Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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Niedersachsen wird wilderer

Künstlergruppe der proWerkstätten Himmelsthür übergibt Ministerpräsident Stephan Weil ein Kunstwerk für die Staatskanzlei

Hildesheim/Hannover. Die Wilderers aus den proWerkstätten Himmelsthür sind aus der Niedersächsischen Staatskanzlei nicht mehr wegzudenken. Die Künstlergruppe hat Ministerpräsident Stephan Weil eines ihrer Bilder überreicht. „Eine große Ehre, und Herr Weil war auch sehr sympathisch“, resümiert Patrick Premke von dem Kollektiv geistig behinderter Künstlerinnen und Künstler.

Er hat das „Niedersachsen-Bild“ zusammen mit Hans-Joachim „Ha.Jo.“ Teske und Silke Lüdecke gemalt. Zu sehen sind - unter anderem - die Michaeliskirche und das Synagogenmahnmal aus Hildesheim, die Ernst-August-Statue und die Herrenhäuser Orangerie aus Hannover, der Hundertwasser-Bahnhof von Uelzen und ein Haus der Kulturen für Menschen jeder Hautfarbe und Religion. Orte, mit denen die Gruppe sich verbunden fühlt, die für sie Niedersachsen ausmachen. Entstanden ist das Kunstwerk während der Ergebnispräsentation von „Inklusion in Niedersachsen“. Die Wilderers vertraten dort die Bildende Kunst und gestalteten das kulturelle Rahmenprogramm mit. SPD-Politiker Weil war so angetan von der Kreation, dass er bei der anschließenden Versteigerung der Zuschlag bekam.

„Sehr gut gelungen“, lobt Weil das fertige Gemälde. „Ein angemessenes Geschenk zum 70. Geburtstag des Landes Niedersachsen“, findet er. An dem Bild sollen sich alle MitarbeiterInnen und BesucherInnen der Staatskanzlei erfreuen. Bei der Übergabe hatte Ines Ney, kaufmännische Direktorin der Diakonie Himmelsthür, außerdem noch ein Präsent für den Minister. Er ist jetzt Besitzer des Buches „Molly und Wanda“ von Silke Lüdecke. „Die Geschichte erinnert daran, seine Träume auch in schweren Zeiten nicht zu vergessen“, erklärt Ney. Dieses „Trostbuch“ ist mit dem Unic-Design-Award ausgezeichnet, dem einzigen Preis im deutschsprachigen Raum, auf den sich Menschen mit und ohne Handicap gleichberechtigt bewerben können. „Ich finde, sie sollten das aber erst an Heiligabend aufmachen“, lacht Künstler Premke.

Dass die Kunst der Wilderers auf Landesebene ankommt, freut auch Jörg Plehn, Geschäftsführer der proWerkstätten Himmelsthür. „Kunst ist Kommunikation auf Augenhöhe“, betont er. Während dessen plaudern die Künstler mit und der Politiker ohne Handicap über das Bild. „Solche Situationen erleben wir ständig, denn die Kunst schafft eine Gesprächsbasis“, erläutert Plehn weiter. Die Wilderers sind seiner Ansicht nach ein Leuchtturmprojekt in Niedersachsen, ein Alleinstellungsmerkmal der Region Hildesheim und eine Begegnungsort. „Die Menschen leben hier richtig auf.“ Deswegen wollen die Wilderers in absehbarer Zukunft ein Atelier in der Stadt beziehen.

Der Ausflug in die Landeshauptstadt und das Treffen mit dem Ministerpräsidenten ist für die zwei Künstler – Lüdecke ließ sich erkrankt entschuldigen – selbstverständlich ein außerordentliches Erlebnis. Aber die Wilderers haben ihre Arbeit bereits in der Vergangenheit über Hildesheims Landkreisgrenzen hinaus getragen. 2010 stellten sie im Niedersächsischen Landesmuseum aus, ein Bild von Premke hängt im Sozialministerium. Acht KünstlerInnen bilden das Kollektiv, das seit 1997 besteht. Dementsprechend aufgeregt, aber zugleich routiniert war Premke, als er bei der Versteigerung des Bildes von Hildesheims früherem Sozialdezernenten Dirk Schröder das Mikrofon gereicht bekam. Genauso locker und tatkräftig ist er an diesem Tag in der Staatskanzlei und hängt das Bild nach der Übergabe selbst auf.

Die ersten MitarbeiterInnen und BesucherInnen, von der Presse oder aus der Politik, bleiben direkt stehen, um das neue Werk zu bewundern. In Zukunft sind die Wilderers also wirklich nicht mehr aus Niedersachsen wegzudenken. Björn Stöckemann

Ministerpräsident Stephan Weil (dritter v.r.) legte MitarbeiterInnen und BesucherInnen frühzeitig ein Geschenk unter den Christbaum. Das brachte nicht der Weihnachtsmann, sondern die Wilderers und VertreterInnen der Diakonie Himmelsthür. Fotos: Stöckemann

Ministerpräsident Stephan Weil erhielt von Ines Ney, Diakonie Himmelsthür, und Jörg Plehn, proWerkstätten Himmelsthür, ein preisgekröntes Buch einer Künstlerin der Wilderers.

An dieser Stelle hängt das „Niedersachsen-Bild“ der Wilderer in Zukunft. Hans-Joachim Teske (links) und Patrick Premke mit Ministerpräsident Stephan Weil.

Bild: Stöckemann

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Wie können die Religionen miteinander lernen, beten und singen?

Fachtag Interreligiöses Lernen in Hildesheim bietet wissenschaftliche Diskussion und praktische Hilfen für den Bildungsalltag

 Hildesheim. Interreligiöser Dialog findet in den kirchlichen Einrichtungen täglich und überall statt: In den Gemeinden bei der ehrenamtlichen Arbeit mit Flüchtlingen, in den Kindertagesstätten und Schulen im Umgang mit Kindern unterschiedlichster Herkunft und Religion. Dabei entstehen viele Fragen, manchmal auch Konflikte und Zweifel genauso wie Überraschungen und Gemeinsamkeiten.

 Wie selbstverständlich das gemeinsame Lernen gelingen kann lässt sich bei den Kleinsten abschauen. Silke Feldberg-Akhand ist Erzieherin in einer evangelischen Kita in Frankfurt, in der die Hälfte der Kinder aus muslimischen Familien stammt. „Wir feiern natürlich christliche Feste wie Weihnachten und Ostern. Zu den Jahresfeiern gehört aber auch das Opferfest, das von muslimischen Kindern und ihren Eltern vorgestellt wird.“ 

Der Erfahrungsbericht aus der Kita war Teil eines Fachtags zum interreligiösen Lernen, zu dem Michaela Grön, Koordinatorin Evangelische Bildung im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt, im November eingeladen hatte. Die Teilnehmenden konnten in Workshops außerdem Beispiele aus Schule, Hochschule und Kirchengemeinde kennen lernen und auf dem Wege einer wissenschaftlich fundierten Diskussion zu eigenen Positionen finden. 

Sollten Kinder unterschiedlichen Glaubens im Kindergarten zusammen Adventslieder singen? Wie können Schulen und Hochschulen einen Raum der Stille einrichten, der Angehörigen aller Religionsgemeinschaften gerecht wird? Ist es in Ordnung, in einer christlichen Kirche zusammen mit Muslimen zu beten? Darf bei einem interreligiösen Fest Alkohol auf dem Tisch stehen? Die Fragen und möglichen Reibungspunkte sind vielfältig. Bei einer Online-Umfrage in den Bildungseinrichtungen erfuhr Michaela Grön: Das Thema interreligiöses Lernen steht für viele ganz oben auf der Liste des Interesses. „Und das ist auch gut so“, findet sie. „Denn nach meinem Verständnis gehört es zum Profil Evangelischer Bildung, dass wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum guten Miteinander der Religionen befähigen. Darin liegt auch eine Chance, die eigene Religion neu zu entdecken.“

 Rund 65 Teilnehmende waren zum Fachtag in die Dombibliothek gekommen. Superintendent Mirko Peisert begrüßte sie an seinem ersten Arbeitstag in seinem neuen Amt. „Bildung und Religion sind verschwistert, sind untrennbar miteinander verbunden“, sagte Peisert. „Der heutige Fachtag zum interreligiösen Lernen kommt aus meiner Sicht genau zur richtigen Zeit und greift viele aktuelle Fragen auf, brisante wie auch ganz alltägliche.“

 Prof. Dr. Wolfgang Reinbold stellte in einem Impulsvortrag die Arbeit des Hauses der Religionen in Hannover vor, das deutschlandweit erste Zentrum für interkulturelle und interreligiöse Bildung. Dort werden Fortbildungen, Diskussionen und Begegnungen für Gruppen jeden Alters angeboten, interreligiöse Projekte koordiniert und gemeinsame Friedensgebete vorbereitet.

Für den Theologen und Beauftragten für Kirche und Islam der Landeskirche  ist für eine gelungene Zusammenarbeit die Haltung entscheidend. Es brauche die Verbundenheit mit der jeweils eigenen Tradition ebenso wie die Einsicht, dass das eigene Verstehen immer unvollkommen ist. Wesentlich seien zudem das Zutrauen in den Dialog, Empathie und die Bereitschaft, sich berühren zu lassen. „Eine Einwanderungsgesellschaft, die multireligiös ist, muss lernen, Unterschiede auszuhalten“, so Reinbold. „Bei einem multireligiösen Empfang zum Beispiel kann auch der Rotwein auf dem Tisch stehen. Interreligiöse Gastfreundschaft bedeutet nicht, dass derjenige mit den meisten Verboten gewinnt und schließlich nur Brot und Wasser übrig bleiben. Gastfreundschaft bedeutet die Offenheit aller, die am Tisch sitzen.“

 Das Interesse der Teilnehmenden fand auch ein Fortbildungsprogramm für evangelische, katholische und islamische ReligionspädagogInnen. Es wird in gemeinsamer Verantwortung von den Bistümern Hildesheim und Osnabrück, dem religionspädagogischen Institut Loccum und dem Zentrum islamische Religionspädagogik Niedersachsen herausgegeben. Im Vorbereitungsteam und unter den Teilnehmenden der Fortbildung sind Christen und Muslime in gleicher Anzahl vertreten. Die islamische Religionspädagogin Dr. Kathrin Klausing stellte das Programm vor: „Wir haben dafür Themen ausgesucht, die für beide Religionen von Bedeutung sind und zugleich Stoff für Auseinandersetzung bieten.“ Klausing betont: „Unser Ideal ist die Augenhöhe“.           Wiebke Barth/Michaela Grön

Bild: Jochen Grön

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Wie ein Sprung aus dem fahrenden Zug

Kirchenkreisjugendwart Dietrich Waltemate geht in den Ruhestand

 Hildesheim. Mit 64 Jahren noch in der kirchlichen Jugendarbeit – das hätte er nicht für möglich gehalten, als Dietrich Waltemate vor 33 Jahren seinen Dienst als Jugenddiakon in Hildesheim antrat. Doch bis heute fällt es dem Kirchenkreisjugendwart nicht schwer, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Schwerer wird da wohl der Abschied in den Ruhestand am Ende des Jahres. Noch stapelt sich auf seinem Schreibtisch die Arbeit, noch ist er während der Brettspieltage voll eingespannt in den Gemeinden, von Abschied keine Spur: „Das wird wie ein Sprung aus dem fahrenden Zug“, sagt Dietrich Waltemate.

 Er hat Generationen von Jugendlichen ein Stück ihres Weges begleitet, bei Jugendfreizeiten, Schulungen und Projekten. Die Zeit, die er in Gruppenleiterkursen verbrachte, summiert sich auf ein Jahr. Noch viel mehr Zeit gehörte dem Zirkus Mima, mit dem ihn viele identifizieren. Dabei sei der Mitmachzirkus gar nicht seine Idee gewesen, sagt Dietrich Waltemate. „Das ging von den Jugendlichen aus.“ Ein Zeltlager in Dänemark, das habe denen nicht gereicht: „Sie wollten auch etwas für andere machen.“ So wurde das Zirkusprojekt geboren.

 „Das erste Mal ging völlig schief“, erinnert sich Waltemate. Aber die Jugendlichen wollten trotzdem weitermachen und seither ist er jedes Jahr mit dem Zirkus und einer Gruppe junger Menschen auf Tour gegangen. Nie wurde es ihm langweilig, nie zur Routine: „Ich kann mich immer freuen, wenn ein Kind entdeckt, ich habe da eine besondere Fähigkeit. Es ist was Tolles, wenn man Kindern so den Rücken stärken kann.“ Selbst könne er weder auf dem Seil balancieren noch Einrad fahren, das sei gar nicht nötig. Er habe den Kindern nur die Möglichkeiten und den Raum gegeben, etwas zu probieren.

 Das sei überhaupt ein Prinzip, nach dem er heute ebenso wie vor 33 Jahren arbeite: Den Jugendlichen – oder auch Erwachsenen - nichts aufzudrücken, sondern deren Ideen und Bilder aufzunehmen und mit ihnen gemeinsam zu entwickeln. Die Ergebnisse seien oft beeindruckend und auch für ihn selbst überraschend: „Das ist das Faszinierende an diesem Beruf.“ Dabei habe er sich immer auf das Team von Kolleginnen und Kollegen stützen können, das viele Aktionen erst möglich gemacht habe. Der Kirchenkreis als Arbeitgeber biete sehr viel Freiraum, die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen selbst zu gestalten.

 Dabei hat Dietrich Waltemate als junger Mann seinen heutigen Beruf keineswegs schnurstracks angesteuert. Er stammt aus dem kleinen Ort Meiborssen im Weserbergland, wo er eine Zwergschule besuchte, in der acht Klassen in einem Raum unterrichtet wurden – und die er in bester Erinnerung hat. Nach dem Volksschulabschluss kam die Lehre. Als Gürtler bearbeitete er Metall, stellte zum Beispiel Leuchter her. „Aber ich konnte mir nicht vorstellen, das mein ganzes Leben lang zu machen.“ Also bildete er sich fort, wurde Diakon, zuerst für fünf Jahre in Göttingen, danach 33 Jahre in Hildesheim.

 Damals war die Jugend friedensbewegt, im Umweltschutz engagiert, „und einfach alles wurde diskutiert“. Der größte Unterschied zur Jugend heute liegt aber aus Dietrich Waltemates Sicht nicht in den Themen, sondern eher im Zeitmangel. „Die Schule nimmt die Jugendlichen sehr ein. Man kann kaum noch gemeinsame Termine finden“, sagt Waltemate. Die Folge: Die Jugendlichen machten zwar gern bei befristeten Projekten mit, aber langfristig wollten sie sich nicht binden. Denn Klausurtermine in der Schule gingen vor.

 Irgendwann würde er wohl zu alt für die Jugendarbeit, dachte Dietrich Waltemate sich in den 1990er Jahren und sattelte ein berufsbegleitendes Studium der Sozialen Arbeit auf, um sich beruflich mehr Möglichkeiten offen zu halten. Doch der Augenblick kam nie – der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt wollte auf den Kirchenkreisjugendwart keineswegs verzichten.

 Nun ist es doch soweit, Dietrich Waltemate wollte mit dem Ruhestand nicht warten, bis die Gesundheit nicht mehr mitmacht. Er ist froh, dass seine Arbeit fortgesetzt wird. Nachfolgerin Elske Sibberns beginnt im Januar und wird auch den Zirkus Mima fortleben lassen, als „Zirkus vor der Stadt“ im Freizeitheim Groß Lobke.

 Was für ihn nach dem Sprung aus dem fahrenden Zug kommen soll, weiß der 64-Jährige noch nicht so genau. Mit so viel freier Zeit habe er ja keine Erfahrung, machte sich selbst im Urlaub immer schon Gedanken über die nächsten Projekte, arbeitete oft abends und am Wochenende. Vieles musste deshalb bisher zurückstehen: Die Familie – seine Frau, drei Kinder und zwei Enkel – die Motorradtouren, der Besuch von Kulturveranstaltungen: „Das wird eine ganz neue Lebenssituation.“

 Die Verabschiedung von Dietrich Waltemate findet am Sonntag, 4. Dezember, um 17 Uhr im Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche statt. Anschließend gibt es einen Empfang im Gemeindesaal.        Wiebke Barth

Bild: KKJD

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Die neue Lutherbibel 2017 kommt auf einem roten Kissen

Nicolai-Kirchengemeinde führt beim „Tafeln am Taufstein“ neue Übersetzung ein und feiert den Beginn des Jubiläumsjahres

Sibbesse. Die Nicolai-Kirchengemeinde in Sibbesse hat die neu übersetzte Lutherbibel 2017 mit einem festlichen Gottesdienst eingeführt. Das zehnte „Tafeln am Taufstein“ in der Nicolai-Kirche war außerdem der Auftakt zum Jahr des Reformationsjubiläums.

 Die Neubearbeitung der Übersetzung der Bibel ins Deutsche durch Martin Luther stand im Mittelpunkt des besonderen Gottesdienstes. Um den Taufstein herum hatten sich zahlreiche Gemeindemitglieder versammelt. Unter Leitung von Lektor Dr. Holger Schütte und Mitwirkung von Mitgliedern des Kirchenvorstandes erfuhren die Feiernden Interessantes, Wissenswertes und manches Überraschende zur neuen Übersetzung der Heiligen Schrift.

 Das Buch der Bücher war würdig auf ein rotes Kissen gebettet, als es Küsterin Christiane Möhlmann zum Altar trug. Dabei folgte ihr die Gottesdienstgemeinde in einer feierlichen Prozession quer durch die Kirche. Danach wurden einzelne Bibelverse von verschiedenen Orten des Gotteshauses aus vorgelesen. So erhielten die Teilnehmenden einen ersten Eindruck von der Sprache der überarbeiteten Bibelübersetzung. Auf einem Tisch im Altarraum lagen Zettel mit Bibelversen aus unterschiedlichen Übersetzungen bereit. Anhand dieser Beispiele konnten sich die Anwesenden ein Bild davon machen, wie sich die Sprache der Bibel im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.

 Nach diesem geistlichen Brot des Lebens gab es ein nahrhaftes „Tafeln am Taufstein“, welches der Kirchenvorstand angerichtet hatte. Musikalisch gestaltete diesen Gottesdienst Isolde Winter an der Orgel und mit einem von ihr geleiteten Projektchor. Neben dem bekannten Lied Martin Luthers „Ein‘ feste Burg ist unser Gott“ erklangen die Chorsätze „Ich heb‘ mein‘ Augen sehnlich auf“ und „So wünsch ich euch ein‘ gute Nacht“, die in der Reformationszeit entstanden sind.

 Die Gottesdienstgemeinde erlebte eine fröhliche und stimmige Feier für Martin Luther und die neue Lutherbibel 2017. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres wird es wieder ein „Tafeln am Taufstein“ geben.                    Claudio Steinert

 

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Mit Orgelmusik durch die Zeit gereist

Konzert mit Benjamin Dippel in der Sibbesser Kirche

 Sibbesse. Die Sibbesser Kirchengemeinde hat das Jubiläumsjahr zur Reformation auf musikalische Weise eingeläutet. Benjamin Dippel, Kirchenkreiskantor aus Northeim, entlockte der Orgel bei einem Konzert in der Sibbesser Kirche vielfältige und teilweise ungewohnte Klänge. Sie fluteten wie ein Rausch von der Orgelempore herunter auf die im Kirchenschiff Lauschenden.

 Kirchenmusiker Dippeol war früher in Alfeld tätig und mittlerweile in vielen Teilen Europas und sogar in Japan musikalisch unterwegs. In Sibbesse führte er die Zuhörenden durch die Welt kirchlicher Orgelmusik. In seinen einleitenden Erläuterungen zu den einzelnen Orgelwerken wies der Künstler darauf hin, dass Martin Luther einst mit seinen Reformen eine neue Ära der kirchlichen Geschichte inspiriert habe. Deshalb begann er das Konzert mit einem modernen Werk des Komponisten Nigel Ogden unter dem Titel „New Era“.

 enjamin Dippel spielte außerdem Werke so unterschiedlicher Komponisten wie Dietrich Buxtehude, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Johannes Brahms. Im Reger-Gedenkjahr durfte auch ein Stück des Komponisten Max Reger nicht fehlen. Das spritzig-moderne „Mozart Changes“ von Zsolt Gárdonyi beschloss das Konzert. Benjamin Dippel interpretierte alle Werke virtuos mit dem ihm eigenen „Dippel-Esprit“.

 Wohlklingend ergänzt wurde diese Orgelreise von einem Projektchor, den die Sibbesser Organistin Isolde Winter initiiert hatte. In monatelanger Probenarbeit hatte sie mit den 15 Sängerinnen die schönen Sätze der Lieder „Ich heb‘ mein‘ Augen sehnlich auf“, „Du, meine Seele, singe“, „Gott ist mein Licht“ sowie der abendlichen Melodien „Abendruhe“ von Wolfgang Amadeus Mozart und „So wünsch‘ ich euch ein’ gute Nacht“ einstudiert. Begleitet wurden die Sängerinnen dabei vom Ortspastor Claudio Steinert auf dem elektronischen Klavier.

Karen Brethauer-Buttler dankte den Musizierenden im Namen des Kirchenvorstands, das Publikumdankte mit herzlichem Applaus.     Claudio Steinert

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"Die Gemeinde hat sich gut entwickelt"

Pastorin Uta Cziczkus-Büttner verlässt nach zweieinhalb Jahren die Zwölf-Apostel-Gemeinde Sarstedt-Land / Abschiedsgottesdienst am Sonntag

Hildesheim. Geht es um das persönliche Highlight ihrer Zeit als Pastorin der Zwölf-Apostel-Gemeinde Sarstedt-Land, muss Uta Cziczkus-Büttner nicht lange überlegen: „Das Gemeindefest im September hat wirklich etwas bewegt", findet sie. Für die Zwölf-Apostel-Gemeinde war es das erste Gemeindefest überhaupt.

Für Cziczkus-Büttner wird es aber auch das letzte Fest bleiben, das sie als Pastorin in der Gemeinde feierte. Zum 1. Dezember wird sie ihre Stelle aufgeben. In Zukunft wird sie als Gefängnisseelsorgerin für den Stadtkirchenverband Hannover arbeiten. Bereits in ihrer Zeit als Schulpastorin in Hannover konnte sie Erfahrungen mit Gefängnisinsassen sammeln. Im Rahmen des Projektes "Knast-Kontakt" besuchte sie damals gemeinsam mit Oberstufenschülern Jugendliche im Strafvollzug. „Ich fand das damals sehr spannend. Es war eine gute Erfahrung für Schüler und Inhaftierte." Darum freue sie sich sehr auf ihre neue Tätigkeit. Gleichzeitig wisse sie aber auch ihre Zeit in Sarstedt-Land zu schätzen. Ihr Abschiedsgottesdienst am 27. November in Oesselse beginnt um 11 Uhr.

Im April 2014 hatte sie als Pfarrerin der Landeskirche eine Vakanzvertretung in der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde übernommen. Erst 2012 wurde diese durch die Gemeinden Algermissen, Groß Lobke, Hotteln-Bledeln-Gödringen, Ingeln-Oesselse, Lühnde und Trinitatis gegründet. In der jungen Gemeinde hieß es nun zunächst, Strukturen zu entwickeln, berichtet Cziczkus-Büttner, die von Anfang an auch die Geschäftsführung übernahm.

Gemeinsam mit Pastorin Annegret Austen und Pastor Yorick Schulz-Wackerbarth betreute sie 13 Orte mit 6300 Mitgliedern und zwölf Predigtstätten. Damit ist die Gemeinde die größte des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt. Neben den Kirchen und Kapellen verfügt die Gemeinde auch über drei Kindertagesstätten und sieben Friedhöfe. In den letzten zweieinhalb Jahren konnte die Pastorin verfolgen, wie die Gemeinde zusammenfand: „Natürlich wird eine solche Fusion nicht von Anfang an von allen Mitgliedern mitgetragen. Aber die Gemeinde hat sich gut entwickelt."

Das sei nicht zuletzt der guten Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand und den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern zu verdanken. „Hier kann man nicht alleine Pastorin sein. Neue Ideen und Konzepte müssen immer zusammen entwickelt werden." So konnten beispielsweise gemeinsame Jahresthemen initiiert werde. Diese werden von allen Gruppen der Gemeinde und auch in den Gottesdiensten bearbeitet.

Außerdem konnte der zweiphasige Konfirmandenunterricht in der 4. und 8. Klasse eingeführt werden. Cziczkus-Büttner betreute die Pilotgruppe. „Dadurch kommen wieder mehr jüngere Kinder in den Gottesdienst. Das ist sehr schön für die Gemeinde", erklärt sie. Die älteren Konfirmanden würden im Laufe des Unterrichts alle Gemeindehäuser der Zwölf-Apostel-Gemeinde kennenlernen.

Besonders das gemeinsame Fest im September habe aber gezeigt, wie sehr die Gemeinde bereits zusammengewachsen sei. Eineinhalb Jahre hatte ein Festausschuss das zweitägige Fest vorbereitet. „Für uns alle war bis zum letzten Tag nicht einschätzbar, ob es angenommen wird oder ob wir auf allem sitzen bleiben", erzählt Cziczkus-Büttner. Das Fest wurde ein großer Erfolg. Arbeitskreise, Musikgruppen und Chöre aus allen Orten der Gemeinde stellten ein Programm auf die Beine und lockten viele Besucher an. Cziczkus-Büttner sieht darin auch die Stärke einer großen Gemeinschaft: „Als große Gemeinde können wir auch Großes auf die Beine stellen".

Trotzdem müsse die Gemeinde noch mehr zusammenfinden. „Die Größe ist auch eine Herausforderung. Ich würde mir wünschen, dass die guten Wege und die Gemeinschaft weiter gepflegt werden. So etwas dauert. Aber ich sehe, dass die Menschen aufeinander zugehen." Julia Dittrich

Bild: Pastorin Uta Cziczkus-Büttner freut sich auf neue Herausforderungen in der Gefängnisseelsorge. Foto: Dittrich

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Bild: Dittrich

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Angebote der Kirchenpädagogik im Sprengel Hildesheim-Göttingen

Karin Breuninger, Oberstudienrätin aus Alfeld, lädt alle am Thema Kirchenpädagogik Interessierten ein, mit ihr als Beauftragte für für Kirchenpädagogik im Sprengel Hildesheim-Göttingen ein Projekt für und im Reformationsjahr 2017 zu planen:

"Der Startschuss zum Jubiläumsjahr ist gefallen: Es gibt Angebote und Informationen in Fülle! Das Jahr will geplant werden!

Deshalb will ich Ihnen keinen weiteren Termin – die Einladung zum jährlichen Sprengeltreffpunkt – zumuten, sondern Ihnen für Ihre Kirche, Ihre Gemeinde ein Projekt anbieten:

Wo sind Spuren der Reformation in dieser Kirche?

 Diese niedrigschwellige Erkundung habe ich auf dem jüngsten Treffpunkt in Loccum vorgestellt; die Rückmeldungen waren sehr positiv, vor allem, weil ein minimaler Aufwand nötig und jeder Kirchenraum geeignet ist.

 Also:

Ich kann zu Ihnen kommen zu einem Workshop, für Interessierte in einer Region, in einem Kirchenkreis oder in anderen Zusammenhängen.

Sie können Kontakt zu mir aufnehmen und sich informieren lassen.

Wir können gemeinsam Ihre Veranstaltung planen.

Ich freue mich auf spannende Begegnungen!"

Ihre Karin Breuninger

Kontakt:

Karin Breuninger

Karin.Breuninger@gmx.de

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Blumen und Bilanzen

Kirchenkreistag Hildesheim-Sarstedt verabschiedet 23-Millionen-Euro-Haushalt und erlebt eine blütenreiche Ankunft des neuen Superintendenten

Hildesheim. Der neue Superintendent muss den ganzen Kofferraum voller Blumen gehabt haben. Bei seinem ersten Kirchenkreistag holte er einen Blumenstrauß nach dem anderen hervor, um sich bei denen zu bedanken, die den evangelischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt in den 13 Monaten seit dem Weggang von Helmut Aßmann maßgeblich am Laufen gehalten haben: allen voran den beiden stellvertretenden SuperintendentInnen Andrea Burgk-Lempart und Peter Noß-Kolbe. Der letzte der acht Sträuße war für Dietrich Waltemate: Nach 33 Jahren im Kirchenkreisjugenddienst geht der Diakon in den Ruhestand. Waltemate wurde von den 60 Delegierten mit minutenlangen Standing Ovations verabschiedet.

Es war der emotionale Schlusspunkt einer Versammlung, die eigentlich im Zeichen der Zahlen und Bilanzen stand. Die Mitglieder beschlossen einstimmig den Haushaltsplan für die Jahre 2017 und 2018. Der Haushalt hat ein Volumen von jährlich über 23 Millionen Euro; der größte Teil ist mit rund 15,5 Millionen Euro für die 20 evangelischen Kindertagesstätten vorgesehen. Die Planung ist für beide Jahre ausgeglichen – unter dem Strich steht eine schwarze Null.

Klaus Neuser vom Finanz- und Planungsausschuss sowie Cordula Stepper als stellvertretende Verwaltungsleiterin im Kirchenamt erklärten stolz, dass der Haushaltsplan in Punkt und Komma die Zielvorgaben der längerfristigen Finanzplanung bis 2022 einlöst. Dazu gehören eine jährliche Erhöhung der Gelder für die Gemeinden um ein Prozent sowie zusätzliche Baumittel in Höhe von 150.000 Euro, die ebenfalls den Gemeinden zugute kommen werden. Zudem sieht das Papier die Einrichtung einer halben PastorInnenstelle für Springeraufgaben vor. Die Mehrausgaben werden aus den Rücklagen des Kirchenkreises gedeckt.

Auf den Haushalt fällt diesmal besonderes Augenmerk, weil die Verwaltung zum 1. Januar mit der sogenannten Doppik ein neues Abrechnungssystem einführt, wie es in vielen Kommunen schon länger Gang und Gäbe ist. „Ein Trost für mich ist, dass es für unseren Kirchenamtsleiter Herrn Stöber bereits die fünfte Doppik-Umstellung ist“, sagte Andrea Burgk-Lempart. Der Systemwechsel ist in anderen Teilen der Landeskirche zum Teil durchaus nicht immer reibungslos vonstatten gegangen.

Gemeinsam mit Peter Noß-Kolbe zog Andrea Burgk-Lempart ein Fazit des Jahres, in dem beide den Kirchenkreis kommissarisch geleitet haben. Zu den positiven Entwicklungen gehöre die neue Trägerstruktur der Kindertagesstätten. Der Anschluss an die Tarifstruktur des öffentlichen Dienstes sei ein großer Gewinn. Er bedeute nicht nur eine bessere Bezahlung für die ErzieherInnen, sondern mache den Kirchenkreis auch als Arbeitgeber attraktiver.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Fusion der Kirchenämter Hildesheim und Peine. In Peine müssen noch bestehende Verpflichtungen gegenüber dem Kirchenkreis Gifhorn und der Landeskirche geklärt werden. Die Gremien des Kirchenkreisverbands Hildesheim wollen das Thema in den nächsten Monaten intensiv diskutieren und Ende März 2017 einen Beschluss fassen, ob die Fusion realisiert werden soll.

Peter-Noß Kolbe ging auf die Personallage in Hildesheim und der Region ein. Der Nachbarkirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld hatte kürzlich die Alarmglocken geläutet, weil in absehbarer Zeit viele PastorInnen in den Ruhestand treten und es in ländlichen Gemeinden immer schwerer wird, Ersatz zu finden. Für Hildesheim-Sarstedt gab Peter Noß-Kolbe Entwarnung: Bislang konnten alle Pfarrstellen schnell wieder besetzt werden. Dazu gebe es im Kirchenkreis eine gut ausgeglichene Altersstruktur. Ralf Neite

Bilder:

Einstimmig verabschiedeten die Delegierten den Doppelhaushalt für 2017/18.

Mirko Peisert dankte den stellvertretenden SuperintendentInnen Andrea Burgk-Lempart und Peter Noß-Kolbe für ihren Einsatz im zurückliegenden Jahr.

Bild: Neite

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Gegenüber der Politik und Vermittler in der Gesellschaft

Hildesheimer Rat der Religionen gegründet 

Hildesheim. Hildesheim bekommt einen Rat der Religionen. Gründungsmitglieder sind die Jüdische Gemeinde Hildesheim, das Katholische Stadtdekanat Hildesheim, der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt, die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Hildesheim sowie die BaháʹÍ-Gemeinde und Abrahams Runder Tisch. Sie alle haben bereits einen Vertreter oder eine Vertreterin mit einem Mandat beauftragt. Die Satzung des Rates der Religionen tritt am 1. Dezember in Kraft. Die konstituierende Sitzung findet im Januar statt. 

Anstoß für die Gründung habe der Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Januar 2015 gegeben, erklärt Stadtdechant Wolfgang Voges, kommissarischer Sprecher des Rates der Religionen. Ihm und dem damaligen Superintendenten Helmut Aßmann sei klar gewesen, dass solche Ereignisse nach einer gemeinsamen Reaktion der Religionsgemeinschaften verlangten. „Wir wollten betonen, dass wir auch an der Seite der Muslime stehen“, so Wolfgang Voges. 

Doch wer wäre berechtigt, beispielsweise zu einem Gottesdienst oder einem gemeinsamen Gebet im Namen der Gemeinden aufzurufen? Abrahams Runder Tisch führt zwar schon seit 20 Jahren das interreligiöse Gespräch, doch wirken dort Einzelpersonen ohne Auftrag ihrer Religionsgemeinschaften. Sie können jeweils nur für sich persönlich sprechen. 

Der Rat der Religionen dagegen soll auch für die Politik ein Gegenüber sein, soll im Namen der Glaubensgemeinschaften Stellungnahmen abgeben und Veranstaltungen anberaumen können. Vorbild war der Rat der Religionen in Hannover. Auch Oberbürgermeister Ingo Meyer habe großes Interesse gezeigt. So fand ein erstes Gespräch der Religionsvertreter im Rathaus statt, für die Glaubensgemeinschaften also auf neutralem Gebiet.

 Abrahams Runder Tisch setzt seine inhaltliche Arbeit fort. „Wir haben bei der Zusammenarbeit mit Abrahams Rundem Tisch so viele Gemeinsamkeiten entdeckt, dass wir das Trennende vernachlässigen können“, sagt Emin Tuncay, der im Rat der Religionen die Türkisch-Islamische Gemeinde vertritt, gleichzeitig einer der Sprecher von Abrahams Rundem Tisch ist. „Wir wollen zeigen, dass die Zusammenarbeit der Religionen möglich ist.“ In den 20 Jahren sei zwischen den Teilnehmenden „Geschwisterlichkeit“ entstanden. Es gehe aber keineswegs darum, Unterschiede zu verwischen, betont Wolf-Georg von Eickstedt, Vertreter der Jüdischen Gemeinde: „Jeder lebt seine Religion.“

 Die Gründungsmitglieder wollten den Rat der Religionen erst einmal auf den Weg bringen, betonen die Vertreterinnen und Vertreter. Der Rat sei selbstverständlich offen für weitere Glaubensgemeinschaften auch nicht abrahamitischen Ursprungs. Voraussetzung für die Aufnahme sei die Anerkennung des Grundgesetzes, der gegenseitige Respekt, Toleranz und ernsthaftes Interesse und Bemühen um den Dialog, erklärt Wolfgang Voges. In der Satzung heißt es: „Der Hildesheimer Rat der Religionen arbeitet auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung, Begegnung und Solidarität der beteiligten Religionsgemeinschaften.“

 Nicht jedes Mitglied einer Glaubensgemeinschaft sei in gleichem Maße an einem Miteinander interessiert, weiß Christiane Schubert, Vertreterin von Abrahams Rundem Tisch. Es sei daher auch Aufgabe der Ratsmitglieder, in ihre Religionsgemeinschaften zurück zu wirken.

 In der aktuellen politischen Situation, in der Menschen sich aus Frustration gegen die etablierten Parteien wenden und gesellschaftliche Gruppen sich immer weiter voneinander entfernen, komme den religiösen Gemeinschaften eine Vermittlerrolle zu, sagt Stadtdechant Voges: „Wir haben schließlich jeweils beide Seiten in unseren Gemeinden.“           Wiebke Barth 

Bild:

Sie vertreten ihre Glaubensgemeinschaften im Rat der Religionen (von links): Emin Tuncay (Türkisch-Islamische Gemeinde), Wolfgang Voges (katholisches Stadtdekanat), Wolf-Georg von Eickstedt (Jüdische Gemeinde), Mirko Peisert (Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt), Ute Zaplinski (BaháʹÍ-Gemeinde) und Christiane Schubert (Abrahams Runder Tisch).     
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Bild: Barth

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Wie lautete Luthers 96. These?

Kirche wird zum Theatersaal: Impro-Gruppe "Die 5. Dimension" zu Gast

Bad Salzdetfurth. Die Impro-Theater-Gruppe "Die 5. Dimension" aus Hannover war in der Martin-Luther-Kirche in Bad Salzdetfurth zu Gast. An dem witzigen Abend kamen kirchliche Themen wie "Gesangbuch" und "Luthers 96. These" nicht zu kurz. Aber auch regionale Begebenheiten wie "Salinen" und "Salzdetfurther Salz" wurden in Szene gesetzt. Vorgaben wie Orte, Berufe, Emotionen lieferte das Publikum, das somit am Entstehen der spontanen Geschichten beteiligt war.

Organisiert und finanziert wurde die Veranstaltung von der Ev.-luth. Kirchenstiftung Bad Salzdetfurth. "Mit den bisherigen Zinserträgen haben wir Anschaffungen wie zim Beispiel die Bänke für den Kinderaltar und Materialien für die Taizé-Gottesdienste finanziert. Jetzt wollten wir einmal etwas Kuturelles fördern", sagt Pastor Klaus-Daniel Serke.

Das Kuratorium habe sich diesmal bewusst für ein Angebot entschieden, das für viele Menschen - Jugendliche, Erwachsene, Senioren, Kirchen- und Nichtkirchenmitglieder - interessant sein könnte. Und habe auch bewusst den Kirchenraum dafür gewählt, erläutert er. Kirche und Kultur, das passe besonders in der Martin-Luther-Kirche gut zusammen.

Hier kann vor den Altarraum ein großer Vorhang gezogen werden. Somit erhält man einen großen Veranstaltungssaal. Man kann die Faltwand zum direkt angrenzenden Gemeinderaum öffnen und dort Stehstische mit Getränken und kleinen Snacks aufbauen, an denen in der Pause Zeit für Begegnung ist. "Diese Möglichkeit haben die Leute gern genutzt", ergänzt Diakonin Ilona Wewers. "Viele waren angeregt miteinander im Gespräch und ganz überrascht, als die 30 Pausen-Minuten um waren und der zweite Teil der Impro-Show los ging."

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Die Ev.-luth. Kirchenstiftung hatte die Improtheater-Gruppe "Die 5. Dimension" aus Hannover engagiert. Bei ihrer Show in der Martin-Luther-Kirche gab es viel zu lachen. Am Ende wurde die beste Vorgabe des Abends prämiert. Gewonnen hat Susanne Lins (Mitte).

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Bild: Wewers

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