen Leckereien. Schon um 10 Uhr spendet die Sonne eine angenehme Wärme. So einladend kann eine Informationsveranstaltung zum Pflegestärkungsgesetz II sein. An diesem Samstag informiert die Diakoniestation Hildesheimer Land über die neuen Pflegegrade, die durch das Gesetz ab dem 1. Januar 2017 in Kraft treten. Eine Woche zuvor gab es bereits eine Informationsveranstaltung in der Hauptstelle Bockenem.

Nach und nach trudeln die ersten Interessierten ein. Monika Illemann ist mit ihrer Mutter Luzia Schmalz gekommen. "Ich habe nur gehört, dass es etwas Neues gibt und gleich gesagt: ,Da müssen wir hin'", erklärt sie. "Ich habe noch nicht so lange mit Pflege zu tun. Solche Veranstaltungen helfen, sich zurecht zu finden." Besonders die neuen Pflegegrade seien für die Menschen ein wichtiges Thema, berichtet auch Aneta Binczyk, stellvertretende Pflegedienstleiterin: „Für die Patientinnen und Patienten wird sich viel ändern."

Bisher richteten sich die Pflegestufen nach körperlicher Beeinträchtigung und dem Zeitaufwand in der Pflege. Das wird sich in Zukunft ändern. Zeit soll bei der Feststellung der Pflegegrade in Zukunft keine Rolle mehr spielen. Stattdessen soll die Selbständigkeit im Vordergrund stehen. Ein großer Vorteil vor allem für Demenzkranke, stellt Aneta Binczyk fest. „Menschen mit Demenz kommen häufig zu Hause nicht allein zurecht, hatten bisher aber keinen Anspruch auf Pflegeleistungen." In Zukunft sollen dagegen nicht nur körperliche Einschränkungen, sondern auch psychische Faktoren bei der Pflegebedürftigkeit berücksichtigt werden.

Aber nicht nur für Menschen mit Demenzerkrankung bringt das Pflegestärkungsgesetz Neuerungen. Aus drei Pflegestufen werden ab dem kommendem Jahr fünf Pflegegrade. Für Pflegebedürftige bedeutet das in vielen Fällen mehr Leistungen. Wer zum Beispiel bisher die Pflegestufe 2 zugeordnet bekam, wird demnächst der Pflegegrad 3 zugesprochen. Konkret bedeutet das 87 Euro Pflegegeld mehr im Monat. Für die Kundinnen und Kunden der Diakoniestation Hildesheimer Land kann das einen große Entlastung bedeuten, bestätigt Binczyk. "Wenn jemand mehr Hilfe braucht, können wir mehr Leistung anbieten, ohne dass die Person selbst zuzahlen muss."

Das freut auch Irmela Wrede, erste Vorsitzende des Fördervereins der Diakoniestation. Trotz der Entlastung werde der Verein nicht überflüssig werden, ist sich Wrede sicher: „Grundsätzlich wird sich nichts ändern." Auch in Zukunft werde sich der Verein für bedürftige Kundinnen und Kunden, aber auch für Fortbildungen und zusätzliche Arbeitsmaterialien einsetzen.

Auch Monika Illemann und ihre Mutter werden von dem neuen Pflegegrade profitieren können. "Mehr Pflegegeld bedeutet auch mehr Leistungen und mehr Freiraum." Aber nicht nur das nimmt Illemann von der Informationsveranstaltung der Diakoniestation mit: "Bei einer solchen Gelegenheit kann man sich kennenlernen. Der persönliche Kontakt ist besonders wichtig." Julia Dittrich

Bildunterschriften:

Aneta Binczyk (2. von rechts) und Irmela Wrede (rechts) sehen in den neuen Pflegegraden viele Vorteile.

Monika Illemann (rechts) und ihre Mutter Luzia Schmalz lassen sich die Neuerungen durch das Pflegestärkungsgesetz II erklären.

Bild: Dittrich

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Geschichte, Gemeinschaft und viel Engagement

Bei der Visitation der Kirchenregion Föhrste-Gerzen gibt es für Superintendentin Katharina Henking viel zu entdecken

 Föhrste/Gerzen. Immer wieder Unerwartetes und überall der Atem der Geschichte: Die Kirchengemeinden in der Region Föhrste-Gerzen hatten für den Besuch der Superintendentin Katharina Henking ein so umfangreiches Programm zusammengestellt, dass der Zeitplan während der zehntägigen Visitation mehrmals ins Wanken geriet. Allzu oft ergaben sich interessante Gespräche und Begegnungen. 

Die Superintendentin wollte die kirchlichen Einrichtungen in der St.-Andreas-und St.-Urbani-Kirchengemeinde sowie der St.-Michaelis-Kirchengemeinde am Reuberg kennenlernen, besuchte unter anderem den liebevoll geführten evangelischen Kindergarten „Unter dem Regenbogen“ in Föhrste. Sie wollte aber auch insgesamt ein Bild gewinnen vom gesellschaftlichen Zusammenleben in den Ortschaften Föhrste, Imsen, Wispenstein, Gerzen, Warzen und Hohebüchen. Daher gehörte ein Treffen mit Ortsvorstehern und Vereinsvorsitzenden ebenso zum Programm wie der Besuch einer mittelständischen Polsterei und eines Lackier-Betriebs. Bei der Besichtigung des Gutes Wispenstein war die Superintendentin beeindruckt von der Gegenwärtigkeit der Geschichte. 

„Ich habe den Eindruck, dass in den Ortschaften hier noch sehr viel funktioniert“, meinte Katharina Henking. Zu verdanken sei das dem Einsatz von Ehrenamtlichen in der Kirche und in den Vereinen und einem zum Teil über Generationen gewachsenen Gemeinschaftsgefühl. So würden Angebote und Infrastruktur erhalten. Ein Beispiel dafür erlebte die Superintendentin beim Besuch des Kindergartens „Tonkuhlenpiraten“ in Gerzen, der gerade sein 35-jähriges Bestehen feierte. Die Tagesstätte ist aus einer Elterninitiative entstanden und wird von einem Förderverein geführt. Die Einrichtung sei zwar nicht kirchlich, arbeite aber gern mit der örtlichen Kirche zusammen, erklärte Stephan Michalski, Vorsitzender des Elternvereins. 

Auch das „Hilsbad“ in Hohebüchen ist nur dank dem Einsatz eines Fördervereins erhalten geblieben. „Ich bin begeistert, das hätte ich nicht erwartet“, sagte die Superintendentin beim Anblick des liebevoll angelegten Freibades. Wie Ortsvorsteher Hermann Pahl berichtete, werde der nahe Campingplatz gern von kirchlichen Jugendgruppen besucht, die dann das Freibad nutzten. 

Eine Überraschung bot auch die reizende kleine Michaeliskirche in Warzen. 1798 erbaut, hat sie im Jahr 1998 ein neues Triptychon erhalten. Der Maler Hermann Buß greift in den unerwarteten, berührenden Motiven die umgebende Waldlandschaft auf. 

Erfreut war die Superintendentin über das entstandene Gemeinschaftsgefühl unter den Mitgliedern der beiden Kirchengemeinden: „Beim Zusammenwachsen einer Kirchengemeinde geht es um mehr als nur Stellen und Gelder.“ Pastor Karl Hesse ist dort seit 34 Jahren tätig und betreut die zwei Kirchengemeinden im gemeinsamen Pfarramt. Wenn er in zwei Jahren in Ruhestand gehe, könne das Anlass sein, neu über den Zuschnitt der Region nachzudenken, meinte Katharina Henking. Eine Kirchenregion sollte ihrer Ansicht nach groß genug sein, dass die Hauptamtlichen sich gegenseitig vertreten könnten. 

Die Mitglieder der Kirchenvorstände, die sie auf ihrer Tour begleiteten, zeigten sich offen für Veränderung. Sie betonten jedoch, sie wollten nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden: „Damit wir die Dinge erklären können, wenn wir darauf angesprochen werden“, erklärte Uwe Höltgebaum. Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg würden Ehrenamtliche vergraulen, warnten die Kirchenvorsteher und -vorsteherinnen. Die Superintendentin versprach engen Kontakt und Austausch: „Dafür bin ich da.“    Wiebke Barth
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Bild: Barth

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Naherholungsgebiet für die sorgende Seele

Landesbischof Ralf Meister besucht die Annenkirche in Luttrum 

Luttrum. In der kleinen Annenkirche hatte der Kirchenvorstand extra zusätzliche Stuhlreihen aufgestellt. Die Musiker des Bläsercorps Hackenstedt drängten sich mit ihren Instrumenten bis in den letzten Winkel des Altarraumes und fanden doch nicht alle Platz. Die Organisatoren und Organisatorinnen vom Kirchenvorstand registrierten beruhigt, dass das Wetter einigermaßen stabil blieb und sowohl Musik als auch Kuchen angekommen waren. 

Schon lange hatte sich die Kirchengemeinde den Besuch von Landesbischof Ralf Meister in Luttrum gewünscht. Jetzt war es soweit. Mit seinem Besuch auch der kleinsten Gemeinden wolle er deren starke Gemeinschaften würdigen, erklärte der Landesbischof später. Diese Gemeinden hätten es oft schwer. Darum wolle er zeigen: „Ich habe euch im Blick.“ 

Die Initiative war von Christa Könnecker ausgegangen: Der Landesbischof unterstütze gern die kleinsten Gemeinden, hatte sie gehört. Also schrieb sie ihn an und bat um einen Besuch. Schließlich zeige die Gemeinde auch Engagement: 123 Namen stehen auf der Gründungstafel für die Stiftung für den Erhalt der Annenkapelle, so die Stiftungsratsvorsitzende. Und auch für den zweiten Gottesdienst am Heiligen Abend sorge die Gemeinde ohne Pastor, erzählt Sandra Winde vom Kirchenvorstand.

 An diesem Tag mangelte es jedoch nicht an Geistlichen: Landesbischof Ralf Meister feierte den Gottesdienst in der Gemeinde gemeinsam mit Pastor Peter Michael Wiegandt und Pastorin Hanna Wagner von der Kirchenregion Holle sowie Pastor Matthias Bischoff von der Partnergemeinde Westerlinde. Auch Superintendentin Katharina Henking war unter den GottesdienstbesucherInnen. 

Auf den Bibelsatz „Alle Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch“ bezog sich die Predigt des Landesbischofs. Es gebe ja auch eine positive Form der Sorge, so Ralf Meister. So sei viel Einsatz sorgender Menschen nötig gewesen, um die kleine Kapelle in Luttrum zu erhalten. Die Sorge dürfe nur nicht zu sehr um Unwesentliches kreisen: „Wir kommen nicht ins Leben, wenn uns die Sorge verschlingt.“ Die Annenkirche jedoch empfinde er als „Naherholungsgebiet für die sorgende Seele“, so der Landesbischof. 

Ein besonderes Erlebnis war der Gottesdienst wohl nicht zuletzt für Elisabeth Wieduwilt: Sie ist die einzige Konfirmandin aus Luttrum, die in diesem Jahr mit dem Konfirmandenunterricht beginnt, und entzündete ihre eigene Kerze an der Altarkerze. Beim Hinausgehen an der Kirchentür, wo der Landesbischof jeden Gottesdienstbesucher begrüßte, schrieb ihr Ralf Meister noch einen Segenswunsch in ihr Gesangbuch. Später beim Kaffee im Festzelt lernte er auch Anna-Lena Vollbrecht kennen, die in diesem Jahr eine Urkunde erhalten hat für ihr sehr gutes Prüfungsergebnis in evangelischer Religion beim Abitur am Goethegymnasium. Er habe die Urkunden nicht nur unterschrieben, sie seien auch seine Idee gewesen, erzählte Landesbischof Meister. 

Die Gemeinde ließ sich von einem Regenschauer nicht die Stimmung verderben und feierte nach dem Gottesdienst in den Zelten vor der Kirche weiter, begleitet von der Musik des Bläsercorps Hackenstedt unter der Leitung von Achim Hartz.     Wiebke Barth

 

Bild: Barth

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Kein Übermaß an Sorgen – auch nicht bei einer Gemeindefusion

Landesbischof Ralf Meister besucht die Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Sarstedt-Land zu ihrem ersten Gemeindefest 

Groß Lobke. Die Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Sarstedt-Land im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt hat in Groß Lobke ihr erstes Gemeindefest seit der Fusion gefeiert. Auch Landesbischof Ralf Meister besuchte die Gemeinde aus diesem Anlass, predigte in der St.-Andreas-Kirche und stand anschließend im Festzelt noch Rede und Antwort. 

Schon 2012 hatte er die Gemeinde aufgesucht, als die Fusion aus vormals sechs Kirchengemeinden, die insgesamt  dreizehn Ortschaften umfassen, noch ganz frisch war. Und fragte sich damals, ob die Gemeinde wohl die vielen anstehenden Fragen klären, die Probleme lösen könne. Das gemeinsame Fest, den großen Kirchenvorstand und den Kirchenchor mit Mitgliedern aus der gesamten Gemeinde nehme er jetzt als gutes Zeichen, sagte der Landesbischof. 

Der Andrang zum Gottesdienst war groß, doch die Organisatoren hatten vorgesorgt und übertrugen den Gottesdienst auch in das Zelt neben der Kirche, damit alle Platz fänden. In seiner Predigt bezog sich Ralf Meister auf den Bibelsatz „All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ Sorge könne schön und mütterlich sein, schlage aber oft um in Angst, so der Landesbischof. Es gelte, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Er riet der Gemeinde, auch in Bezug auf die Fusion nicht im Übermaß zu sorgen, sondern von gelungenem Zusammenfinden, von guten Gesprächen zu erzählen. Solche Erzählungen bildeten die Verbindung zwischen der jahrhundertealten Geschichte der Kirchengemeinden und der Hoffnung auf die Zukunft: „Wir sind Wanderer zwischen den Welten.“ 

Für das Gespräch im Anschluss an den Gottesdienst hatte Pastorin Uta Cziczkus-Büttner in der Gemeinde Fragen gesammelt. Was er im Amt vor allem vermisse, beantwortete der Landesbischof eine davon, sei die eigene Gemeinde, die Vertrautheit, das Begleiten von Menschen. Stattdessen habe er für Begegnungen oft nur 30 Minuten: „Das geht nicht so richtig ins Herz.“ Auch stecke er immer in seiner Rolle als Bischof: „Da kommt nie einfach der Ralf zu Besuch.“ Auch er sei nicht frei von Zweifeln, erklärte er weiter: „Zweifel gehört zum Glauben.“

 Durch die Ankunft von muslimischen Flüchtlingen sehe er keine Gefahr für die christliche Kirche: Ihre Aufnahme sei eine Geste der Barmherzigkeit eines christlichen Landes. Auf die Ängste, die damit verbunden seien, müsse man aufmerksam hören, die Tatsachen den Befürchtungen gegenüberstellen. Der Politik fehle es jedoch an Visionen, wie Deutschland in fünf Jahren aussehe, sagte der Landesbischof weiter: „Das macht Angst.“ Die Frage nach besonderen Sicherheitsmaßnahmen für seinen Besuch in Groß Lobke beantwortete er lachend. Die gebe es nicht, und: „Es gibt auch überhaupt keinen Grund.“ 

Nach der Fragerunde nahm sich der Landesbischof noch Zeit für einen Teller Suppe und Gespräche mit den Gemeindemitgliedern, ehe er zum nächsten Termin aufbrechen musste. Die Zwölf-Apostel-Gemeinde Sarstedt-Land feierte unterdessen weiter mit Spielen, Zirkus MiMa, Tombola und ganz viel Musik.      Wiebke Barth 

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Nach dem Gottesdienst beantwortete Landesbischof Ralf Meister die Fragen, die Pastorin Uta Cziczkus-Büttner in der Gemeinde gesammelt hatte. 

Das Festzelt war voll besetzt, viele aus der Gemeinde wollten den Besuch des Landesbischofs miterleben. 

Bild: Barth

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Erleben mit den Sinnen hilft beim Erinnern

Altenheim-Seelsorger Pastor Torsten Kahle gestaltet im Altenheim St. Nicolai einen Gottesdienst speziell für Demenzerkrankte

 Sarstedt. In der Kapelle des Altenheims St. Nicolai Sarstedt ist nach längerer Pause wieder ein Gottesdienst extra für die Bedürfnisse von Demenzerkrankten gefeiert worden. Pastor Torsten Kahle ist neuer evangelischer Altenheim-Seelsorger in Sarstedt für die Altenheime St. Nicolai und Heilig Geist. Er ist für diese besondere Zielgruppe speziell ausgebildet und hat bereits früher solche Gottesdienste angeboten. Das Besondere sind die vielen die Sinne anregenden Elemente, mit denen die Erkrankten ins Geschehen eingebunden werden. 

Zusammen mit Heimleiterin Christine Hoschke und Susanne Lippold vom Begleitenden Dienst lenkte Pastor Kahle in seiner Predigt die Aufmerksamkeit auf das Erfassen, Erleben und Erinnern. „Was wäre der Sommer ohne Sonne“, fragte er und verteilte Bilder von der Sonne. Und da auch das Meer zum Sommer dazugehört, bekamen die Gottesdienstbesucher Muscheln in ihre Hände gelegt. Das Fühlen regt das Erinnern an die Welt und das Leben an.

 „Manchmal glauben wir, dass alles dunkel ist, aber Jesus sagt, er ist bei uns jeden Tag, er ist das Licht. Und damit geht die Sonne wieder auf“, fand der Pastor den Übergang zum weltlichen Erleben. Lieder und Gebete gehören selbstverständlich auch zu einem solchen Gottesdienst. Das Vaterunser ist besonders geeignet, denn die Männer und Frauen haben es meist tief in ihrer Erinnerung festgehalten. Manche der neun Besucherinnen und Besucher konnten es noch mitsprechen. Alle wurden zu Beginn einzeln begrüßt und abschließend gesegnet und verabschiedet. „Das ist wichtig, um sich angenommen zu fühlen. Und der körperliche Kontakt schafft Wahrnehmung“, so der Seelsorger.      Christina Steffani-Böringer

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Frauenmahl ist mehr als Essen und Trinken
Frauen aus dem Kirchenkreis verbinden leibliches und geistliches Wohl / Auftakt einer Veranstaltungsreihe zum Jubiläumsjahr der Reformation

Sarstedt. Gut 80 Frauen haben sich bei gutem Essen, Wasser und Wein im Kirchraum in St. Paulus Sarstedt-Giebelstieg getroffen und ließen sich bestätigen: „Ohne Frauen ist kein Staat zu machen“. Statt des üblichen Kaffeenachmittags hatte Karin Müller, Sarstedts Kreisbeauftragte für Frauenarbeit im evangelischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt, in diesem Jahr etwas Neues versucht. Im Geiste ähnlicher Veranstaltungen, die in der Region bereits in Hannover und Hildesheim stattfanden, hatte Müller ein „Frauenmahl“ organisiert.

Das Projekt entstand im Jahr 2010 in Marburg und zieht seitdem seine Kreise in den evangelischen Gemeinden Deutschlands. Es basiert auf der Idee der Vermischung von leiblichem und geistlichem Wohl. Schon Reformator Martin Luther hatte in seinem Haus in Wittenberg eine rege Gastlichkeit gepflegt, seine Frau Katharina von Bora bewirtete große Gesellschaften, die ihr Mann mit allerlei theologisch Nachdenkenswertem zu mehr als nur Essen und Trinken erhob. 

Zusammen mit ihrem Team servierte Karin Müller ein Drei-Gänge-Menü am Tisch und am Buffet, zwischen den Gängen sorgten Beiträge verschiedener Gastrednerinnen für Erkenntnisgewinn. Das Publikum kam aus Hannover und Laatzen, den Sarstedter Gemeinden, Gödringen, Barnten, Diekholzen und der katholischen Gemeinde Heilig Geist in Sarstedt. Dem Anlass entsprechend hatte frau sich chic gemacht, schließlich ging es nicht um irgendein Essen, sondern ein Festmahl. Die dezente musikalische Hintergrundunterhaltung gestaltete Anja Hinske-Schwedthelm am Klavier. 

Nach der Vorspeise referierte Pastorin Dr. Simone Liedtke, Referentin für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste in Hannover, zum Thema: „Warum feiern wir 500 Jahre Reformation?“ Sie dachte laut über „Mensch und Mythos“ Martin Luther nach. Für manche der Besucherinnen mag es neu gewesen sein, Luther nicht als Revolutionär, sondern als „strengen Katholiken“ zu betrachten; doch, so Liedtke: „Luther wollte die Kirche zurück zu den Anfängen führen. Reformation bedeutet Wiederherstellung und Erneuerung, nicht Umsturz.“ 

Auf die Verbreitung der reformatorischen Lehren im Sarstedter Umland durch Händler und Wanderprediger ging Liedtke genauso ein wie auf die Demokratisierung des Glaubens durch Luthers Übersetzung der Bibel ins Deutsche, die Legenden, die sich um den Reformator ranken, und seinen Einfluss auf die Rechtfertigungslehre. 

Vor dem Dessert verband Sarstedts Bürgermeisterin Heike Brennecke dann die Entwicklung der Selbstbestimmungsmöglichkeiten von Frauen in der deutschen Gesellschaft und dem deutschen Staat mit der Rolle Katharina von Boras als Gegenüber auf Augenhöhe und Managerin des „Unternehmens Luther“. Das Frauenmahl ist Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen in Sarstedt anlässlich des bevorstehenden Reformations-Jubiläumsjahres.        Christina Steffani-Böringer 

Bilder: Organisatorin Karin Müller (links) erhielt von Cornelia Renders, Referentin im Haus kirchlicher Dienste in Göttingen für das Frauenwerk, Blumen als Dank für ihr Engagement. 

Pastorin Dr. Simone Liedtke referierte locker und nachvollziehbar über Luther und die Reformation. 

An festlich gedeckten Tischen ließen es sich die Gäste gut gehen.

Bild: Steffani-Böringer

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Musik hilft bei religiöser Sprachlosigkeit

Christusgemeinde am Moritzberg weiht restaurierte Orgel ein /Volksbanken und Landeskirche spenden hohe Summen

Hildesheim. „Wir glauben mehr, als wir sagen können, deswegen singen wir“, erklärt Eckhard Gorka. Aus diesem Grund freut es den Landessuperintendenten, dass die Orgel der Christus-Gemeinde am Moritzberg wieder erklingt. Nach 40 Jahren im Dienst waren aufwändige Restaurierungs- und Säuberungsarbeiten notwendig. Die Kosten beliefen sich auf 73.500 Euro. Der Betrag ist durch Spenden von Einzelpersonen, der Landeskirche Hannovers sowie der Volksbank Hildesheimer Börde und der Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen fast vollständig zusammengekommen. Am Sonntag konnte die Gemeinde nun die Orgelweihe feiern.

„Wen das Wort ‚Weihe‘ dabei verwirrt, bei dem schlägt das lutherische Herz am rechten Fleck“, schmunzelt Gorka. Denn die evangelische Kirche weiht keine Gegenstände. Den Festakt sollten Außenstehende dementsprechend nicht als „geistlichen Schutzanstrich zur irdischen Garantieverlängerung“ verstehen, sondern als Widmung, so Gorka. „Wir widmen die Orgel heute dem gottesdienstlichen Gebrauch.“

Die Weihe nahm die Gemeinde deswegen gemeinschaftlich vor. Nach kurzen Worten von Gorka und Frithjof Tergau vom Kirchenvorstand machten die Anwesenden das Kreuzzeichen. Der Psalm 150 mit den Versen „Lobet [den Herren] mit Pauken und Reigen; lobet ihn mit Saiten und Pfeifen! Lobet ihn mit hellen Zimbeln; lobet ihn mit wohlklingenden Zimbeln“ bildete die thematisch passenden Schlussworte.

Anschließend predigte Gorka über die Orgel als Zentralinstrument für das Gotteslob. Vom Kolosser-Brief ausgehend näherte er sich diesem Thema. Ein Ansatz war für ihn eine jüdische Weisheit, welche besagt: „Alles kann Gott am besten.“ Das Gotteslob überließe er trotzdem den Menschen. „Denn unser Glaube soll und will ausgedrückt sein“, betont Gorka. Weil der Glaube aber größer als das Vokabular sei, müsse die Kirchenmusik aus „unserer religiösen Sprachlosigkeit helfen“.

Dafür ist die Orgel wieder bestens gerüstet. Sie bekam ieinen neuen Motor beziehungsweise eine Windanlage. Die ausgetauschte hatte nach jahrzehntelangem Dienst für ein hörbares Summen gesorgt, auch, wenn Stille gefordert war. In den über 2000 Pfeifen hatte sich außerdem schwarzer Staub von den nahe gelegenen Phoenix-Werken abgesetzt. Auch der Zimbelstern musste gereinigt werden. Darüber hinaus verfügt das Instrument jetzt über Holzlamellen anstelle der Plexiglas-Stücke von vorher. Der Blick ins sogenannte Schwellwerk bleibt jetzt zwar verschlossen, dafür kann Organistin Susanne Bremsteller mit den hölzernen Lamellen die Lautstärke variieren.

18.000 Euro steuerten 55 Einzelspender aus der Gemeinde bei. 32.000 Euro gab die Landeskirche Hannover dazu. 14.000 Euro kamen von der Volksbank Hildesheimer Börde, der Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen und der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland. Als Vertreter der Volksbanken sagte Sascha Hartmann: „Ihren Dank gebe ich an unsere Kunden weiter, die ermöglichen solche Spenden schließlich erst.“ Er sehe die Kirchenmusik als ein Stück Lebensqualität für den Stadtteil an. Sein Kollege Daniel Gerves von der Volksbank Hildesheimer Börde fügte hinzu, dass die Orgel wie die Kirche auf eine Geschichte zurückblickten, die es zu erhalten gälte.

Komplett sind die Kosten für die Arbeiten an der Orgel noch nicht gedeckt. Die Gemeinde hofft, den ausstehenden Betrag über Spenden bei mehreren Orgelkonzerten in den kommenden Wochen zu zusammenbekommen. Am Sonntag, 2. Oktober, spielt beispielsweise Martin Hofmann aus Goslar Werke von Mendelssohn, Alain oder Liszt. Beginn ist um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Björn Stöckemann

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Susanne Bremsteller erklärt Daniel Gerves und Sascha Hartmann (v.l.), wo die Spenden der Volksbanken in die Orgel geflossen sind. Fotos: Stöckemann

Frithjof Tergau vom Kirchenvorstand, Sascha Hartmann von der Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen, Organistin Susanne Bremsteller und Daniel Gerves von der Volksbank Hildesheimer Börde vor der Orgel.

Bild: Stöckemann

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Luise Zechnall im Alter von 72 Jahren gestorben

Gorka" „Menschen wie Luise Zechnall sind der wahre Schatz und Reichtum der Kirche"

Hildesheim. Luise Zechnall ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Seit 1975 lebte sie in Hildesheim und war als Lehrerin an der Friedrich-List-Schule tätig. Viele Menschen kennen sie auch durch ihre lebenslangen Einsatz für die evangelische Kirche. „Ich habe Luise Zechnall als eine hoch engagierte und motivierte, kritische und konstruktive Ehrenamtliche in Gemeinde, Kirchenkreis und Diakonie erlebt“, sagt Landessuperintendent Eckhard Gorka. „Menschen wie Luise Zechnall sind der wahre Schatz und Reichtum der Kirche. Ihr Tod macht uns ärmer. Ich wünsche sehr, dass ihr Mann, ihre Familie und ihre Gemeinden gerade jetzt an Luise Zechnalls Glauben und Hoffnung Trost finden.“

Fast 20 Jahre lang war Luise Zechnall Mitglied im Kirchenkreistag des Ev.-lutherischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt, viele Jahre als Vorsitzende. In dieser Funktion gehörte sie auch dem Kirchenkreisvorstand an und hat als Mitglied im Planungsausschuss die Fusion mit den früher selbständigen Kirchenkreis Sarstedt vorbereitet. Schon seit 1982 war die Sorsumerin Mitglied im Kirchenvorstand der Gemeinde Groß Escherde, seit 2006 dessen Vorsitzende. In der Gemeinde war sie auch durch die Kindergottesdienstvorbereitung und als Leiterin des Frauenkreises gut bekannt. Und sie war auch eine wichtige Stütze der St.-Andreas-Kantorei.

Luise Zechnall war Sprecherin der LektorInnen und PrädikantInnen im Kirchenkreis und hat den Verkündigungsauftrag der Kirche fast ein Vierteljahrhundert lang ausgeübt. PrädikantInnen sind ehrenamtlich tätig, dürfen selbstständig Gottesdienste leiten und selbst verfasste Predigten halten. Überdies hat Luise Zechnall in der Diakonie Himmelsthür Menschen mit Behinderungen ehrenamtlich begleitet und gehörte dem Angehörigenbeirat an. Ralf Neite

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Bild: Neite

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