Sprengel Hildesheim-Göttingen / Landessuperintendent

Bild: Klosterkirche Amelungsborn - seit 5. Februar 2016 mit neuem Turm.

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Bild: hmh

Aus Hameln in Verbundenheit mit evangelischen Christen auf der ganzen Welt

Christa Walz nach 17 Jahren Tätigkeit als Geschäftsführerin des Evangelischen Bundes - Landesverband Hannover verabschiedet

Amelungsborn, 14. Februar. Auch wenn im Jahr des Reformationsjubiläums in Deutschland allerorten von Martin Luther die Rede ist, leben doch eine Mehrzahl evangelischer Christen nicht in Europa, sondern verstreut in Ländern überall auf der Welt. Mit den evangelischen Kirchen, die in der Diaspora (Griechisch für „Zerstreuung“) liegen, Kontakt zu halten und den Dialog mit den anderen christlichen Konfessionen zu führen, ist Aufgabe des Evangelischen Bundes (EB). Neben Gustav-Adolf-Werk und Martin-Luther-Bund ist der EB eines der drei Diasporawerke der evangelischen Kirche. Gegliedert in Landesverbände gibt es so auch in der hannoverschen Landeskirche den EB, in dem sich Menschen zusammengefunden haben, um Ökumene und Diasporaarbeit voran zu bringen. Der EB verbindet dabei Menschen aus unterschiedlichen Berufen und unterschiedlichen Alters. Sie alle teilen die Begeisterung für evangelisches Leben und ökumenische Zusammenarbeit weltweit.

Der Landesverband Hannover des EB traf sich am 14. Februar zu seiner Mitgliederversammlung im evangelischen Zisterzienserkloster Amelungsborn im Weserbergland. Neben einem Rückblick auf die Tätigkeiten im vergangenen Jahr, in dem u.a. die finanzielle Unterstützung für evangelische Gemeinden in Lettland und Ägypten sowie die Förderung einer ökumenischen Flüchtlingsinitiative in der Türkei im Mittelpunkt standen, wurde Christa Walz aus ihrer Aufgabe als Geschäftsführerin des EB  Hannover verabschiedet. Mehr als 17 Jahre leitete die Hamelnerin die Geschicke des EB Hannover, während ihr Ehemann Horst Walz als in seiner Zeit als Superintendent und später im Ruhestand Vorsitzender war. Nachdem Pastorin Tina Meyn aus Banteln im Jahr 2015 die Leitung übernommen hatte, blieb Christa Walz Geschäftsführerin und unterstützte den neuen, jungen Vorstand mit voller Kraft. Landessuperintendent Eckhard Gorka, selbst Mitglied im Evangelischen Bund, verabschiedete Christa Walz für den Landesverband des EB und für die hannoversche Landeskirche aus ihren Aufgaben mit einem herzlichen Dank: „Neben den vielen Studienreisen, ist es vor allem die Unterstützung der Theologischen Fakultät der Universität Klaipeda (Memel) in Litauen, die ihnen am Herzen gelegen hat. Daneben waren sie immer die verlässliche und zuverlässige Ansprechpartnerin für alle Mitglieder des EB. Was sie geleistet haben und neben dem EB auch in anderen evangelischen Werken an verantwortlicher Stelle an Aufgaben übernommen haben, das verdient höchste Anerkennung.“

Die Vorsitzende des EB Hannover Tina Meyn unterstrich die gute Zusammenarbeit: „Ich bedauere sehr, dass sie ihr Amt als Geschäftsführerin nun niederlegen. Umso größer ist meine Freude, dass sie eine ihrer Aufgaben weiter führen werden.“ Den gespannten Mitgliedern zugewandt fuhr Pastorin Meyn fort: „Auch in Zukunft wird es vielseitige und informative Fahrten für unsere Mitglieder geben, denn Christa Walz wird die erste Reiseleiterin eines Landesverbandes!“ Als Nachfolger von Christa Walz in der Geschäftsführung des EB Hannover begrüßte Tina Meyn Pastor Ulrich Noetzel. Ulrich Noetzel liegt die ökumenische Arbeit am Herzen, er hat seit Studienzeiten zahlreiche Kontakte zu Kirchen auf den britischen Inseln. Vor zwei Jahren übernahm er im jungen Vorstand des EB Hannover bereits die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dass nun auch die Geschäftsführung in den Händen von Pastor Noetzel liegt, zeigt dass der Generationenwechsel im EB Hannover gelungen ist.

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Es brennt wieder Licht im Pfarrhaus

Ordination von Elsa Höffker als Pastorin der Kirchengemeinde Iber-Odagsen mit den dazugehörenden Dörfern Buensen-Dörrigsen-Edemissen-Immensen-Strodthagen und der Kirchengemeinde Dassensen-Wellersen mit Rotenkirchen

Iber, 12. Februar. „Wir freuen uns so, dass wieder Licht im Pfarrhaus von Iber brennt“, so die vielen Gäste, die am vergangenen Sonntag den Weg aus den umliegenden Dörfern und aus Iber in die St.-Johannes-Kirche genommen hatten, um mit Landessuperintendent Eckhard Gorka, Superintendentin Stephanie von Lingen und vielen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern den Ordinationsgottesdienst von Elsa Höffker zu feiern. Die 1986 in Göttingen geborene neue Pastorin der aus vielen kleinen Dörfern bestehenden Kirchengemeinde hat in ihrer Heimatstadt evangelische Theologie studiert und dort an der Christophorusgemeinde das Vikariat absolviert. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jan und ihrer gemeinsamen Tochter Julie ist sie jetzt ins Pfarrhaus in Iber eingezogen und freut sich auf den Dienst in einer ländlichen Kirchengemeinde.  „Ich kann Menschen in unterschiedlichen Phasen ihres Lebensweges begleiten und gemeinsam mit ihnen danach suchen, was sie im Leben trägt“, so Elsa Höffker. Die junge Geistliche hat aber auch die Herausforderungen des Strukturwandels im Auge: „Wie soll Kirche heute im ländlichen Raum aussehen? Auf diese Frage möchte ich gemeinsam mit anderen  Antworten finden.“ Der herzliche Empfang in Iber und die Worte Landessuperintendent Gorkas gaben Hinweise, wo im Alltag einer Kirchengemeinde die Antworten liegen könnten. „In unserer Kirche ist in den zurückliegenden Jahren eine neue Anerkennungs- und Wertschätzungskultur gewachsen. Gut so!“, sagte der leitende Geistliche des Sprengels Hildesheim-Göttingen in seiner Predigt. „Ihre neue Pastorin wäre sicher auch eine gute Ärztin geworden, aber eine ganze Kirche freut sich, dass Sie einen anderen Weg geführt worden sind“, beschrieb Gorka den Studienweg der jungen Amtsschwester. Dass Elsa Höffker in eine dörfliche Region mit außergewöhnlich musikalischer Begabung kommt, zeigten die vielfältigen musikalischen Ensembles mit ihren musikalischen Darbietungen in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche. In den an den Gottesdienst anschließenden Grußworten hießen die örtlichen Vereine und Verbände ihre neue Gemeindepastorin herzlich willkommen. Zur neuen Ausstattung im Pfarrhaus hatten sie viele Geschenke mitgebracht, neben regionalen Köstlichkeiten auch neue Wanderkarten, um der Pfarrfamilie die Wegfindung zwischen den vielen kleinen Dörfern zu erleichtern.



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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Der Pastor ist gekommen um zu bleiben

Pastor Tetje Limmer offiziell in Oldendorf-Benstorf-Osterwald eingeführt

Oldendorf. Der große Tag ist gekommen, der Superintendent ist da, und Pastor Tetje Limmer huscht mit suchendem Blick durch seine Kirche. Es ist der Tag seiner Amtseinführung und ausgerechnet für ihn bleibt kein Gesangbuch übrig. 180 Besucher füllen die St.-Nikolai-Kirche in Oldendorf. Pastor Limmer strahlt. „Dass sie alle hier sind, zeigt mir, dass ich willkommen bin.“

Mit dem Gottesdienst am Sonntag hat der Pastor offiziell die Pfarrstelle Oldendorf-Bernstorf-Osterwald angetreten. Vorstellen muss er sich den Gemeindemitgliedern nicht mehr. Schon vor drei Jahren, frisch vom Predigerseminar, ist er in der Gemeinde angekommen. Jetzt ist seine Probezeit vorbei, er hat sich auf die Stelle beworben, so dass Superintendent Christian Castel ihn offiziell einführen kann, der Kirchenvorstand und Pastor Thomas Müller als Vorsitzender des evangelischen Gemeindeverbands Saaletal ihn begrüßen können. „Heute ist ein Tag, um nach vorne zu schauen“, freut sich Pastor Müller.

Seiner Zukunft blickt Limmer freudig entgegen. „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du wirst keinen Tag arbeiten müssen“, zitiert er Konfuzius in seiner Antrittspredigt. Er möchte seinen Dienst in den kommenden Jahren so fortführen, wie er die vergangenen Jahre gestaltet hat, und darüber hinaus offen für neue Ideen sein. „Ein großes Ziel für sicherlich jeden Kollegen ist es, eine Gemeinde für Jung und Alt zu schaffen“, erklärt er. Durch die Arbeit mit Jugendlichen ebenso wie mit den langjährigen Kirchgängern möchte er die Menschen von 15 bis 50 Jahren für das Gemeindeleben begeistern.

Superintendent Castel ist zuversichtlich, dass Limmer der richtige Mann für diese Aufgabe ist. „Ich habe ihn im vergangenen Jahr bei seiner Arbeit im Kindergarten und Konfirmandenunterricht besucht, seine Predigten gehört und mich mit ihm und dem Kirchenvorstand ausgetauscht“, bestätigt er. Ihn freut es besonders, dass sich der junge Vater Limmer für die ländliche Gemeinde entschieden hat. Zuletzt durfte Castel mehr Pastoren verabschieden als begrüßen. Sechs Vakanzen gibt es derzeit in den beiden Amtsbezirken des Kirchenkreises.

„In den kommenden Jahren steht uns zwar eine Pensionierungswelle bevor, aber wir fallen nicht ins Bodenlose“, beruhigt er. Pastor Limmer sei zwar eher die Ausnahme als die Regel, aber durch die Anstellung eines Springer-Pastoren sieht er den Kirchenkreis gut vorbereitet. Wie in vielen anderen Berufszweigen zieht es den Nachwuchs in die Städte, das sei nicht zu übersehen, so der Superintendent. „Wir denken über Konzepte und Anreize nach, wie wir dem entgegenwirken können.“ Ein Beispiel dafür wäre die Bereitstellung attraktiver Pfarrhäuser. Das Leben im ländlichen Raum biete schließlich auch Vorzüge gegenüber der Anonymität und Hektik einer Stadt. „Diesen wertvollen Schatz gilt es zu entdecken und zu erleben“, sagte der Superintendent.

Für Tetje Limmer und seine Familie stand schnell fest, dass sie in Oldendorf bleiben wollten. Vor allem die Menschen, mit denen er zu tun hatte, halfen bei dieser Entscheidung. „Ich kann mir fast nicht mehr vorstellen, in einer Stadt zu leben“, überlegt er. Sein Vorgänger blieb über 30 Jahre im Amt - auch ein Kompliment an die Stelle und die Gemeinde, findet Nachfolger Limmer. „Ich muss natürlich realistisch bleiben und kann nichts versprechen“, betont er, „aber ich wäre nicht traurig, wenn dies meine letzte Stelle wäre.“   Björn Stöckemann

 

 

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Bild: Stöckemann

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Carsten Warncke ist der neue Pastor in der Kirchengemeinde Klein Ilsede bei Peine

Klein Ilsede, 11. Februar. Die evangelische Kirche plage Nachwuchsmangel an Pastorinnen und Pastoren, ist oft zu hören. Nicht genügend junge Menschen haben sich in den vergangenen Jahren für ein Theologiestudium entschieden. Zu wenige waren bereit, die lange Studienzeit und das anschließende Vikariat, das auf den Beruf des Pastors konkret vorbereitet, auf sich zu nehmen. Die große Freude war daher Landessuperintendent Eckhard Gorka anzumerken, als er am 11. Februar in der St.-Urban-Kirche in Klein Ilsede nach nur kurzer Vakanzzeit Carsten Warncke in den Dienst als Pastor einführen konnte. Da Warncke vorher das Vikariat in Uelzen und Veerßen abgeschlossen hatte und nun neu in den Dienst eines Gemeindepastors eingeführt wurde, stand die Ordinationshandlung im Mittelpunkt des Gottesdienstgeschehens. In der bis unter das Dach vollbesetzten St.-Urban-Kirche erfuhr der neue Pastor durch seine Gemeinde eine herzliche Begrüßung. Der stimmgewaltige Gospelchor und die Blechbläser untermalten die Feier musikalisch und in seiner Predigt über die Arbeiter im Weinberg (Mt. 20, 1-16a) gab Landessuperintendent Gorka dem neuen Amtsbruder den Rat mit, immer mal wieder die Perspektive zu wechseln und die verkehrte Welt so auf den Kopf zu stellen, dass „unser Verhältnis zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zu Gott auf dem Weg der Gerechtigkeit überraschende Erneuerungen machen kann.“ Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus drückte Dr. Volker Menke, Superintendent des Kirchenkreises Peine, seine große Freude aus, Carsten Warncke für die Ilseder Pfarrstelle gewonnen zu haben, zu der auch ein Stellenanteil am Peiner Ratsgymnasium gehört. Ein herzliches Willkommen überbrachte neben den örtlichen Vereinen und dem Ortsbürgermeister Reinhard Burzig auch Dr. Gabriela Fellmann als kommissarische Schulleiterin des Ratsgymnasiums. Diakon Wolfgang Miosga, der die katholische Gemeinde Ilsede vertrat, gratulierte seinem neuen evangelischen Kollegen gleich mit einem unkomplizierten „Du, ich bin übrigens Wolfgang“. „Ich bin sehr glücklich, die Aufgabe als Pastor in Klein Ilsede zu übernehmen. Und ich freue mich über diesen warmherzigen Empfang“, so der junge Geistliche, dem strahlende Freude im Gesicht abzulesen war, als er das erste Mal im Kreise seiner Kirchengemeinde stand.




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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Schule mit allen Sinnen erfahren

Dirk Wilkening als neuer Schuleiter des Gymnasiums Andreanum in Hildesheim eingeführt

Hildesheim. Die gesamte Schülerschaft des Hildesheimer Gymnasiums Andreanum hatte sich am vergangenen Donnerstag in der Sankt Andreaskirche versammelt, um Dirk Wilkening zu begrüßen und mit ihm den Einführungsgottesdienst in seine neue Aufgabe als Schulleiter des Gymnasiums in Trägerschaft der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zu feiern. Auch das Kollegium der Schule und viele Eltern hatten sich auf den Weg gemacht, um bei der Festlichkeit in der vollbesetzten Andreaskirche dabei zu sein. Für die Landeskirche und deren Evangelisches Schulwerk begrüßte Frau Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track den 52jährigen Wilkening, der zuvor stellvertretender Schulleiter an einer evangelischen Schule in Bielefeld war. In Hildesheim ist Wilkening, der als Lehrer Deutsch, evangelische Religion und Theater unterrichtet, zur Welt gekommen. Umrahmt wurde die Feier vom Schulchor des Andreanums, auch das Bläserensemble der Schule spielte und sogar die Gemeindelieder wurden von Fanny Sommerfeld, Schülerin am Andreanum, an der Orgel begleitet.

Kerstin Gäfgen-Track, die in der hannoverschen Landeskirche als Oberlandeskirchenrätin das Thema Bildung und damit auch die evangelischen Schulen verantwortet, nahm in ihrer Predigt Bezug auf geschichtliche und aktuelle Ereignisse und schlug einen Bogen von der reformatorischen Tradition zu den Aufgaben der Schule im Jahr 2017. Dabei fand sie deutliche Worte zur aktuellen Weltlage, ohne dabei direkt auf die neue US-Präsidentschaft einzugehen. Leben und Lernen an einer Schule in kirchlicher Trägerschaft müsse sich mit den politischen und gesellschaftlichen Ereignissen auseinandersetzen. Dazu gehöre auch klar zu sagen, wo Dinge falsch laufen, denn „Fakten dürfen nicht manipuliert werden, Lügen sind Lügen und werden auch durch permanente Wiederholungen nicht wahr und alle, aber auch alle Menschen sind Gottes geliebte Geschöpfe – das ist eine unumstößliche Grundüberzeugung evangelischer Schule, und für uns alle gilt gerade heute der Satz Martin Luthers ,Hier stehe ich, und kann nicht anders. So wahr mir Gott helfe. Amen‘“.

An Heinz-Friedrich Bringewatt, der seit Beginn des Ruhestands des früheren Direktors Hartmut Schulz im März letzten Jahres die Aufgaben des Schulleiters kommissarisch übernommen hatte, richtete Gäfgen-Track ihren besonderen Dank. Für das Andreanum und für die Landeskirche sei es nun eine große Freude, dass Dirk Wilkening als Leiter seine breite Erfahrung mit nach Hildesheim bringe. Es gelte, sich der Traditionen bewusst zu sein und sie zu nutzen. „Das, was evangelisch ist, ist nicht seit 500 Jahren an die Schlosstür genagelt, sondern gilt es immer neu vom Schatz des Glauben zu erzählen und zu leben, damit viele auf den Geschmack kommen: es ist gut, an einer evangelischen Schule zu sein“, so die Oberlandeskirchenrätin.

Freude über den neuen Schulleiter war auch überall im Publikum zu hören. Für Sabrina Sürig aus Banteln, die am Andreanum unterrichtet, verheißt der Beginn viel Gutes. Sie freue sich, dass ihre Klasse im Fach Deutsch von Schulleiter Wilkening unterrichtet werde und erzählte, dass die Klassengemeinschaft nach den ersten Unterrichtsstunden des neuen Schulhalbjahrs ganz begeistert von ihm gewesen sei. „Das war den Kindern deutlich anzumerken, dass sie den Deutschunterricht wirklich toll fanden“, sagte die Klassenlehrerin einer 7. Klasse am Andreanum.

Jörn Surborg, Mitglied der Landessynode und Vorsitzender des Landessynodalausschusses, der als Lehrer Geschichte und Politik am Andreanum unterrichtet, wünschte Dirk Wilkening, „dass er gut ankommt und dass wir mit ihm die Schule weiter voranbringen auch über das Jahr des 800jährigen Schuljubiläums im Jahr 2025 hinaus.“ Positive Wirkung aus der Schule in die Stadt erhofft sich der Superintendent des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt, Mirko Peisert, auch in Blick auf die Bewerbung Hildesheims als Kulturhauptstadt Europas: „Für die Kirche ist Bildung schon immer ein ganz wichtiges Thema, das Andreanum gehört dazu und gehört damit für mich ganz klar zu einer Kulturhauptstadt“.

Das Interesse der Schülerinnen und Schüler ging in Richtung „wie kommt der neue so rüber?“. Dass Dirk Wilkening sofort bei den jungen Leuten hatte punkten können, erzählten Schüler der Eingangsstufen und der höheren Jahrgänge. Artur, 12 Jahre alt, meinte, dass ihm die ersten Unterrichtsstunden bei Herrn Wilkening gut gefallen hätten. Die 15jährige Anna sah ihren neuen Schulleiter an diesem Tag zwar das erste Mal mit eigenen Augen, war von der Einführung und dem Gottesdienst aber sehr angetan. Auch auf Alexia machte Dirk Wilkening einen guten Eindruck: „Er ist ziemlich nett. Ich wünsche mir, dass er so weitermacht wie er angefangen hat“, so die 12 Jahre alte Schülerin.

Dass er als Schulleiter weniger unterrichten werde, bedauere er sehr, sagte Wilkening: „Der Unterricht ist ja leider die Rolle, die jetzt etwas kurz kommen wird. Schulleitung ist schon eine neue und große Verantwortung“. Er wolle den Bibelvers des Einführungsgottesdienstes sich zu Herzen nehmen und sehenden Auges und hörenden Ohres seine Schule mit allen Sinnen wahrnehmen. Darauf aufbauend gelte es, „dann mit der Schulgemeinschaft zu entwickeln, wie sich ein Ideal von Schule gestalten kann“, so der neue Direktor.

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Wer ist hier wirklich „sozial schwach“?

Stiftung Familien in Not begrüßt Mirko Peisert als neuen Vorsitzenden

 Hildesheim. Die Stiftung Familien in Not (FiN) hat einen neuen Vorsitzenden: Superintendent Mirko Peisert folgte Oberkirchenrat Helmut Aßmann in diesem Amt nach. Landessuperintendent Eckhard Gorka, Schirmherr der Stiftung, dankte Helmut Aßmann beim Jahresempfang für elf Jahre des Engagements für Familien in Not. Während Helmut Aßmanns Zeit als Vorsitzender sei es gelungen, das Gründungsvermögen der Stiftung zu verdoppeln.

 Er werde FiN weiterhin verbunden bleiben und sich überall für die Stiftung einsetzen, versprach Helmut Aßmann. Sein Nachfolger als Superintendent im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt wird nun auch sein Nachfolger als Stiftungsvorsitzender – und zwar sehr gern, wie Mirko Peisert betonte.

 Die Stiftung Familien in Not habe im vergangenen Jahr mit Beratung und finanzieller Hilfe 41 Familien begleitet, berichtete FiN-Koordinatorin Gisela Sowa. Insbesondere die Kosten für den Schulbedarf bei Einschulung oder Schulwechsel seien für die Familien oft nicht allein zu bewältigen. Gerade Alleinerziehende seien häufig auf Unterstützung angewiesen.

 Das bestätigte auch Dr. Hans-Jürgen Marcus. Der ehemalige Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Hildesheim sprach über das Thema „Armut und Teilhabegerechtigkeit“. „Armut hat immer etwas zu tun mit sozialer Ausgrenzung“, sagte Dr. Marcus. Dabei gebe es einen engen Zusammenhang zwischen Bildung und Armutsrisiko. Gleichzeitig seien die Bildungs- und Entwicklungschancen für Kinder sehr von der Herkunft abhängig. 

Die „Delegation der Bildungsverantwortung an die Familie“ sei in Deutschland im europäischen Vergleich besonders hoch. Es müsse ein stärkerer Akzent auf die öffentliche Hand gelegt werden, beitragsfreie Kindertagesstätten seien da ein richtiger Anfang: „Wir brauchen eine engagierte Bildungsdebatte.“ Das betreffe auch die Inhalte: Junge Menschen sollten zu Eigenverantwortung, Selbstkompetenz und gesellschaftlicher Solidarität erzogen werden.

 Über Menschen, die von Armut betroffen sind, werde viel zu oft respektlos gesprochen, so Dr. Marcus. Ein Beispiel: Der Ausdruck „sozial schwach“ treffe wohl kaum auf eine alleinerziehende Mutter zu, die sich trotz Erwerbstätigkeit Zeit für ihr Kind nehme und sich die Ausgaben für Schulbedarf regelrecht vom Mund abspare.

 Auf gesellschaftliche Solidarität setzt auch die Stiftung Familien in Not. Bei der Begleitung der Familien nutzt FiN das Beratungsnetz des Diakonie und anderer Beratungsstellen sowie die Hilfe von befreundeten Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen. Zu den regelmäßigen Unterstützern zählt auch das Druckhaus Köhler in Harsum, das nicht nur Druckarbeiten für FiN kostenlos ausführt sondern auch die Räume für den Jahresempfang zur Verfügung stellte. Wiebke Barth

Bild: Barth

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Vom göttlichen und vom weltlichen Regime

Ministerpräsident ruft in einer Kanzelrede in der Heersumer Urbanikirche zum gesellschaftlichen Engagement auf

Heersum. Es war eine Frage des richtigen Timings: Mathias Klein, Kirchenvorsteher und Lektor in der Heersumer Urbanikirche hatte Stephan Weil ganz unkompliziert als Gastprediger für Heersum gewinnen können. Als Redakteur bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung hatte er den Ministerpräsidenten schon bei verschiedenen Gelegenheiten getroffen. Vor einem Jahr berichtete er dann zu Karneval über den Sturm der Staatskanzlei durch die Lindener Narren. „Ich weiß noch, dass eine Tänzerin gerade im Spagat auf seinem Schreibtisch saß", erinnert Klein sich amüsiert. „Bei der Gelegenheit habe ich ihn gefragt und er hat sofort zugesagt."

Stephan Weil hielt Wort und reiste am Sonntag in das beschauliche Heersum, um in der gut besetzten Kirche eine Kanzelrede zu halten. Passend zum Reformationsjubiläum hatte sich Weil, der selbst katholisch getauft ist, die Zwei-Regimente Lehre von Martin Luther zum Thema genommen. Wer sich mit dem Werk Luthers auseinandersetze, komme nicht umhin, sich einige grundsätzliche Fragen zu stellen, hielt Weil zu Beginn fest.

Eine dieser Grundsatzfragen betreffe das persönliche Verhältnis der Bürger zum Staat. „Martin Luther hat auf diese Frage eine ganz eigene Antwort gegeben. Und die ist trotz aller historischer Unterschiede ganz aktuell", erklärte Weil. Neben dem göttlichen Regiment gebe es, laut Luther, auch ein weltliches Regiment. Luther habe von den Menschen erwartet, sich auch für das Weltliche zu engagieren.

In unserer heutigen Zeit, in einem demokratischen Staat, sei dieses Engagement umso wichtiger, betonte Weil. „Eine Diktatur kommt gut ohne aktive Bürger aus. Eine Demokratie geht ohne aktive Bürgerinnen und Bürger zu Grunde. Wir brauchen Wählerinnen und Wähler, die zur Wahl gehen. Wir brauchen Bürgerinnen und Bürger, die bei Wahlen kandidieren." Aber auch bei dem Schutz der Freiheit und von Schwächeren in der Gesellschaft sei der Staat auf das Engagement seiner Bürger angewiesen.

Heutzutage seien die Ziele des geistlichen und des weltlichen Regiments einander sehr ähnlich, so Weil: „Zwischen den Vorgaben der Bibel und den Werten des Grundgesetzes gibt es keine großen Unterschiede." Zum Beleg zog er zwei der wohl bekanntesten Sätze aus der Bibel und dem Grundgesetz heran: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" und „Die Würde des Menschen ist unantastbar". Beide Sätze wiesen zum Beispiel in der aktuellen Flüchtlingskrise in die gleiche Richtung. „Das sind nicht in erster Linie Zahlen oder Probleme, die zu uns kommen, sondern es sind erst einmal Menschen."

In den letzten Jahren hätten gerade Kirchengemeinden in diesem Zusammenhang ein vorbildliches Engagement gezeigt, sagt der Ministerpräsident. Dieses Engagement werde auch weiterhin gebraucht. Gerade wenn Vorurteile geschürt würden, gebe es eine Christenpflicht zum Einmischen. Weil war sicher: „Luther würde heute dazu aufrufen, den demokratischen Rechtsstaat zu verteidigen und für ihn einzutreten."

Und auch Pastorin Hanna Wagner, die zusammen mit Pastor Peter Michael Wiegandt durch den Gottesdienst führte, stimmte den Worten des Ministerpräsidenten zu: „Ich glaube als Christenmensch ist man gefordert, sich einzubringen", stimmte sie zu. "Man muss nicht die Welt retten. Aber man kann sich bewusst machen, dass man in der eigenen Gemeinde viel bewirken kann." Dittrich

Staat und Kirche arbeiten gut zusammen, findet Ministerpräsident Stephan Weil. "Wir wissen, was wir aneinander haben und dass wir uns gegenseitig brauchen.

Nach dem gemeinsamen Gottesdienst (v.l.): Pastorin Hanna Wagner, Vorsitzender des Kirchenvorstands Günter Gondeck, Ministerpräsident Stephan Weil, Kirchenvorsteher und Lektor Mathias Klein und Pastor Peter Michael Wiegandt.

Bild: Dittrich

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Sie erwischt Gott täglich auf frischer Tat

Viola Barchanski ist neue Leiterin der Matthäus-Kindertagesstätte

 Hildesheim. Viola Barchanski ist neue Leiterin der Matthäus-Kindertagesstätte. Zwei Jahre hatte die 48-Jährige den Kindergarten bereits kommissarisch geführt, war vorher jahrelang stellvertretende Leiterin, ehe ihr im November 2016 das Amt offiziell anvertraut wurde. Nun folgte die feierliche Einführung mit einem bunten und fröhlichen Gottesdienst, an dem viele Kinder und ihre Familien teilnahmen. Die Kinder führten außerdem unterstützt von der Band „KreuzWeise“ ein Singspiel auf.

  „Wenn du ein Kind siehst, dann hast du Gott auf frischer Tat ertappt“, zitierte Pastorin Carola Holtin einen Ausspruch Martin Luthers. Viola Barchanski stehe dafür, Kindern ein Gespür von Gott zu vermitteln in der täglichen Arbeit mit ihnen. Unter Handauflegung von Pastorin Holtin empfing Viola Barchanski den Segen für ihre Arbeit. Die Kinder aus der Kita und ihre Eltern wünschten ihr mit einem Lied und kleinen symbolischen Geschenken viele schöne Dinge: vom Regenbogen über ein Kuchenherz und Taschentücher bis zu Glück. Weitere symbolische Wünsche folgten von Carmen Niebecker für die Kitas im Kirchenkreis, Matthias Fugger für die Kita  und Petra Schäfer vom Matthäus-Kirchenvorstand.

 Viola Barchanski ihrerseits bedankte sich bei ihren Mitarbeitenden: „Ihr seid die beste Crew, die ich mir wünschen kann – ohne euch wäre ich nix.“ Dann traten alle Mitarbeitenden vor den Altar und wurden zusammen gesegnet. Die Band sang und spielte dazu „Gott segne dich“.    Marianne Bauer

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Bild: Katharina Kuschel

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Der Hahn steht auf grün

Bildungs- und Tagungsstätte Michaeliskloster Hildesheim erhält das kirchliche Zertifikat für Umweltgerechtigkeit und Nachhaltigkeit „Der Grüne Hahn“

Hildesheim, 17. Januar. Draußen herrschen Schnee und Kälte, doch drinnen im Foyer des Michaelisklosters ist es gemütlich warm als Direktor Jochen Arnold das Team der evangelischen Tagungsstätte und die Kolleginnen und Kollegen aus den Arbeitsbereichen des Zentrums für Kirchenmusik und Gottesdienst begrüßt. Seine Worte zum Jahresempfang 2017 beginnen mit einem kurzen Rückblick auf das Jahr 2016, das mit einer Vielzahl von Veranstaltungen sehr erfolgreich verlaufen sei und einem Ausblick auf 2017, das als Jahr des Reformationsjubiläums ein ganz besonderes für die evangelische Kirche und für das Michaeliskloster werde. Dann kommt Jochen Arnold aber zum besonderen Schwerpunkt: Der Auszeichnung des Michaelisklosters mit dem „Grünen Hahn“, dem kirchlichen Zertifikat des „Managements für eine Kirche mit Zukunft.“

„Nachhaltiges Wirtschaften wird für uns auch und gerade als kirchliche Einrichtung immer wichtiger“, so Jochen Arnold, der die Umsetzung des „Grünen Hahns“ als ideal für die Einführung eines Umweltmanagementsystems im Michaeliskloster sieht. Der Prozess stoße vielfältige Chancen an, meine aber auch zusätzliche Arbeit. Diese bringt beispielsweise die Erfassung der Energiedaten der Heizungsanlage und des Wasser- und Stromverbrauchs mit sich. Im Michaeliskloster sind es vor allem Stephan Podleska, Manuela Bach und Bernd Hillringhaus, die sich als Umweltbeauftragte für das kirchliche Umweltschutzzertifikat einsetzen. Hillringhaus, der als Referent für Kindergottesdienst im Michaeliskloster arbeitet, sieht sich mit Manuela Bach und Haustechniker Podleska als Promotoren des Prozesses. Am Anfang habe eine genaue Bestandsaufnahme gestanden, „neben Heizung und Wasserverbrauch haben wir auch nach dem Papierbedarf in den Büros geschaut oder die Menge der Putzmittel erfasst“, so Hillringhaus.

Unter Beteiligung aller Mitarbeitenden sind dann allgemeine Umweltleitlinien für das Michaeliskloster formuliert worden, die die generellen Umweltschutzziele beschreiben. Auf Grundlage der Stärken und Schwächen, die die Datenerhebung zeigte, wurden Maßnahmen geplant und Abläufe festgeschrieben, die für eine kontinuierliche Verbesserung des Umweltschutzes notwendig sind und zukünftig umgesetzt werden sollen. „An vielen Stellen haben wir bemerkt, dass wir schon gut unterwegs sind“, so Manuela Bach, die als Assistentin des Direktors den direkten Übersicht über die Prozesse hat. „Beispielsweise gab es bei uns schon immer fair gehandelten Kaffee. Wir setzen in der Gastronomie auf Produkte aus regionalem Anbau und werden in 2017 zu einem Ökostromanbieter wechseln“, so Manuela Bach.

Nach erfolgter Datenerhebung und Zielsetzung ist das Michaeliskloster nun in der Umsetzungsphase. In ihr werden erneut die wichtigsten Daten und Ergebnisse zusammengetragen, bewertet und neue Umweltschutzmaßnahmen eingeleitet oder auch alte Maßnahmen angepasst.

Damit das Wirken für Nachhaltigkeit nicht nur nach Innen für die Mitarbeitenden spürbar wird, sondern sich auch außen für die Gäste und Besucher des Michaelisklosters abzeichnet, wurde an der Rezeption das „Grüne Hahn“-Siegel enthüllt. Ein weiterer „Grüner Hahn“ wird bald auch außen am Eingang des Michaelisklosters zeigen, dass Kirche und Umweltschutz hier vorbildlich gelebt werden. Damit wird die wohlige und einladende Atmosphäre der Hildesheimer Tagungsstätte an kalten Wintertagen, an denen die Heizung auf Hochtouren laufen muss, auch mit einem ökologisch reinen Gewissen zu genießen sein.

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Bild: Helge Meyn-Hellberg

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Der Pastor mit dem weißen Talar geht

Thomas Guddat wechselt nach 22 ereignisreichen Jahren von Eime nach Seelze

Eime. Thomas Guddat versteht sich als ein Pastor, der gerne neue Dinge anstößt „und dann mitgeht – nicht alle hinter mir her“. 22 Jahre lang hat er die 1800 evangelischen Christen im Flecken Eime begleitet, zu dem Deinsen, Dunsen, Deilmissen und Heimsen gehören. Den nächsten Schritt werden der Pastor und seine Gemeinde allerdings nicht zusammen tun können. Guddat wechselt zum 1. Februar nach Seelze. In einem Verbandsgottesdienst am Sonntag, 29. Januar, um 10.30 Uhr in der Eimer St.-Jakobi-Kirche verabschiedet er sich.

„Irgendwann“, so Thomas Guddat, „ist der Zeitpunkt da, wo eine Veränderung ansteht.“ Und der sei nun gekommen. Die drei Kinder sind aus dem Haus. Der 57-Jährige hat noch zehn Berufsjahre vor sich. Wenn nochmal ein neuer Schritt passieren sollte, sagte sich der Pastor, dann jetzt. Der Abschied fällt ihm allerdings schwer: „Da sind viele Beziehungen und Freundschaften gewachsen.“ Seelze im Nordwesten von Hannover hat für ihn allerdings den Vorteil, dass seine Eltern ganz in der Nähe wohnen.

Aus Lohnde bei Seelze ist Thomas Guddat auch 1995 nach Eime gekommen. Einer der Gründe war damals der Wunsch, dass die Kinder in einer ländlichen Umgebung aufwachsen sollten. „Und mich haben schon die verschiedenen Kirchen gereizt und die Unterschiedlichkeit der Kirchenvorstände“, erzählt Guddat. Das, was viele Kollegen abschreckt und eher nach Pfarrstellen in Städten Ausschau halten lässt, ist für ihn gerade reizvoll gewesen. Nämlich die Frage: „Wie können wir gemeinsam unterwegs sein?“

Thomas Guddat lobt die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Kirchen- und Kapellenvorstände. Gemeinsam habe man auch große Aufgaben gemeistert. In Eime wurde im Jahr 2000 die Kirche umfassend saniert, vor zwei Jahren hat sie ein neues Dach bekommen. Auch in den anderen Orten gab es größere Baumaßnahmen. In den letzten drei Jahren stand die Spendensammlung für neue Glocken im Mittelpunkt. 100.000 Euro sind zusammengekommen, im Laufe dieses Jahres sollen die Glocken gegossen werden.

Dass die Summe so schnell gesammelt werden konnte, ist auch ein Verdienst der Stiftung „Kirche mit Zukunft“, die Guddat 2007 mit begründet hat. 250.000 Euro Kapitel stehen inzwischen zur Verfügung. Die Stiftung ist mit ihren zahlreichen Veranstaltungen zur festen Institution im Flecken Eime geworden – nicht nur in der Kirchengemeinde.

Das entspricht dem Bild von Kirche, das Guddat vertritt. „Da sein, wo die Menschen sind“, ist sein Motto. Gottesdienste könne man auch auf dem Weihnachtsmarkt, im Festzelt oder in einer Gaststätte feiern. Besonders wichtig ist ihm die Taufe als Startpunkt einer langen, kontinuierlichen Begleitung der Familien. „Ich möchte auf eine fröhliche und einladende Art zeigen, dass die Kirche ein offenes Haus und der Glauben eine Lebenshilfe ist“, sagt der Pastor. Fröhlich, hell, befreiend: So erlebe er den Glauben, der ihn und seine Frau im Alltag trage, verrät der Pastor. Deshalb habe er auch meistens den weißen Talar bevorzugt.

Ein wichtiger Aspekt im Eimer Gemeindeleben ist auch die Musik. Zwei Posaunenchöre mit zusammen 60 Mitgliedern seien prägend für das kirchliche Leben, sagt Thomas Guddat, der selbst ausgebildeter Kirchenmusiker ist, Orgel, Trompete und Gitarre spielt. Die Gemeinde hat zudem zum Kulturangebot im Ort beigetragen, indem sie immer wieder Chöre, Theaterensembles oder Orchester eingeladen hat. Es gibt viel, an das sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin anknüpfen kann. Die Suche hat begonnen. Ralf Neite

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Thomas Guddat liebt Sport, Theater, Musik, doch das Entscheidende ist für ihn etwas anderes: „Das, was mich und uns trägt, ist der Glaube.“ 

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Bild: Neite

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