Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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Luise Zechnall im Alter von 72 Jahren gestorben

Gorka" „Menschen wie Luise Zechnall sind der wahre Schatz und Reichtum der Kirche"

Hildesheim. Luise Zechnall ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Seit 1975 lebte sie in Hildesheim und war als Lehrerin an der Friedrich-List-Schule tätig. Viele Menschen kennen sie auch durch ihre lebenslangen Einsatz für die evangelische Kirche. „Ich habe Luise Zechnall als eine hoch engagierte und motivierte, kritische und konstruktive Ehrenamtliche in Gemeinde, Kirchenkreis und Diakonie erlebt“, sagt Landessuperintendent Eckhard Gorka. „Menschen wie Luise Zechnall sind der wahre Schatz und Reichtum der Kirche. Ihr Tod macht uns ärmer. Ich wünsche sehr, dass ihr Mann, ihre Familie und ihre Gemeinden gerade jetzt an Luise Zechnalls Glauben und Hoffnung Trost finden.“

Fast 20 Jahre lang war Luise Zechnall Mitglied im Kirchenkreistag des Ev.-lutherischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt, viele Jahre als Vorsitzende. In dieser Funktion gehörte sie auch dem Kirchenkreisvorstand an und hat als Mitglied im Planungsausschuss die Fusion mit den früher selbständigen Kirchenkreis Sarstedt vorbereitet. Schon seit 1982 war die Sorsumerin Mitglied im Kirchenvorstand der Gemeinde Groß Escherde, seit 2006 dessen Vorsitzende. In der Gemeinde war sie auch durch die Kindergottesdienstvorbereitung und als Leiterin des Frauenkreises gut bekannt. Und sie war auch eine wichtige Stütze der St.-Andreas-Kantorei.

Luise Zechnall war Sprecherin der LektorInnen und PrädikantInnen im Kirchenkreis und hat den Verkündigungsauftrag der Kirche fast ein Vierteljahrhundert lang ausgeübt. PrädikantInnen sind ehrenamtlich tätig, dürfen selbstständig Gottesdienste leiten und selbst verfasste Predigten halten. Überdies hat Luise Zechnall in der Diakonie Himmelsthür Menschen mit Behinderungen ehrenamtlich begleitet und gehörte dem Angehörigenbeirat an. Ralf Neite

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Bild: Neite

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Stilvoller heiraten in St. Michaelis

„Frauen um Lore“ spenden der evangelischen Gemeinde in Burgstemmen zwei Hochzeitsstühle

Burgstemmen. Die Heirat vorm Traualtar wird in Burgstemmen ab sofort ein stilvolleres Ereignis. Dank der „Frauen um Lore“ konnten für die evangelische St.-Michaelis-Kirche neue Hochzeitsstühle angeschafft werden – mit Rückenschmeichler-Lehnen aus Kernbuchenholz und Polstern aus dunkelrotem Samt.

Die „Frauen um Lore“ sind ein sechsköpfiges Team, das auf den Märkten der Region schon bestens bekannt ist. Die Spezialität: Tisch- und Türkränze. Handgemacht aus Zutaten, die die 49- bis 79-Jährigen in den eigenen Gärten finden und trocknen. „Außer Bindedraht“, verrät Lore Lehrke, „wird nichts zugekauft.“ Der Erlös der Kränze geht dahin, „wo wir sehen, dass es nötig ist“.

Nach dem Sportverein, der Mehrzweckhalle, dem MGMV und anderen Institutionen in Burgstemmen kam nun die evangelische Gemeinde in den Genuss dieser Hilfsbereitschaft. Die Idee kam Ursel Wolthausen, einer der Lore-Frauen, vor ziemlich genau einem Jahr. Damals feierte sie mit ihrem Mann in der Michaeliskirche Goldene Hochzeit. Das Jubelpaar saß auf den Stühlen, die in der Kirche bislang immer für Trauungen verwendet wurden: zwei Küchenstühle aus dem Pfarrhaus, mit Hussen überzogen, damit es edler aussah. 

Diese Zeiten sind vorbei. Statt dessen verfügt St. Michaelis nun über zwei spezielle Hochzeitsstühle, die auf den Namen „Caresse“ hören und in der süddeutschen Werkstatt des Möbeldesigners Klaus Bartels entstanden sind. Die Frauen brachten Pastor Bernd Ulrich Rüter die Stühle persönlich vorbei, der es sich nicht nehmen ließ, gleich Probe zu sitzen. „Wunderbar, man möchte gar nicht mehr aufstehen“, strahlte der Pastor. 750 Euro haben die guten Stücke gekostet. 500 Euro stifteten die „Frauen um Lore“, der Rest kam von einem einzelnen Spender, der nicht namentlich genannt werden möchte. 

Bei einer Trauung Anfang September werden die neuen Sitzmöbel erstmals zum Einsatz kommen. Die fleißigen Frauen stecken derweil Hals über Kopf in der Produktion für die nächsten beiden Märkte, den Kreativmarkt am 17. September in Burgstemmen und das Alfelder Stadtfest am Tag darauf. Da sie bei solchen Anlässen meist 60 bis 80 Kränze verkaufen, sind sie in den Wochen davor fast täglich mit der Herstellung beschäftigt. Und dann ist die Kasse wieder gut gefüllt, um neu zu schauen, wo „es nötig ist“. Ralf Neite 

Bilder: 

Lore Lehrke, Annemarie Moldenhauer, Anke Riesner, Martina Fricke, Ursel Wolthausen und Karola Knolle packen die Stühle für Pastor Bernd Ulrich Rüter aus.

Die neuen Hochzeitsstühle sind da: Anke Riesner, Lore Lehrke, Annemarie Moldenhauer, Martina Fricke, Ursel Wolthausen und Karola Knolle übergaben sie Pastor Bernd Ulrich Rüter.

Bild: Neite

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Ganz schön buntes Miteinander

Diakonie Himmelsthür feiert Sommerfest mit viel Spiel, Spaß und Informationen

Himmelsthür. „Buntes Miteinander“: Selten hat das Motto so gepasst für ein Sommerfest der Diakonie Himmelsthür. Schon im Auftaktgottesdienst dreht sich alles um bunte Vielfalt – ein farbenfroher Einstieg in das Fest, findet auch Direktor Ulrich Stoebe. Einzig das Wetter hat dieses Jahr nicht so ganz mitgespielt, obwohl doch Pastor Stoebe all die Jahre einen guten Draht nach oben habe, wie Ortsbürgermeisterin Erika Hanenkamp zur Eröffnung schmunzelnd feststellt. Aber letzten Endes tut auch ein kurzer Regenschauer der Feierlaune keinen Abbruch.

Zahlreiche Stände mit Kunsthandwerk, Blumen, biologischem Obst und Gemüse aus den eigenen Betrieben, einem Eiswagen und Spezialitäten aus Syrien und Afghanistan haben wieder viele Besucher aus Nah und Fern zum Stadtweg gelockt. Zudem verleiht ein Programm auf drei Bühnen, moderiert durch das Theaterpädagogische Zentrum Hildesheim, wieder einmal ein ganz besonderes Flair. Die Stelzenläufer Hochkant in ihren weißen Kostümen sind schon aufgrund ihrer Größe ein Hingucker. Und laut ist es bei der Trommelgruppe Nanami Daiko.

Genauso stellt sich Regionalgeschäftsführer Carsten Wirges ein gelungenes Fest auf dem Campus der Diakonie Himmelsthür vor: Eine Mischung aus guter Unterhaltung, Flanieren, Informieren und Bummeln auf dem großzügigen Gelände am Stadtweg. „Das Wichtigste ist jedoch, dass alle Menschen vom Campus dieses Fest vor der Haustür genießen können“, sagt Eventmanagerin Almut Heimann.

Timo Rittgerodt, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendbereichs, freut sich besonders darüber, dass zum ersten Mal jugendliche Flüchtlinge beim Sommerfest mit von der Partie sind. Die jungen Menschen – vorwiegend aus Syrien und Afghanistan – fanden Ende letzten Jahres Unterschlupf in der Diakonie Himmelsthür. Obwohl die meisten inzwischen in Hildesheim wohnen, haben sie weiterhin engen Kontakt nach Sorsum und bereichern das Fest mit typischen Speisen aus ihren Heimatländern.

Die Begegnungen mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen und aus den verschiedensten Ländern locken auch Claudia und Diethelm Oberg fast jedes Jahr zum Sommerfest. Das Ehepaar aus Hildesheim ist immer wieder begeistert von der Vielfalt des Angebots. „Es gibt immer was Neues zu entdecken“, erzählt Claudia Oberg.

Gerade diese Begegnungen sind es, die Carsten Wirges, Almut Heimann und Timo Rittgerodt in ihrer Arbeit immer wieder bestätigen. Die Organisatoren sind begeistert, dass auch zahlreiche Sorsumer als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer dabei sind, sei es beim Auf- und Abbau oder auch mit Darbietungen. „Es zeigt uns von der Diakonie Himmelsthür, dass auch den Nachbarn aus dem Ort die Entwicklung am Campus wichtig ist“, sagt Carsten Wirges.

Wie verbunden auch ehemalige MitarbeiterInnen mit der Diakonie Himmelsthür sind, zeigt Judith Gerstenkorn. Die ehemalige Bundesfreiwilligendienstlerin hat sich spontan als Helfern zur Verfügung gestellt hat. „Obwohl sie inzwischen in England lebt“, erzählt Almut Heimann begeistert.

Für die engagierte Kunstpädagogin und Initiatorin des Sommerfestes ist es das letzte Fest unter ihrer Regie. Sie wird künftig für die „Wilderers“, eine Gruppe Kunstschaffender aus den proWerkstätten Himmelsthür, arbeiten und mit ihnen eine Werkstatt aufbauen. Aber Almut Heimann hat ihre Nachfolgerin Miriam Raabe bereits eingearbeitet, sodass sie für das kommende Sommerfest gut gerüstet ist. Manuela Konrad-Nöhren

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Bild: Konrad-Nöhren

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Mehr Spenden für die Welt

Mehr als 4,6 Millionen Euro Spenden und Kollekten aus der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an Brot für die Welt 

Hannover. Brot für die Welt hat im vergangenen Jahr 4.646.412 Euro Spenden in der Region erhalten. In dieser Summe, die sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegt, sind alle Kollekten und Spenden aus der Landeskirche Hannovers enthalten. „Wir freuen uns, dass Spenderinnen und Spender Brot für die Welt auch 2015 ihr Vertrauen geschenkt haben“, sagt Uwe Becker, Brot für die Welt Bildungsreferent. Bundesweit gab es sogar eine Zunahme der Spendenbereitschaft: Hier erhielt Brot für die Welt im vergangenen Jahr 57,5 Millionen Euro und damit 1,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr (55,8 Mio.) Im Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld wurden an Kollekten und Spenden (im Kirchenkreis und direkt an Brot für die Welt) insgesamt 121.217 Euro gesammelt. 

Im Zentrum der Arbeit von Brot für die Welt und seinen Partnerorganisationen standen im Jahr 2015 die Überwindung von Hunger und Mangelernährung, die Förderung von Bildung und Gesundheit, der Schutz der natürlichen Lebensgrund-lagen und die Wahrung der Menschenrechte. Neu bewilligt wurden im vergangenen Jahr 553 Projekte in 79 Ländern. Die meisten Mittel (33 Prozent) flossen nach Afrika. 

Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2015 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes und Beiträge Dritter, vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 255,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gesamtausgaben für Projekte betrugen 238 Millionen Euro oder 94,3 Prozent der Mittel. Für Werbe- und Verwaltungsaufgaben wurden 5,7 Prozent eingesetzt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet die Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben als niedrig. 

Brot für die Welt ist das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen. Gegründet 1959, fördert das Werk heute in mehr als 90 Ländern Projekte zur Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit.
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Bild: Brot für die Welt

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Mitten im Stadtteil kommt die Hilfe auch an

Seit einem Jahr gibt es das Familienzentrum St. Thomas in Drispenstedt 

Hildesheim. Wohnortnah, kostenlos und mit niedriger Hemmschwelle: Das Familienzentrum St. Thomas in Drispenstedt macht es Familien leicht, Unterstützung anzunehmen und Rat zu suchen. Nach dem ersten Jahr seines Bestehens ist das Zentrum bereits gut im Stadtteil vernetzt und die Angebote werden gern angenommen: „Manche Kurse sind so voll, wir mussten zusätzliche Stühle kaufen“, freut sich Koordinatorin Stefanie Akwa. Allerdings habe das Familienzentrum auch nicht bei null anfangen müssen, sondern schon erste Angebote und Kontakte vom bestehenden Familientreff übernommen: „Das hat den Start schon erleichtert.“ 

Träger des Familienzentrums St. Thomas ist die evangelisch-lutherische Martin-Luther-Kirchengemeinde, zu der auch die St.-Thomas-Kirche in Drispenstedt gehört. Die Gemeinde hat dem Familienzentrum zwei Räume überlassen, aber auch das Außengelände, der Gemeinderaum oder sogar die Kirche werden manchmal genutzt. Das sei für die Drispenstedter egal welchen Glaubens ganz selbstverständlich, meint Cornelia Anolke, Leiterin des benachbarten Kindergartens St. Thomas: „Da gibt es keine Berührungsängste.“ 

Zwischen Kindertagesstätte und Familienzentrum besteht eine enge Kooperation. So können die Erzieherinnen Eltern auf die Angebote gleich nebenan hinweisen, wenn Ihnen auffällt, dass in einer Familie Bedarf besteht. Und die Mitarbeitenden des Familienzentrums stellen sich und ihre Kurse zum neuen Kindergartenjahr ebenfalls den Eltern vor. „Das erzählen die Eltern dann auch weiter, wenn sie Hilfe bekommen haben“, wissen Cornelia Anolke und Stefanie Akwa. Ohnehin orientiert sich das Familienzentrum bisher vor allem am Bedarf von Familien mit kleinen Kindern. Zu den Angeboten des Kinder- und Jugendhauses Drispenstedt will das Zentrum Ergänzung sein, nicht Konkurrenz. 

So gibt es beispielsweise Beratung für Schwangere und Eltern von Säuglingen durch eine Familienhebamme, verschiedene Elterntreffs, Geburtsvorbereitung, Baby-Massage und Rückbildung. Darüber hinaus haben auch die Migrations- und Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt sowie die Familienberatung der Malteser Sprechzeiten im Familienzentrum St. Thomas. Für die gute Vernetzung im Stadtteil sorgt der Beirat, in dem kirchliche, politische und soziale Einrichtungen Drispenstedts sowie die Gewerbetreibenden vertreten sind. In diesem Kreis werden neue Angebote besprochen: „Die Vielfalt bringt gute Ideen“, sagt Stefanie Akwa. 

Die Bedeutung der wohnortnahen Angebote im Herzen Drispenstedts sei nicht zu unterschätzen, sagt Cornelia Anolke.  Aus der Arbeit im Kindergarten weiß sie: „Es gibt kaum noch Eltern, die nicht berufstätig sind.“ Mit den Kindern in die Innenstadt zu fahren, dazu fehle Müttern und Vätern oft die Zeit und nicht selten auch das Fahrgeld. Deshalb arbeitet das Familienzentrum auch mit der evangelischen wie der katholischen Familienbildungsstätte zusammen, hat deren Krabbelgruppe und Musikzwerge nach Drispenstedt geholt.

 Beim letzten Jahresgespräch mit Vertretern der Stadt habe es schon mal Lob für das bisher Erreichte gegeben, freuen sich Cornelia Anolke und Stefanie Akwa. Die Stadt fördert das Familienzentrum mit 20000 Euro im Jahr, hat dafür auch ein Rahmenkonzept vorgegeben. Doch die beiden Frauen haben trotz der Anerkennung im Familienzentrum noch mehr vor. So soll in naher Zukunft eine Praxis für Logopädie und Ergotherapie dort eine Außenstelle aufmachen, da es eine solche Praxis im Stadtteil bisher nicht gibt. Ein großer Wunsch wäre noch eine Sprechzeit des Jugendamtes vor Ort. Außerdem wollen Stefanie Akwa und Cornelia Anolke das Angebot des Familienzentrums erweitern und generationenübergreifend ausbauen.    Wiebke Barth 

Bilder:

In der Krabbelgruppe können sich die Mütter ganz nebenbei über all die kleinen und größeren Probleme mit dem Nachwuchs austauschen.        Foto: Akwa 

Cornelia Anolke, Leiterin der Kita St. Thomas, und Stefanie Akwa, Koordinatorin des Familienzentrums, arbeiten eng zusammen.       Foto: Barth

Bild: Akwa/Barth

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Die Wirklichkeit ist viel teurer

Diakonisches Werk startet Bundestagspetition für mehr Chancengleichheit an Schulen

Landkreis Hildesheim. Bildung gibt's nicht zum Nulltarif. Arme Familien können deshalb einen Zuschuss für Schulkosten beantragen, 100 Euro pro Jahr stehen ihnen gesetzlich zu. Aber reicht das? Das Diakonische Werk Hildesheim wollte es 2011 genauer wissen, und fand heraus: Die Wirklichkeit ist viel teurer. Die kleine Aktion in der Region Hildesheim hat nachhaltig Wellen geschlagen. Die Diakonie in Niedersachsen nahm den Stab auf, gab eine landesweite Untersuchung in Auftrag und fand die Hildesheimer Ergebnisse bestätigt. Nun startet die Diakonie eine Bundestags-Petition für mehr Bildungsgerechtigkeit.

Die Studie wurde vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche Deutschlands durchgeführt. Der tatsächliche Bedarf für Schulsachen liegt im Durchschnitt bei 153 Euro, kam dabei heraus. Im Einschulungsjahr sind es durch Extra-Anschaffungen wie Ranzen, Rucksack, Turnschuhe oder Tuschkasten sogar 307 Euro, beim Wechsel in die fünfte Klasse 330 Euro.

In der Petition wird der Bundestag aufgefordert, den Gesetzesparagraphen zu überarbeiten, der die „Bedarfe für Bildung und Teilhabe“ regelt. Statt pauschaler 100 Euro solle sich die Unterstützung am tatsächlichen Bedarf orientieren, der wissenschaftlich ermittelt werden müsse. Das ist vor der Einführung des so genannten Bildungs- und Teilhabepakets nicht geschehen – obwohl das Bundesverfassungsgericht dieses Manko schon vor sechseinhalb Jahren in einem Urteil kritisiert hatte.

Die evangelische Kirche versucht seit 2008 mit immer neuen Aktionen, Kinder aus finanzschwachen Familien zu unterstützen: Zuschüsse des Projekts „Ein guter Start für Lisa und Jan“, Gelder aus dem Diakoniefonds, Einzelfallhilfen der Stiftung „Familien in Not“, dazu Kirchenkreis-Gelder und Gemeindeprojekte. Das alles reiche aber bei weitem nicht, um alle bedürftigen Familien zu erreichen, sagt Matthias Böning, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Hildesheim. Ziel des kirchlichen Einsatzes sei es in erster Linie, auf die Chancenungleichheit aufmerksam zu machen. „Wir wollen gar nicht erst in die Schiene geraten, Defizite auszugleichen, die die öffentliche Hand verschuldet hat“, erklärt der Elzer Superintendent Christian Castel.

Mit einer Überarbeitung des Teilhabepakets müssten auch die Hürden gesenkt werden, überhaupt an die Schulzuschüsse zu kommen, ergänzt Gisela Sowa, Koordinatorin von „Familien in Not“. Komplizierte Anträge müssten ausgefüllt werden. Die Folge, so Gisela Sowa: „Viele nehmen nicht in Anspruch, was ihnen zusteht.“ Außerdem ist das „Bürokratiemonster“, wie es Matthias Böning nennt, sehr teuer. Die Hälfte der Gelder aus dem Teilhabepaket würden seiner Schätzung nach für Verwaltungskosten ausgegeben. DenDie evangelischen Ansatz beschreibt er so: „Unser Ziel ist es erst einmal, dass manche Kinder nicht gleich vom Startblock wieder runter müssen, während die anderen schon losspurten.“ Nach Angaben des niedersächsischen Sozialministeriums kommt jedes fünfte Schulkind aus einer armutsgefährdeten Familie.

Die Online-Petition ist ab sofort freigeschaltet. Menschen, die die Initiative der Diakonie mit ihrer Unterschrift unterstützen möchten, können sich über die Homepage http://www.gerechter-schulbedarf.de/ beteiligen. In den Beratungsstellen des Diakonischen Werks liegen Unterschriftenlisten aus. 50.000 Unterschriften sind nötig, damit der Bundestag das Thema auf die Tagesordnung setzt. Ralf Neite

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Peter Noß-Kolbe, Gisela Sowa, Christian Castel und Matthias Böning mit der Studie „Schulbedarfe“, die das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche Deutschlands im Auftrag der Diakonie in Niedersachsen erstellt hat. Foto: Neite

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Bild: Neite

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Alphörner rufen zum Berg

Neue Spielzeit im Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim startet mit Gratis-Abend am 9. September

Hildesheim. Die eine wächst in den französischen Alpen auf. Der nächste erlebt Lust und Leid der Auf- und Abstiege im Profi-Fußball. Ein dritter ist auf der Suche nach dem Glauben, der Berge versetzen kann. Und so vervollständigt sich die Trilogie der großen Natur- und Seelenlandschaften im Literaturhaus St. Jakobi Hildesheim. Am 9. September wird die Spielzeit „Berg“ eröffnet. Die bekanntesten Gäste in diesem Herbst: Helge Timmerberg und Axel Hacke.

Das Experiment der Evangelisch-lutherischen Kirche, Literatur und spirituelle Angebote in einem Kulturhaus der besonderen Art zu verbinden, geht also in seine dritte Runde. Intendant Dirk Brall setzt den 2014 eingeschlagenen Weg fort: Lieber weniger und ausgewählt machen – das aber richtig gut. In der zurückliegenden Spielzeit ist das Konzept aufgegangen. „Wir hatten fast nur ausverkaufte Veranstaltungen“, freut sich Dirk Brall. Das Publikum komme aus einem Radius weit über Hildesheim hinaus. Und es gelinge – von Studierenden bis zu älteren Literaturfans – ganz unterschiedliche Publikumsschichten anzusprechen.

Wie in den ersten zwei Jahren verschenkt das Literaturhaus den Eröffnungsabend, beim Saisonauftakt ist der Eintritt wieder frei. Die „Berg“-Bühne, die zur Zeit noch von Benjamin Groß gestaltet wird, gehört am 9. September Sylvie Schenk. Mit 72 Jahren ist sie die älteste Bachmann-Preisträgerin aller Zeiten. Die Lesung ist zugleich ihre deutsche Buchpremiere, eine lange Tournee wird folgen. Schenks Debütroman „Schnell, dein Leben!“ sei eben erst erschienen, sagt Dirk Brall, es zeichne sich aber jetzt schon ab, dass er sehr erfolgreich sein werde. Die Autorin wird von ihrem Lektor Martin Kordic begleitet (Hanser-Verlag), ein Alphorn-Trio gibt musikalisch den Ton an. Gratis-Karten können über die Homepage des Literaturhauses vorbestellt werden.

Am 17. September wird das Literaturfest Niedersachsen in St. Jakobi zu Gast sein. Mit der dabei: Der Publizist Heiko Postma, Katrin Fröhlich, die deutsche Synchronstimme von Cameron Diaz, und Andreas Fröhlich, die Stimme von Bob Andrews aus den „Drei ???“ „Leidenschaften“ führen sie zusammen, gemeinsam spüren sie menschlichen Abgründen nach.

Das Literaturhaus setzt auf ein Wechselspiel mit bekannten und neuen Namen. Zu den interessanten Debütanten der Literaturszene gehört Philipp Winkler, der am 18. Oktober seinen Erstling „Hool“ vorstellen wird: eine Geschichte über die Hooligans und die Erzfeindschaft zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. Weitere junge AutorInnen sind am 22. November zu erleben.

Der durch seine verrückten Reisereportagen bekannt gewordene Journalist Helge Timmerberg lädt am 26. Oktober zu einer Lesung der anderen Art ein. Da wird er nicht einfach Auszüge seines aktuellen Buchs „Meine rote Olivetti“ vorlesen, sondern wilde Stories und Abschweifungen nach Bielefeld, Havanna und dem Himalaya zum Besten geben.

„Was glaubt ihr denn?“ hat Björn Bicker unterschiedlichste Menschen gefragt. Die Antworten finden sich in seinem gleichnamigen Buch – und bei sei Besuch im Literaturhaus am 11. November, auf den sich Dirk Brall schon ganz besonders freut: „Einer der spannendsten Texte, die in diesem Jahr erschienen sind.“ Im Dezember kommt dann noch Axel Hacke, vielfach preisgekrönter Kolumnist des SZ-Magazins und Autor von Büchern wie „Der weiße Neger Wumbaba“. Mit zwei Terminen im November und Dezember setzt das Literaturhaus zudem die Reihe „stadtgeschichten“ fort.

Auch das regelmäßige Friedensgebet „pax et bonum“, jeden Mittwoch um 18 Uhr in St. Jakobi und das monatlich „wortlabor“ im „Studio“ an der Jakobistraße sind weiter im Programm. Nähere Infos gibt es auf der Homepage www.stjakobi.de Ralf Neite

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Intendant Dirk Brall und Projektmanagerin Sarah Sophia Patzak laden zur dritten Spielzeit im Literaturhaus St. Jakobi ein.

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Bild: Neite

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Kirchengemeinde lädt zur Begegnung mit Gästen aus Südafrika und Polen 

Hildesheim. Die Matthäusgemeinde erwartet Besuch aus Südafrika und Polen und lädt zur Begegnung mit ihren ausländischen Gästen ein. Erwartet werden drei Delegierte der „Aktion Bundesschluss“, einer seit 30 Jahren bestehenden Beziehung nach Südafrika: Sejanamane Elias Mashilo (Fieldworker), Kgabutle Elias Makua (Vorsitzender des Dinkwanyane Kommittees) und Magwalatladi Hendrik Malaka (Sekretär des Dinkwanyane Kommittees). 

Gleichzeitig werden der neue lutherische Bischof und zwei weitere Vertreterinnen der polnischen Diözese Katowice Hildesheim besuchen. Die Matthäusgemeinde hat jahrelang Beziehungen nach Katowice unterhalten. Die sechs Gäste wollen ebenso wie zwei weitere Vertreter der Aktion Bundesschluss und zwei Mitglieder der Matthäusgemeinde an der Internationalen Partnerschafts-Konferenz des ELM (Evangelisch-lutherisches Missionswerk in Niedersachsen) in Hermannsburg und Wittenberg teilnehmen. 

Die Matthäusgemeinde lädt zur Begegnung und zum Gedankenaustausch mit den Besuchern am Mittwoch, 17. August, um 19.30 Uhr ins Matthäus-Gemeindezentrum Braunsberger Straße 3 ein. Weil es auch etwas zu essen und zu trinken geben soll, wird um Anmeldung im Pfarrbüro bei Petra Patz, Tel. 84340 (auch auf dem Anrufbeantworter) gebeten. Am kommenden Sonntag, 14. August, um 11 Uhr nehmen die Gäste aus Südafrika am Gottesdienst in der Matthäus-Kirche teil.
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Der Wind bläst günstig für das Gemeindeschiff

Diakonin Kristin Gebauer setzt Jugendarbeit in der Region Freden fort

 Freden. Dreifachen Grund zum Feiern hatte die Kirchengemeinde Peter und Paul in Wetteborn am Wochenende: Superintendentin Katharina Henking führte Diakonin Kristin Gebauer in ihre neue Aufgabe in der Region Freden ein, außerdem feierte die Gemeinde ihr Sommerfest und konnte sich über einen neuen Altarbehang freuen, handgefertigt von den Landwehr-Quilterinnen. Deren übrige Arbeiten waren an diesem Feiertag auch in der Kirche in der Veranstaltungsreihe Rosen und Rüben ausgestellt. 

Kristin Gebauer wird in der Kirchenregion die Arbeit mit der evangelischen Jugend fortsetzen, die ihre Vorgängerin Anika Rothe mit einer Projektstelle aufgebaut hat. Die Jugendlichen sind aus den Konfirmandengruppen hervorgegangen, haben sich zu Teamern fortgebildet und können heute selbst bei Konfirmandenfreizeiten oder im Ferienprogramm mithelfen. Nachdem Anika Rothe die Elternzeit gegangen war, hielt Nina Klüger als eine von ihnen die Fäden zusammen. Kristin Gebauer wird nun dafür sorgen, dass die Arbeit fortgesetzt wird. 

Das sei auch dem Kirchenvorstand der St.-Nicolai-Kirchengemeinde in Alfeld zu verdanken, freut sich Superintendentin Henking über das gute Zusammenspiel. In Alfeld wolle Diakonin Anja Marquardt als junge Mutter für fünf Jahre ihre Tätigkeit auf eine halbe Stelle reduzieren. Die freiwerdende halbe Stelle „leiht“ der Kirchenvorstand im Einvernehmen mit dem Kirchenkreis-Vorstand für diese Zeit an die Fredener aus: „Eine sehr gute Lösung“, findet die Superintendentin. 

Kristin Gebauer stammt aus Bremerhaven, wo sie zunächst eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert hat, ehe sie sich zum Studium in Hannover entschloss: „Ich wollte weitergeben, was ich selbst als Jugendliche erlebt habe“, erklärt die 39-Jährige, die in ihrer Heimatstadt gute Erfahrungen in der Jugendarbeit gemacht hat. Ihre Stelle in Freden sei zwar befristet, „aber in fünf Jahren kann man schon sehen, dass die Arbeit Früchte trägt“, zeigt sich die Diakonin zuversichtlich. Zuvor hatte sie in Lehrte ebenfalls mit Jugendlichen gearbeitet. Der jährliche Segeltörn mit den Konfirmanden ist ihr aus dieser Zeit als besonders prägend in Erinnerung. Das Leben auf einem Boot lehre viel über den richtigen Umgang von Christen miteinander: „Man muss aufeinander achten und Hand in Hand arbeiten.“ 

Das Bild von der Gemeinde als Schiff habe ja im wörtlichen Sinn ein biblisches Alter, griff Katharina Henking das Thema im Gottesdienst auf. Es stehe für Gemeinschaftserfahrung und Gottvertrauen. „Auch wenn der Wind mal von vorne bläst, drehen Sie nicht bei“, riet die Superintendentin der Diakonin. Katharina Henking segnete Kristin Gebauer im Kreis der evangelischen Jugendlichen. Von der Gemeinde gab es lauten Applaus. 

Dann war der Moment gekommen für Elisabeth Kaste, Monika Drücker und Sigrid Thormann von den Landwehr-Quilterinnen, den neuen Altarbehang zu enthüllen. Die acht Mitglieder des seit zwölf Jahren bestehenden Kreises hatten das Motiv gemeinsam entworfen und über ein Jahr hinweg in Gemeinschaftsarbeit angefertigt. Der Behang ist in Grüntönen gehalten, mit goldgelben Getreideähren darin. Das Bild passe gut zum Gleichnis vom säenden Bauern, sagte Pastorin Petra Horn. Seine Saat fällt nicht immer auf fruchtbaren Boden – manchmal aber eben doch. Das spreche von Zuversicht und Hoffnung trotz Niederlagen, so die Pastorin. Sich nicht entmutigen lassen – das müsse auch im kirchlichen Alltag gelten. Die Gruppe der evangelischen Jugend stelle jedenfalls eine Saat dar, die aufgegangen sei. 

Nach dem Gottesdienst feierten die Kirchgänger vor und im Gemeindehaus mit Grillstand und Kuchenbuffet. Neben den Landwehr-Quilterinnen boten auch die Handarbeitsgruppe und Hobbydrechsler Ernst Meyer Selbstgemachtes zum Verkauf an. Ein Teil des Erlöses aus dem Sommerfest ist für die Restaurierung der Kirchenorgel bestimmt.  Wiebke Barth 

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Im Kreis der evangelischen Jugend hat Superintendentin Katharina Henking Diakonin Kristin Gebauer in ihr Amt eingeführt. Die Blütenblätter der Papierblumen stehen für Segenswünsche. Fotos: Barth 

Beim Singen im Gottesdienst schon ein Team: Pastorin Petra Horn und Diakonin Kristin Gebauer. 

Die Landwehr-Quilterinnen haben der Kirchengemeinde Peter und Paul einen neuen Altarbehang geschenkt.

Bild: Barth

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„Jauchzet, frohlocket“ – auch im Sommer

Kirchenkreiskantorei übt schon jetzt für ihr Adventskonzert 

Alfeld. „Jauchzet frohlocket…!“ Etwas ungewohnt ist es für die rund 60 Sänger und Sängerinnen der Alfelder Kirchenkreiskantorei schon, mitten im Hochsommer die bekannten Choräle aus Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ anzustimmen. Doch der Konzerttermin ist gesetzt: Bis zum 3. Adventssonntag, 11. Dezember, müssen alle Töne sitzen, muss der Chorklang sich zusammengefunden haben und auch der Ausdruck stimmen. 

Chorische Disziplin aber auch viel Freude und immer mal wieder ein Gläschen Wein im Anschluss gehören zu den wöchentlichen Proben am Donnerstagabend, die unter Leitung von Kirchenkreiskantorin Christina Kothen ab 19.30 Uhr im Lutherhaus Alfeld stattfinden. Interessierte Sänger und Sängerinnen haben noch bis Ende August die Gelegenheit, für das Projekt „Weihnachtsoratorium“ in die Kantorei des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Hildesheimer-Land Alfeld einzusteigen. Nähere Auskünfte gibt es unter Tel. 849 2569.
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Bild: Johanna Baschke

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