Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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Sie erwischt Gott täglich auf frischer Tat

Viola Barchanski ist neue Leiterin der Matthäus-Kindertagesstätte

 Hildesheim. Viola Barchanski ist neue Leiterin der Matthäus-Kindertagesstätte. Zwei Jahre hatte die 48-Jährige den Kindergarten bereits kommissarisch geführt, war vorher jahrelang stellvertretende Leiterin, ehe ihr im November 2016 das Amt offiziell anvertraut wurde. Nun folgte die feierliche Einführung mit einem bunten und fröhlichen Gottesdienst, an dem viele Kinder und ihre Familien teilnahmen. Die Kinder führten außerdem unterstützt von der Band „KreuzWeise“ ein Singspiel auf.

  „Wenn du ein Kind siehst, dann hast du Gott auf frischer Tat ertappt“, zitierte Pastorin Carola Holtin einen Ausspruch Martin Luthers. Viola Barchanski stehe dafür, Kindern ein Gespür von Gott zu vermitteln in der täglichen Arbeit mit ihnen. Unter Handauflegung von Pastorin Holtin empfing Viola Barchanski den Segen für ihre Arbeit. Die Kinder aus der Kita und ihre Eltern wünschten ihr mit einem Lied und kleinen symbolischen Geschenken viele schöne Dinge: vom Regenbogen über ein Kuchenherz und Taschentücher bis zu Glück. Weitere symbolische Wünsche folgten von Carmen Niebecker für die Kitas im Kirchenkreis, Matthias Fugger für die Kita  und Petra Schäfer vom Matthäus-Kirchenvorstand.

 Viola Barchanski ihrerseits bedankte sich bei ihren Mitarbeitenden: „Ihr seid die beste Crew, die ich mir wünschen kann – ohne euch wäre ich nix.“ Dann traten alle Mitarbeitenden vor den Altar und wurden zusammen gesegnet. Die Band sang und spielte dazu „Gott segne dich“.    Marianne Bauer

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Bild: Katharina Kuschel

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Der Hahn steht auf grün

Bildungs- und Tagungsstätte Michaeliskloster Hildesheim erhält das kirchliche Zertifikat für Umweltgerechtigkeit und Nachhaltigkeit „Der Grüne Hahn“

Hildesheim, 17. Januar. Draußen herrschen Schnee und Kälte, doch drinnen im Foyer des Michaelisklosters ist es gemütlich warm als Direktor Jochen Arnold das Team der evangelischen Tagungsstätte und die Kolleginnen und Kollegen aus den Arbeitsbereichen des Zentrums für Kirchenmusik und Gottesdienst begrüßt. Seine Worte zum Jahresempfang 2017 beginnen mit einem kurzen Rückblick auf das Jahr 2016, das mit einer Vielzahl von Veranstaltungen sehr erfolgreich verlaufen sei und einem Ausblick auf 2017, das als Jahr des Reformationsjubiläums ein ganz besonderes für die evangelische Kirche und für das Michaeliskloster werde. Dann kommt Jochen Arnold aber zum besonderen Schwerpunkt: Der Auszeichnung des Michaelisklosters mit dem „Grünen Hahn“, dem kirchlichen Zertifikat des „Managements für eine Kirche mit Zukunft.“

„Nachhaltiges Wirtschaften wird für uns auch und gerade als kirchliche Einrichtung immer wichtiger“, so Jochen Arnold, der die Umsetzung des „Grünen Hahns“ als ideal für die Einführung eines Umweltmanagementsystems im Michaeliskloster sieht. Der Prozess stoße vielfältige Chancen an, meine aber auch zusätzliche Arbeit. Diese bringt beispielsweise die Erfassung der Energiedaten der Heizungsanlage und des Wasser- und Stromverbrauchs mit sich. Im Michaeliskloster sind es vor allem Stephan Podleska, Manuela Bach und Bernd Hillringhaus, die sich als Umweltbeauftragte für das kirchliche Umweltschutzzertifikat einsetzen. Hillringhaus, der als Referent für Kindergottesdienst im Michaeliskloster arbeitet, sieht sich mit Manuela Bach und Haustechniker Podleska als Promotoren des Prozesses. Am Anfang habe eine genaue Bestandsaufnahme gestanden, „neben Heizung und Wasserverbrauch haben wir auch nach dem Papierbedarf in den Büros geschaut oder die Menge der Putzmittel erfasst“, so Hillringhaus.

Unter Beteiligung aller Mitarbeitenden sind dann allgemeine Umweltleitlinien für das Michaeliskloster formuliert worden, die die generellen Umweltschutzziele beschreiben. Auf Grundlage der Stärken und Schwächen, die die Datenerhebung zeigte, wurden Maßnahmen geplant und Abläufe festgeschrieben, die für eine kontinuierliche Verbesserung des Umweltschutzes notwendig sind und zukünftig umgesetzt werden sollen. „An vielen Stellen haben wir bemerkt, dass wir schon gut unterwegs sind“, so Manuela Bach, die als Assistentin des Direktors den direkten Übersicht über die Prozesse hat. „Beispielsweise gab es bei uns schon immer fair gehandelten Kaffee. Wir setzen in der Gastronomie auf Produkte aus regionalem Anbau und werden in 2017 zu einem Ökostromanbieter wechseln“, so Manuela Bach.

Nach erfolgter Datenerhebung und Zielsetzung ist das Michaeliskloster nun in der Umsetzungsphase. In ihr werden erneut die wichtigsten Daten und Ergebnisse zusammengetragen, bewertet und neue Umweltschutzmaßnahmen eingeleitet oder auch alte Maßnahmen angepasst.

Damit das Wirken für Nachhaltigkeit nicht nur nach Innen für die Mitarbeitenden spürbar wird, sondern sich auch außen für die Gäste und Besucher des Michaelisklosters abzeichnet, wurde an der Rezeption das „Grüne Hahn“-Siegel enthüllt. Ein weiterer „Grüner Hahn“ wird bald auch außen am Eingang des Michaelisklosters zeigen, dass Kirche und Umweltschutz hier vorbildlich gelebt werden. Damit wird die wohlige und einladende Atmosphäre der Hildesheimer Tagungsstätte an kalten Wintertagen, an denen die Heizung auf Hochtouren laufen muss, auch mit einem ökologisch reinen Gewissen zu genießen sein.

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Der Pastor mit dem weißen Talar geht

Thomas Guddat wechselt nach 22 ereignisreichen Jahren von Eime nach Seelze

Eime. Thomas Guddat versteht sich als ein Pastor, der gerne neue Dinge anstößt „und dann mitgeht – nicht alle hinter mir her“. 22 Jahre lang hat er die 1800 evangelischen Christen im Flecken Eime begleitet, zu dem Deinsen, Dunsen, Deilmissen und Heimsen gehören. Den nächsten Schritt werden der Pastor und seine Gemeinde allerdings nicht zusammen tun können. Guddat wechselt zum 1. Februar nach Seelze. In einem Verbandsgottesdienst am Sonntag, 29. Januar, um 10.30 Uhr in der Eimer St.-Jakobi-Kirche verabschiedet er sich.

„Irgendwann“, so Thomas Guddat, „ist der Zeitpunkt da, wo eine Veränderung ansteht.“ Und der sei nun gekommen. Die drei Kinder sind aus dem Haus. Der 57-Jährige hat noch zehn Berufsjahre vor sich. Wenn nochmal ein neuer Schritt passieren sollte, sagte sich der Pastor, dann jetzt. Der Abschied fällt ihm allerdings schwer: „Da sind viele Beziehungen und Freundschaften gewachsen.“ Seelze im Nordwesten von Hannover hat für ihn allerdings den Vorteil, dass seine Eltern ganz in der Nähe wohnen.

Aus Lohnde bei Seelze ist Thomas Guddat auch 1995 nach Eime gekommen. Einer der Gründe war damals der Wunsch, dass die Kinder in einer ländlichen Umgebung aufwachsen sollten. „Und mich haben schon die verschiedenen Kirchen gereizt und die Unterschiedlichkeit der Kirchenvorstände“, erzählt Guddat. Das, was viele Kollegen abschreckt und eher nach Pfarrstellen in Städten Ausschau halten lässt, ist für ihn gerade reizvoll gewesen. Nämlich die Frage: „Wie können wir gemeinsam unterwegs sein?“

Thomas Guddat lobt die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Kirchen- und Kapellenvorstände. Gemeinsam habe man auch große Aufgaben gemeistert. In Eime wurde im Jahr 2000 die Kirche umfassend saniert, vor zwei Jahren hat sie ein neues Dach bekommen. Auch in den anderen Orten gab es größere Baumaßnahmen. In den letzten drei Jahren stand die Spendensammlung für neue Glocken im Mittelpunkt. 100.000 Euro sind zusammengekommen, im Laufe dieses Jahres sollen die Glocken gegossen werden.

Dass die Summe so schnell gesammelt werden konnte, ist auch ein Verdienst der Stiftung „Kirche mit Zukunft“, die Guddat 2007 mit begründet hat. 250.000 Euro Kapitel stehen inzwischen zur Verfügung. Die Stiftung ist mit ihren zahlreichen Veranstaltungen zur festen Institution im Flecken Eime geworden – nicht nur in der Kirchengemeinde.

Das entspricht dem Bild von Kirche, das Guddat vertritt. „Da sein, wo die Menschen sind“, ist sein Motto. Gottesdienste könne man auch auf dem Weihnachtsmarkt, im Festzelt oder in einer Gaststätte feiern. Besonders wichtig ist ihm die Taufe als Startpunkt einer langen, kontinuierlichen Begleitung der Familien. „Ich möchte auf eine fröhliche und einladende Art zeigen, dass die Kirche ein offenes Haus und der Glauben eine Lebenshilfe ist“, sagt der Pastor. Fröhlich, hell, befreiend: So erlebe er den Glauben, der ihn und seine Frau im Alltag trage, verrät der Pastor. Deshalb habe er auch meistens den weißen Talar bevorzugt.

Ein wichtiger Aspekt im Eimer Gemeindeleben ist auch die Musik. Zwei Posaunenchöre mit zusammen 60 Mitgliedern seien prägend für das kirchliche Leben, sagt Thomas Guddat, der selbst ausgebildeter Kirchenmusiker ist, Orgel, Trompete und Gitarre spielt. Die Gemeinde hat zudem zum Kulturangebot im Ort beigetragen, indem sie immer wieder Chöre, Theaterensembles oder Orchester eingeladen hat. Es gibt viel, an das sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin anknüpfen kann. Die Suche hat begonnen. Ralf Neite

Bild:

Thomas Guddat liebt Sport, Theater, Musik, doch das Entscheidende ist für ihn etwas anderes: „Das, was mich und uns trägt, ist der Glaube.“ 

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Bild: Neite

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Pastor Moritz geht mit

Thorsten Buck verabschiedet sich nach fünf Jahren aus der Kirchengemeinde Innerstetal

Heinde. Pastor Thorsten Buck wird in der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Innerstetal vermisst werden. Das ist bei seinem Abschiedsgottesdienst deutlich zu erkennen. Rappelvoll ist die Kirche zu Heinde. Um zusätzlich Platz zu schaffen, werden Bierbänke hinter die letzten Reihen gestellt. Auffällig viele Familien mit Kindern und Jugendliche sind gekommen, um sich von Pastor Buck zu verabschieden.

Vor fünf Jahren kam der junge Theologe nach seinem Vikariat in Northeim als Pastor auf Probe in die Gemeinde. Der gebürtige Hannoveraner zog er mit seiner Frau Louisa und den Töchtern Noemi und Marie in das in das Pfarrhaus auf dem Heinder Kirchberg. „Wir haben uns hier gleich wohl und willkommen gefühlt", erinnert er sich. Mit drei Kindern, inzwischen wurde Sohn Mattis geboren, geht es nun wieder ein Stück nach Norden. In Bissendorf in der Wedemark wird er eine neue Pfarrstelle annehmen.

Und mit ihm wird noch jemand die Gemeinde verlassen. Das verkündet Pastor Buck bereits zu Beginn des Gottesdienstes: „Pastor Moritz wird mit nach Bissendorf kommen." Pastor Moritz, eine große Handpuppe mit Talar, kennen die jüngsten Gemeindemitglieder aus der Kinderkirche.

Bucks Arbeit mit Kindern und Jugendlichen lobte dann auch Superintendentin Katharina Henking. Neben der Kinderkirche, der Teamer- und Jugendarbeit hob sie auch das große Tauffest an der Innerste hervor, das Pastor Buck 2015 mitorganisierte. "Mit seinem freundlichen und gewinnenden Wesen öffnet er Herzen und motiviert Menschen zum Mitmachen und Mitreden", so Henking.

In seinen Predigten und in vielen Projekten habe er außerdem viel Kreativität bewiesen, sagte die Superintendentin. Gleichzeitig habe er einen sehr kritischen Geist. „Ein Buck in einem Gremium ist nicht immer bequem. Aber ich möchte keinen seiner Anstöße missen." Der Gemeinde wünschte Katharina Henking, dass sie auch nach dem Abschied von Pastor Buck von seiner Arbeit profitiert. „Wir haben hier nicht nur einen hochbegabten Pastor, sondern auch eine Kirchengemeinde mit ganz viel Potential."

Diese Gemeinde wusste auch Pastor Buck sehr zu schätzen: „Natürlich gehen wir auch schweren Herzens und fragen uns, ob wir mit den Menschen noch einmal soviel Glück haben wie hier." In der nächsten Zeit wird die Gemeinde, die sich aus den Orten Groß Düngen, Heinde, Hockeln, Klein Düngen, Lechstedt und Listringen zusammensetzt, erst einmal ohne Pastor auskommen müssen. Ein Nachfolger für Thorsten Buck wurde bisher noch nicht gefunden.

Dafür gibt Pastor Buck seiner Gemeinde noch etwas mit auf den Weg: „Wenn ich einen Wunsch habe, dann dass wir eine Gemeinde nicht am Pastor messen. Dass Gemeinde auch da sein kann, wo keine festen Mauern sie schützen und niemand Ausschau hält nach dem im schwarzen Talar." Und einen kleinen Trost für die Kinder der Gemeinde hat er dann auch noch dabei. Zumindest für Pastor Moritz gibt es nämlich bereits eine Nachfolge: Pastor Felix, der seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich sieht, wird ihn in Zukunft in der Kinderkirche vertreten. Julia Dittrich

Bildunterschriften:

Großer Abschied: Viele Gemeindemitglieder kamen nach Heinde, um Pastor Buck und seiner Familie auf Wiedersehen zu sagen. Fotos: Dittrich

Pastor Buck präsentiert den Nachfolger für Pastor Moritz: Pastor Felix (links).

Bild: Dittrich

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Jugendmitarbeit in der Kirche als Übung für die Demokratie

Elske Sibberns ist neue Kirchenkreisjugendwartin in Hildesheim-Sarstedt

Hildesheim. Zirkusauftritte gehörten bisher nicht zum Aufgabenbereich von Diakonin Elske Sibberns, aber mit dem Jonglieren hat es bei den ersten Versuchen schon ganz gut geklappt. Die neue Kirchenkreisjugendwartin im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt ist jedenfalls fest entschlossen, den Zirkus MiMa weiterleben zu lassen. Anfang des Jahres ist die 30-jährige Elske Sibberns als Nachfolgerin von Dietrich Waltemate in ihr Büro in der Klosterstraße 6 eingezogen. Die Zirkusarbeit hatte sie sich aber schon in den vergangenen Herbstferien angesehen und war beeindruckt vom Engagement der JugendmitarbeiterInnen und von der Begeisterung der Kinder. Künftig wird MiMa zwar nicht mehr auf Tour gehen, aber fester Bestandteil der Ferienangebote im Freizeitheim Groß Lobke sein.

 Noch ist Elske Sibberns damit beschäftigt, KollegInnen kennenzulernen, sich in den Räumen zurechtzufinden und das umfangreiche Material des Kirchenkreisjugenddienstes zu sichten. Sie freut sich aber schon darauf richtig durchzustarten, bei Schulungen und Freizeiten mit Kindern und Jugendlichen aus dem ganzen Kirchenkreis. Besonders reizt sie dabei die politische Dimension dieser Arbeit. Die Möglichkeiten der Mitbestimmung in der Kirche seien für die jungen Menschen eine gute Gelegenheit, Meinungsbildung und Mitwirkung in einer Demokratie zu üben, Position zu beziehen und Bewusstsein für die eigene Wirksamkeit zu entwickeln: „Verstehen durch Mitmachen“, nennt das die Diakonin.

 Während sie zuvor im benachbarten Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld auch in der Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde sowie in den Gronauer Schulen tätig war, ergriff die Diakonin daher nun die Chance, durch einen Wechsel nach Hildesheim-Sarstedt nur noch auf Kirchenkreisebene zu arbeiten. Dass ihr das gefallen würde, hatte sie 2014 schon während ihres Anerkennungsjahres in Ronnenberg festgestellt. So möchte sie zum Beispiel gern wieder einen Jugendkonvent ins Leben rufen, also eine Vertretung der Jugendlichen aller Gemeinden im Kirchenkreis. Die könnten dann selbst bei der Auswahl und Gestaltung von Projekten und Angeboten mitreden: „In jedem Kirchenkreis sollte es einen Jugendkonvent geben“, findet Elske Sibberns.

 Die Diakonin ist auf einem Bauernhof in Dorum aufgewachsen, gelegen zwischen Cuxhaven und Bremerhaven in Sichtweite des Nordseedeiches. Evangelischer Kindergarten, Kindergottesdienste, Konfirmation und Mitarbeit als Teamerin erschienen selbstverständlich, doch dass ihre berufliche Zukunft in der Kirche lag, war ihr damals noch nicht klar. Stattdessen machte Elske Sibberns nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten.

 Doch sie merkte bald, dass ihr eigentliches Interesse nicht den Rechtsvorschriften galt, sondern den Menschen und deren Gründen, die sie zum Besuch einer Anwaltskanzlei trieben – sie wollte im Sozialbereich arbeiten. Elske Sibberns holte ihr Abitur nach und absolvierte in Hannover das Studium der Religionspädagogik und Sozialen Arbeit. Während des Studiums lernte sie auch ihre Partnerin kennen, mit der sie jetzt in Hannover-Kleefeld  zusammenlebt. Der Weg nach Hildesheim sei von dort kein Problem und das Stadtleben gefalle ihr inzwischen sehr gut, sagt die Diakonin. Und wenn sie sich doch mal danach sehne, vom Muhen einer Kuh geweckt zu werden, besuche sie ihre Familie im Norden.            Wiebke Barth

 

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Bild: Barth

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Gemeinsam für die Gemeinde

Alexandra Beiße ist neue Pastorin der evangelischen St.-Andreas-Gemeinde in Harsum und der St. Martinsgemeinde in Bavenstedt

Harsum. Gemeinsam und für alle, so will Alexandra Beiße die kommenden Jahre gestalten. Die 42-Jährige tritt gerade ihren Dienst als Pastorin der evangelischen St.-Andreas-Gemeinde in Harsum an. „Ich wünsche mir, dass ich hier viele Menschen treffe, die Lust haben, mitzumachen“, strahlt das neue Gesicht in der Gemeinde.

Zwei Arbeitsfelder liegen Beiße besonders am Herzen. Zum einen ist da die Jugendarbeit. Über diese ist sie überhaupt zu ihrem Beruf gekommen. Sie war selbst viele Jahre beim Zirkus Regenbogen, einem Projekt der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Georgsmarienhütte, aktiv. 2002 startete die gebürtige Georgsmarienhütterin ins Vikariat – in Harsum. „Die Jugendarbeit , die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten und das Projekt mit dem Hildesheimer Kindermitmachzirkus MiMa gehören zu den prägendsten Erinnerungen aus dieser Zeit“, verrät Beiße.

Anschließend ging sie nach Bad Lauterberg im Harz. In den elf Jahren dort lernte sie die Arbeit mit Heranwachsenden weiter schätzen. „Es ist wundervoll, die Gemeindemitglieder von Kindesbeinen an bis zu Konfirmation zu begleiten“, strahlt Beiße. Zum Abschied schenkte ihr eines der Krippenspielkinder einen Engel, der einen Ehrenplatz am Christbaum bekam. Der Abschied von den 2400 Mitgliedern ihrer ehemaligen Gemeinde fiel ihr nicht leicht, „aber ich freue mich trotzdem auf den Neuanfang“.

Der zweite Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Seelsorge. Drei Jahre war sie als Krankenhausseelsorgerin tätig, zusätzlich zu der Pastorinnenstelle wird Beiße als Notfallseelsorgerin für den Sprengel Hildesheim-Göttingen arbeiten. „Das gehört für mich einfach zusammen“, findet sie. Schließlich ist niemand vor plötzlich Unglücksfällen gefeit, und Beiße will vorbereitet sein, wenn jemand in schweren Momenten bei ihr Trost und Halt sucht. Menschen jeden Alters, jeder Konfession und jeder Herkunft gilt es dabei zu begleiten.

Im Grunde liebt Beiße jeden Teil ihrer Arbeit. Die Gottesdienste – mal still und meditativ, dann wieder laut und mitreißend. „Ich möchte diese Anlässe mit den Gemeindemitgliedern gemeinsam feiern. Gottesdienst war für mich nie, dass immer nur einer vorne steht und predigt“, verspricht sie. Aber sie möchte es behutsam angehen lassen. In ihren ersten Wochen will sie die Gemeinde kennenlernen, die Ökumene, die Politik, das bürgerliche Engagement. „Dann möchte ich gemeinsam Ideen entwickeln, die hier für alle und mit allen funktionieren“, plant sie.

Besonders auf die neue Wirkstätte mit dem idyllischen Dorfleben und der weiten Natur herum dürften sich auch Maya und Paula freuen. Der Beagle und der Labrador halten Beiße und ihren Mann seit Jahren auf Trab. Genauso lebendig und fröhlich hat Beiße auch Harsum in Erinnerung. Der kommenden Zeit blickt sie dementsprechend gespannt entgegen. Vor ihrem offiziellen Einführungsgottesdienst haben sie bereits die Eltern der derzeitigen Konfirmanden kennengelernt. Denn kaum angekommen, steckt Beiße schon mitten drin in der Jugendarbeit und plant die Konfirmandenfreizeit.

Info-Abspann:

Der Einführungsgottesdienst von und mit Pastorin Alexandra Beiße findet am Sonntag, 15. Januar, um 15 Uhr in der St. Andreas-Kirche von Harsum statt.

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Bild: Stöckemann

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Wiederentdeckung der Freiheit durch Hits

Universitätschor probt für das Mammut-Pop-Oratorium „Luther“ / Am 30. März in Hildesheim

Hildesheim. „Vorsicht, die Nummer ist gefährlich“, warnt Jochen Arnold den Uni-Chor. Da kann zwar nichts anbrennen oder explodieren. Aber die Verlockung ist groß, dass die einzelnen Stimmen einander davon laufen, weil die rasant abwärts springenden Tonfolgen dazu reizen, das Tempo anzuziehen. Die 50 Sängerinnen und Sänger versuchen es noch einmal, jetzt ist der Dirigent zufrieden: „Das ist gut jetzt, richtig cool. Wir sind ganz nah dran.“

Jochen Arnold, hauptberuflich Direktor des Michaelisklosters, ist einer von den drei Leitern des Mammutprojekts „Luther“, das die evangelische Landeskirche ab Januar auf die Bühne bringen will: Ein Pop-Oratorium mit Orchester, Band, SolistInnen – und rund 3000 ChorsängerInnen aus allen Teilen der Landeskirche zwischen Emden und Göttingen. Jetzt bereiten sie sich noch in kleineren Gruppen vor. Eine davon ist der Universitätschor, der sich seit dem Herbst in die Feinheiten und Tücken des Stücks von Michael Kunze und Dieter Falk vertieft.

„Mit so vielen Menschen gemeinsam zu singen, das macht eine Gänsehaut“, sagt eine Sängerin, die schon vor fünf Jahren beim großen Popmusical „Die 10 Gebote“ mitgewirkt hat. Die Zusammenarbeit mit den Profis, die die Solopartien singen und auch die einzelnen Chorgruppen verstärken, ist für eine andere Teilnehmerin besonders faszinierend. „Das ist auch ein interessantes Libretto. Da taucht man in diese vielschichtige Figur und auch in den Zeitgeist von damals ein“, sagt eine dritte. „Man kriegt einen anderen Zugang, bestätigt ein Sänger.

Für eine Studentin bietet „Luther“ die Chance, einen Beitrag zum großen 500-jährigen Reformationsjubiläum zu leisten. Eine Kommilitonin hat eher musikalische Gründe: „Für mich ist es eine Herausforderung, mal etwas zu singen, das mehr aus der Pop-Richtung kommt und nicht aus der Klassik.“

Jochen Arnold reizt gerade diese Mischung unterschiedlichster Aspekte: die Arbeit mit einem so riesigen Ensemble, die Musik – „Es gibt Hits, richtige Ohrwürmer“ – und die Botschaft: „Ich hatte große Lust, Luther für die Gegenwart neu zu entdecken. Es ist ein Widerspruch zu dem, was sonst so laut ist in dieser Welt. Im Grunde geht es um die Wiederentdeckung der Freiheit. Nämlich der Freiheit, die von Gott geschenkt ist.“

Im Mittelpunkt der Handlung steht Martin Luther, der 1521 vor dem Reichstag von Worms aufgefordert ist, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. Mit Rückblenden und Ausblicken rund um das dortige Geschehen erzählt das Pop-Oratorium von Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche.

Diese Geschichte, in die Michael Kunze auch fiktive Elemente eingebaut hat, belebt Dieter Falk mit Songs, die im weitesten Sinne Pop sind, aber auch von Blues-, Jazz- und Musicaleinflüssen leben. Für den Chor bedeutet das ein gehöriges Feintuning. Blue Notes, chromatische Abgänge, sogar das gefürchtete Tritonus-Intervall sind zu bewältigen. Doch die Mühe lohnt sich. Wer hätte gedacht, dass eine Zeile wie „In Worms ist Reichstag“ so swingen kann? Aber es geht ja auch nicht um trockene Theologie, sondern es wird regiert und intrigiert, „hier wird geliebt, hier wird gehasst.“ Ralf Neite

Info-Abspann:

Die ersten Aufführungen sind am 14. und 15. Januar in der TUI Arena Hannover. Am 30. März um 19.30 Uhr ist „Luther“ in der Sparkassen-Arena Hildesheim zu erleben. Weitere Aufführungen in Aurich (Stadthalle 31.03.2017), Loccum (Sporthalle 01.04.2017) und Celle (Congress-Union 02.04.2017). Karten zum Preis von 21 Euro (ermäßigt 17 Euro) gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

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Bild: Neite

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Posaunenchor Fredelsloh mit neuen Gewändern

Farbe der Landeskirche schmückt Musikerinnen und Musiker

Der Posaunenchor Fredelsloh wurde von der eigenen Kirchengemeinde Leine-Weper zu Weihnachten beschenkt. Am ersten Weihnachtstag bekamen die Musikerinnen und Musiker im Festgottesdienst in der Klosterkirche Fredelsloh eine neue Jacke in der Farbe der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. „Diese lila Oberteile sollen nicht nur gut aussehen, sondern auch in dieser Jahreszeit vor Kälte schützen“, freut sich Posaunenchorobmann Bernd Henne.
Der Posaunenchor Fredelsloh ist einer der größten und besten Posaunenchöre Südniedersachsens und hat unter seinem musikalischen Leiter Andreas Wiese (auf dem Foto dritter von rechts) erfolgreich viele Gottesdienste und andere Ereignisse mitgestaltet.

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Bild: Superintendentur Leine-Solling

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Nachwuchstheologen aus dem Kirchenkreis Leine-Solling freuen sich über Unterstüzung

15 Theologiestudierende besuchten die Superintendenten Stephanie und Jan von Lingen

Zu Weihnachten schneiten sie herein: 15 Theologiestudierende des Kirchenkreises Leine-Solling trafen sich zu einer Weihnachtsfeier in der Superintendentur in Northeim. Viele von ihnen bereiten sich auf den künftigen Dienst als Pastorinnen und Pastoren der evangelischen Kirche vor, andere planen zunächst eine wissenschaftliche Laufbahn oder werden Religionslehrer. Auch zwei Studierende für soziale Arbeit und Religionspädagogik waren zu Gast.

Bei Kaffee, Tee und Kuchen kamen die jungen Theologinnen und Theologen mit Superintendentenehepaar Stephanie und Jan von Lingen ins Gespräch über das Reformationsjubiläum und die Zukunft der Kirche. Viele studieren in Göttingen, andere hat es nach Rostock oder Wuppertal geführt. Wie in jedem Jahr unterstützt der Kirchenkreis die Studierenden mit einem Bücherspende von 150 Euro. Insgesamt sind beim Kirchenkreis 29 Theologiestudierende gemeldet. "Wir freuen uns, dass nicht zuletzt die aktive Jugendarbeit zwischen Northeim, Uslar, Moringen und Einbeck so viele junge Menschen zum Studium der evangelischen Theologie motiviert", so Stephanie von Lingen. "Wer weiß, ob nicht der eine oder die andere in unseren Kirchenkreis zurückkehrt", ergänzte Jan von Lingen.

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Bild: Superintendentur Leine-Solling

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Fürchtet euch nicht

 ‚Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren. Christus, der Herr!‘

Noch Mitte Dezember hätte ich mir nicht vorstellen können, dass es so schwer sein würde, diese bekannten Zeilen aus dem Lukasevangelium aufzuschreiben und über sie nachzudenken. Aber jetzt stehen die Bilder der Verwüstung und Zerstörung aus Berlin vor unseren Augen. Und unsere Gedanken sind bei den Menschen, die sinnlos gestorben sind oder in den Krankenhäusern um ihr Leben ringen. Und bei denen, die Trauer und Leid tragen. Die Verachtung und der Hass, die jemand hegen muss, um einen LKW als Mordinstrument zu missbrauchen, sind entsetzlich und machen uns rat- und sprachlos. Viele haben Angst vor Gewalt, die unkalkulierbar ist und wahllos Menschen trifft. Frauen, Männer und Kinder. Einheimische und Fremde, Glaubende und Nichtreligiöse. Nur, weil sie sich gerade an einem bestimmten Ort aufhalten, werden sie zu Opfern.

"Fürchtet Euch nicht!" Wäre dies nur eine Aufforderung, einfach keine Angst zu haben, würde sie vermutlich wenig bewirken. Appelle allein richten gegen Ängste wenig aus. Es braucht mehr als Worte, um Angst zu vertreiben. Es braucht die Erfahrung, dass da jemand an meiner Seite ist und mit durchsteht, was mich betrifft. Eine Hand im Rücken, die mich aufrichtet. Einen Blick, der mir wieder Mut macht.

Deshalb geht die Weihnachtsbotschaft ja auch weiter. In der Geschichte vom Kind Jesus in der Krippe. Diese Geschichte erzählt für mich zweierlei.

Das Erste: Vor einem Kind muss sich niemand fürchten. Kinder wecken in uns Erwachsenen ganz andere Empfindungen. Vor allem den Wunsch zu schützen und zu lieben. Vor einem Kind können wir unsere Ängste zulassen und dann auch loslassen.

Gott als ein wehr- und schutzloses Kind. Das ist das Zweite, was die Weihnachtsgeschichte zeigt. Wollte man fragen, was Gott sich dabei gedacht hat, ausgerechnet so zur Welt zu kommen, dann hieße die Antwort: Nur so, nämlich wehrlos und gewaltlos, kann der Teufelskreis von Angst, Gewalt und Hass unterbrochen werden.

Dafür steht das Kind in der Krippe, das dann später als Mann am Kreuz endet. Wie das Kind in der Krippe steht der gekreuzigte Jesus für eine unüberbietbare Solidarität Gottes zu uns Menschen: Auch in der extremen Einsamkeit des Todes, da, wo jeder Sinn entschwindet und jeder Kontakt abbricht, dürfen wir darauf vertrauen, dass wir nicht allein gelassen sind. Gott teilt auch diese Erfahrung mit uns und steht uns bei. Gott setzt sich in dem Kind in der Krippe selber dieser Welt mit all ihren Schattenseiten aus. Er verzichtet darauf, Hass und Gewalt mit ihresgleichen zu beantworten. Bei Gott laufen sie ins Leere.

Das Kind in der Krippe will uns ermutigen. Gegen all unsere Angst. Und es will uns mitnehmen auf seinen Weg. Die hoffnungsvolle Wahrheit von Weihnachten will uns selber zu Hoffnungsträgern machen. Zu Leuten, die dem Frieden Gottes mehr zutrauen als menschlichen Verabredungen. Zu Menschen, die Brücken der Verständigung und des Miteinanders bauen. Als solche werden wir gebraucht. In der Familie und in der Nachbarschaft, in Stadt und Land. Gerade an Weihnachten. Und auch danach. Im zu Ende gehenden Jahr hat es bei uns - Gott sei Dank - viele Menschen gegeben, die für andere zu Hoffnungsträgern geworden sind und es mit der Angst aufgenommen haben. Sie werden auch im neuen Jahr gebraucht, seit einer Woche noch einmal mehr.

Auch die Jahreslosung für 2017 macht dazu Mut. „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Das ist eine weitere Auslegung der alten und zugleich hochaktuellen Weihnachtsbotschaft: "Fürchtet Euch nicht!"

Deshalb, trotz und in allem:

Frohe und gesegnete Weihnachten!

Landessuperintendent Eckhard Gorka, Hildesheim

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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